Reanimation

Tür 17: Schockbare und Nichtschockbare Reanimation


Das Thema Reanimation darf in meinen Adventskalender natürlich nicht fehlen. Dieses Jahr ist mir der Suchbegriff „Schockbare und Nichtschockbare Reanimation“ aufgefallen.

Begrifflich ist dies so eigentlich nicht korrekt. Die Reanimation an sich kann weder schockbar noch nichtschockbar sein, dies gibt es nicht. Aber der Herzrhythmus des Patienten kann man in schockbare und nichtschockbare Rhythmen einteilen. Diese macht in der Reanimation einen großen Unterschied aus.

Es wird somit nicht jeder Patient in der Reanimation mit Defibrillation behandelt, um dies einfach zu erklären.

Doch hier die genaue Erklärung:

Der Kreislaufstillstand, also ein Versagen der Durchblutung des Körpers, kann in mehrere Formen unterteilt werden. Dies ist besonders bei den erweiterten Maßnahmen zur Therapie wichtig:

– hyperdynamer (defibrillierbaren, elektrisch aktiven, hypersystolischen) Kreislaufstillstand
– hypodynamer (nicht-defibrillierbaren, elektrisch inaktiven, asystolischen) Kreislaufstillstand

Kammerflimmern (auch ventrikuläre Fibrillation, VF): bei ca. 25 % aller Reanimationen
Die Herzmuskelkontraktion ist gestört, die einzelnen Herzmuskelzellen arbeiten unkoordiniert und unabhängig voneinander, so dass sich keine Kontraktion des gesamten Herzmuskels, die für den Auswurf wichtig ist, entwickeln kann. Im EKG sind völlig unkoordinierte Zacken und Wellen mit geringer Amplitude und einer Frequenz von 250-300/min zu erkennen. (mehr …)

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Tür 7: Hatte heute auf Arbeit eine erfolglose Reanimation gehabt


Dieser Suchbegriff ist sehr allgemein und doch sehr speziell. Der „Sucher“ hat wohl selbst eine erfolglose Reanimation erlebt, das ganze an seinem Arbeitsplatz. Wo genau aber der Arbeitsplatz gewesen ist, weiß man nicht, daher weiß ich auch nicht, ob es Fachpersonal war oder ein Laie.

Man kann bei einer erfolglosen Reanimation viel erleben und mitmachen, egal ob Fachkraft oder Laie. Es ist für fast alle eine besondere Situation.

Im Rettungsdienst ist die Reanimation die wohl am häufigsten geübte Situation. Doch trotzdem bleibt es etwas besonderes. Die Handgriffe sollten sitzen, denn es gibt wirklich um Menschenleben und Zeit.

Leider verlaufen dennoch viele Reanimationen erfolglos, der Mensch verstirbt. Dies kommt eben vor, Menschen sterben, bei manchen ist es vielleicht auch besser gewesen. Trotzdem kämpft man oft danach mit sich selbst, ist alles gut gelaufen, hat man alles gegeben.

Mir selbst bleiben Reanimationen oft lange im Gedächtnis. Doch wichtig ist, dass man abschalten kann. Ansonsten bekommt man ernsthafte psychische Probleme.

Ich selbst hatte in meinen Rettungsdienstleben bestimmt ca. 20 Reanimationen, was für die vielen Stunden eigentlich recht wenig ist. Teils weiß ich noch fast alles, teils aber auch gar nichts mehr. Auf jeden Fall waren weit mehr erfolglos als erfolgreich. Dafür habe ich aber eben auch einige dabei, wo ich weiß, dass die Menschen sich gut erholt haben.

In der Leitstelle machen wir nun seit über 2 Jahren Telefonreanimation. Dies zahlt sich öfters aus, da eben gerade die ersten Minuten wichtig sind. (mehr …)

Zurück ins Leben… Gedanken nach einer langen Reanimation


Im Sommer hatte ich eine Reanimation, die mir in Erinnerung geblieben ist. Sie war sehr anstrengend, vor allem lang, und hat mich einige Male nachdenken lassen.

Ich war zusammen mit einem langjährigen Rettungsassistenten auf dem RTW unterwegs und wir wurden an einem Sonntagnachmittag in eine Außengemeinde zur bewusstlosen Person alarmiert. Bereits auf der Anfahrt wurde uns durch die Leitstelle gesagt, dass es wohl eine Reanimation ist.

Am Einsatzort haben wir einen etwas älteren Herrn leblos und zyanotisch im Beisein seines Bruders vorgefunden. Er war im Haus einfach so umgefallen, hatte diverse Vorerkrankungen.

Ich war sehr froh meinen Kollegen dabei zu haben, denn er ist meiner Meinung nach, der beste Rettungsassistent auf der ganzen Wache. Wir haben angefangen zu reanimieren, es lief im Team sehr gut. Ich war zwar innerlich ziemlich nervös und aufgebracht, doch nach außen hin funktionierte alles. Unser Patient hatte ein Kammerflimmern. Nach Aufkleben der Defi-Elektroden drückte ich kontinuierlich, während mein Kollege sich um die Atemwegssicherung kümmerte. Bis zum Eintreffen des Notarztes hatten wir bereits zwei Schocks abgegeben, dazu einen Larynxtubus gelegt und auch einen venösen Zugang hatte unser Patient bereits. Wir versuchten dabei jedoch die Herzdruckmassage nur möglichst kurz zu unterbrechen.

