Adventskalender Türchen Nr. 20 und 21: Statistik Reanimation Rettungsassistent / Reanimation obwohl Herzaktion / Metronom Reanimation


Heute möchte ich gleich drei mehrfach gesuchte Suchbegriffe rund um das Thema Reanimation in einem Doppeltürchen öffnen.

Im Rettungsdienst gehört die Reanimation zu der wohl am häufigsten geübten Einsatzsituation. Wie oft diese jedoch im täglichen Alltag wirklich vorkommt, ist sehr unterschiedlich.

Statistik Reanimation Rettungsassistent

Ich weiß von einigen hauptamtlichen Kollegen, die seit einem Jahr keine Reanimation mehr gehabt haben, wohingegen andere bereits auf 4 Reanimationen innerhalb einer Woche kommen. Somit kann man hier nicht wirklich eine Statistik machen. Es ist sehr unterschiedlich, wie oft man reanimiert. In einem „Rettungsdienstleben“ sind dies im Laufe der Jahre auf jeden Fall unzählige Situationen.

Ich selbst zähle hier auch nicht mit. Auf jeden Fall komme ich in den letzten vier Jahren auf mehr als 10 Reanimationen. Dabei habe ich aber seit einiger Zeit keine mehr gehabt. Seitdem ich RA im Praktikum bin, noch keine einzige.

Auch über den Erfolg von Reanimationen ist es als einzelner Rettungsdienstmitarbeiter schwer eine Statistik zu führen. Meine eigene wäre dabei auf jeden Fall eher nicht so gut, denn bei mir haben die meisten mit einem Abbruch und der Todesfeststellung geendet.

Reanimation obwohl Herzaktion

Eine Reanimation kann auch bei einer Herzaktion stattfinden. Denn es gibt Aktivitäten im Herzen, die zwar einen elektrischen Impuls im Herz stattfinden lassen, doch das Herz eben nicht ausreichend pumpen kann, also keine Auswurfleistung erbringt (messbar durch den Puls).

Bei der Reanimation werden hauptsächlich 4 Formen vom reanimationspflichtigen Herzrhythmen unterschieden.

Als erstes die Asystolie, also überhaupt keine Herzaktion mehr. Des Weiteren das Kammerflimmern, bei der das Herz sehr unkontrolliert nur geringe sehr schnelle Impulse produziert, die Aussehen wie ein Flimmern, auch hier findet keine koordnierte Stimulation des Herzens statt.

Des weiteren gibt es zwei weitere Herzrhythmen, die im EKG eine deutliche Herzaktion zeigen, jedoch beide ohne Puls verlaufen, d.h. es findet kein Transport des Blutes im Körper mehr statt, das Herz zeigt jedoch noch deutliche elektrische Aktivitäten. Hier gibt es zum einen die pulslose ventrikuläre Tachykardie, d.h. das die Herzerregung kommt aus der Kammer und ist deutlich schneller als 100 Schläge pro Minute, aber eben ohne Puls. Zum anderen gibt es die pulslose elektrische Aktivität, dies kann jeder Herzrhythmus sein, der eben ohne Puls verläuft.

Dabei ist es so, dass man das Kammerflimmern und die pulslose ventrikuläre Tachykardie durch Defibrillation behandeln kann, wohingegen bei der Asystolie und der pulslosen elektrischen Aktivität nur eine medikamentöse Therapie in Frage kommt.

Sehr häufig wechselt jedoch der Herzrhythmus während einer Reanimation auch mehrmals.

Metronom Reanimation

In unserer aktuellem EKG-/Defi-Einheit, also dem Lifepak 15, gibt es für die Reanimation ein Metronom, welches automatisch mit einer Frequenz von 100 pro Minute „klopft“.

Generell ist es so, dass bei der Reanimation die Herdruckmassage sehr wichtig ist. Dabei ist es häufig so, dass diese gerade von Laien nicht schnell und nicht tief genug durchgeführt wird. Bei der Tiefe gibt es noch nicht so viele Hilfsmittel, um dies zu verbessern, es sollten hier 5-6 cm Drucktiefe sein.

Die Frequenz kann jedoch durch einen hörbaren Impulsgeber deutlich verbessert werden. Dies ist bei Reanimationstrainings meistens der Song „Staying Alive“, da er eine Frequenz von 100 pro Minute hat. Während der Reanimation wird der Song jedoch nicht abgespielt. Bestenfalls denkt man sich dieses Lied im Kopf und hat somit ein Metronom im Gedächtnis.

Für uns im Rettungsdienst gibt es eben mittlerweile das eingebaute Metronom im Defi. Für Laienhelfer sind einige Apps vorhanden, die im Ernstfall helfen sollen, schnell genug zu drücken.

Ich selbst höre teilweise gar nicht auf das Metronom im Hintergrund, da ich an ganz andere Dinge denke und im Einsatz meist voll beschäftigt bin. Darüber hinaus verfalle ich persönlich eher darin, dass ich zu schnell werde.

 

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