Der Notarzt war sich am Anfang recht unsicher, versuchte aber während der Reanimation alles für den Patienten. Wir reanimierten sehr fleißig, gaben immer wieder Schocks ab. Dies alles im Beisein des Bruders, der alles beobachtete. Die Reanimation lief in der Wohnung bereits sehr lange. Das Kammerflimmern blieb jedoch, wurde aber immer gröber. Wir taten für den Patienten alles, er bekam zahlreiche Medikamente, wurde endobronchial intubiert, es wurde nach reversiblen Ursachen für die Reanimationssituation gesucht, doch der Zustand wurde nicht wirklich besser. (mehr …)

Augenblick (3)


Manchmal reicht es, wenn man den Funk in einer Rettungsdienstschicht mithört. so ging es meinen Kollegen und mir auch in der letzten Nachtschicht auf dem Rettungswagen.

Man bekommt mit, wie Kollegen zu einem Kindernotfall alarmiert werden. Bereits auf der Anfahrt wird mitgeteilt, dass das Kind einen Atemstillstand hat, ein Notarzt wird nachalarmiert.

Zusammen mit meinen Kollegen ist uns klar, dass wir jetzt nicht mit der anderen Besatzung tauschen möchten. Was die Kollegen erwartet, können wir nur erahnen: eine Kinderreanimation.

Man hört in den nächsten Stunden der Schicht weitere Details: die Polizei wird nachbestellt, ein weiterer RTW für die Angehörigen, die Kinderklinik abgeklärt, eine Fahrt unter Reanimationsbedingungen ins Krankenhaus, eine nicht mehr einsatzklare Besatzung, ein Notfallseelsorgerteam und vieles weiteres.

Auch wenn wir bei diesen Einsatz nur stille Mithörer waren, so geht einem eine Kinderreanimation immer sehr nahe, auch bei Kollegen. Leider hatten wir im Rettungsdienstbereich davon in letzter Zeit zu viele, leider alle erfolglos.

Ich hoffe, dass ich nie in die Situation kommen werde. Doch wenn ja, dann will man einfach nur ganz schnell vergessen und kann es doch nicht.

Adventskalender Türchen Nr. 20 und 21: Statistik Reanimation Rettungsassistent / Reanimation obwohl Herzaktion / Metronom Reanimation


Heute möchte ich gleich drei mehrfach gesuchte Suchbegriffe rund um das Thema Reanimation in einem Doppeltürchen öffnen.

Im Rettungsdienst gehört die Reanimation zu der wohl am häufigsten geübten Einsatzsituation. Wie oft diese jedoch im täglichen Alltag wirklich vorkommt, ist sehr unterschiedlich.

Statistik Reanimation Rettungsassistent

Ich weiß von einigen hauptamtlichen Kollegen, die seit einem Jahr keine Reanimation mehr gehabt haben, wohingegen andere bereits auf 4 Reanimationen innerhalb einer Woche kommen. Somit kann man hier nicht wirklich eine Statistik machen. Es ist sehr unterschiedlich, wie oft man reanimiert. In einem „Rettungsdienstleben“ sind dies im Laufe der Jahre auf jeden Fall unzählige Situationen.

Ich selbst zähle hier auch nicht mit. Auf jeden Fall komme ich in den letzten vier Jahren auf mehr als 10 Reanimationen. Dabei habe ich aber seit einiger Zeit keine mehr gehabt. Seitdem ich RA im Praktikum bin, noch keine einzige.

Auch über den Erfolg von Reanimationen ist es als einzelner Rettungsdienstmitarbeiter schwer eine Statistik zu führen. Meine eigene wäre dabei auf jeden Fall eher nicht so gut, denn bei mir haben die meisten mit einem Abbruch und der Todesfeststellung geendet.

Reanimation obwohl Herzaktion

Eine Reanimation kann auch bei einer Herzaktion stattfinden. Denn es gibt Aktivitäten im Herzen, die zwar einen elektrischen Impuls im Herz stattfinden lassen, doch das Herz eben nicht ausreichend pumpen kann, also keine Auswurfleistung erbringt (messbar durch den Puls). (mehr …)

Ein Leben retten


Es ist wieder einmal Zeit auf das Thema Reanimation aufmerksam zu machen. Aktuell läuft vom 16. bis zum 22.09. bundesweit die Woche der Wiederbelebung. Dazu werden an vielen Orten Veranstaltungen rund um das Thema Reanimation angeboten, viele davon sind zum Mitmachen gedacht. Dabei geht es hauptsächlich darum, die Bereitschaft der Bevölkerung für die Laienreanimation zu steigern.

Von der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. und dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten e. V. in Kooperation mit dem German Resuscitation Council e.V. gibt es dazu die deutschlandweite Kampagne Ein leben retten, 100 pro Minute. Mehr Infos zur Kampagne findet ihr hier: www.einlebenretten.de

In Deutschland sterben ca. 100.000 Menschen im Jahr am plötzlichen Herztod.  Dabei helfen nur in ca. 15 Prozent der Fälle die Menschen und beginnen mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Doch dies ist gerade in den ersten Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sehr wichtig. So sinken pro Minute ohne Herz-Druck-Massage die Überlebenschancen um ca. 10 %.

Hier noch einmal die wichtigsten Schritte: (mehr …)