rtw

Osterei


Zusammen mit einem sehr erfahrenen Kollegen und mittlerweile auch Notfallsanitäter bin ich an Ostern Nachts auf dem RTW unterwegs.
Bislang war die Schicht eher ruhig, doch wir haben recht viel Routineaufgaben erledigt und waren somit gut beschäftigt.
Mein Kollege lässt mich begleiten um Erfahrung zu sammeln.

Nach Mitternacht werden wir zu einer Ambulanzfahrt alarmiert. Es soll zu einem Patienten gehen, der wohl irgendwas am Ellbogen hat und bislang nicht zu einem Arzt gehen konnte. Die Leitstelle meint, dass wir uns dies mal ansehen sollen.
Auf der Anfahrt sind sich mein Kollege und ich bereits einig, dass der Patient ohne Papiere um diese Zeit wohl eine Kostenübernahme für den Transport unterschreiben müsste.

An der Einsatzstelle angekommen, öffnet uns nach dem Klingeln die Ehefrau des Patienten die Türe und begleitet uns in die Wohnung ins Wohnzimmer. Dort sitzt der ca. 30-jährige Patient auf dem Sofa. Er ist sichtlich entspannt und auch froh, dass sich jetzt endlich jemand um sein Problem kümmert. Er erzählt auf Nachfrage, dass er am linken Ellbogen seit ca. 2 Wochen eine sehr große Blase gehabt habe und diese sei nun innerhalb kürzester Zeit verschwunden und er mache sich daher Sorgen. Ich bin erst einmal sprachlos, weiß nicht, was ich sagen soll. Ich schaue mir den Arm an, keine Auffälligkeiten, keine neuen Bewegungseinschränkungen, nichts sichtbar. (mehr …)

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Hintergrundinformationen: Pseudokrupp


Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) ist eine Erkrankung der oberen Atemwege, bei der die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes/ Larynx unterhalb der Stimmbänder und die Trachea entzündet und angeschwollen ist.

Charakteristisch ist ein anfallartiger bellender, trockenere Husten (Krupphusten) sowie eine Heiserkeit. Beim Einatmen entsteht ein pfeifendes Geräusch (inspiratorischer Stridor).

Meist ist die Erkrankung zwar selbstlimitierend, doch in schweren Fällen kommt es durch die Verengung der Atemwege zu starker Atemnot, die für das Kind lebensbedrohlich werden kann. Hier kann es zu sehr angestrengter Atmung mit Einziehungen Einziehungen der Zwischenrippenräume (Intercostalraum) und der Drosselgrube (Fossa jugularis) kommen

Ist durch die Behinderung der Atemwege schließlich keine ausreichende Sauerstoffversorgung mehr gewährleistet, treten Tachykardie und eine Zyanose von Lippen und Fingernägeln hinzu. Der Übergang in ein solches lebensbedrohliches Krankheitsbild ist jederzeit möglich und nicht vorhersehbar.

Die Symptome treten häufig plötzlich mitten in der Nacht bei zuvor völlig gesunden Kindern auf. Das subjektive Gefühl der Luftnot führt oft zu Angst und Unruhe der Kinder, was die Symptomatik verstärken kann.

Hauptsächlich betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder zwischen dem 6. Monat und 5 Jahren, da hier der Kehlkopf noch sehr eng ist. Nur sehr selten sind Jugendliche und Erwachsene betroffen.

Gehäuft tritt das Krupp-Syndrom in der kalten Jahreszeit auf.

Pseudokrupp entwickelt sich meist als Folge einer Infektion mit Viren:

Typischerweise geht dem Pseudokrupp meist eine fieberhafte, virusbedingte Erkältung von mehrtägiger Dauer voraus.

  • überwiegend ParainfluenzaViren
  • zudem InfluenzaViren, Respiratory SyncytialViren (RS-Viren), Adenoviren, ECHO-Viren, RötelnViren, Masern-Viren
  • Der Infekt der Atemwege, die letztlich zum Pseudokrupp führt, ist ansteckend: Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion – die Ursachen sind also Husten, Niesen oder enger Kontakt mit Betroffenen. Da die Pseudokrupp-Erreger an der Luft höchstens wenige Stunden ansteckend sind, ist eine Übertragung durch Kleidung oder Spielzeug in der Regel auszuschließen.

Für das spasmodische Krupp-Syndrom werden neben Viren zusätzliche allergische Prozesse verantwortlich gemacht.

Seltener kann ein Krupp-Syndrom auch durch Bakterien (z.B. Pneumokokken) ausgelöst werden.

Externe Noxen (Zigarettenrauch, Luftverschmutzung, Hausstaub, Tierhaare) können Trigger für die Auslösung eines Krupp-Syndroms sein.

 

Quellen:

Lehrbuch für Notfallsanitäter, 1. Auflage, Cornelsen

http://flexikon.doccheck.com/de/krupp-syndrom

http://www.onmeda.de/krankheiten/pseudokrupp.html

Freitagsfüller


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1.  Der erste Schnee ist leider bereits wieder geschmolzen, war aber sehr schön.

2.  Was man zu den ganzen Weihnachtsfeiern issst, das ist eine gute Frage .

3.  Einen Adventskranz werden wir zuhause wieder selbst basteln und dekorieren.

4.  Plätzchenbacken habe ich auf meiner Liste.

5. Die Wahlen in den USA haben leider ein anderes Ende als gedacht gefunden.

6.  Ein leichter weißer, seidener Schal, am liebsten rund getragen, ist mein Lieblingsschal.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine kurze Nachtschicht auf dem RTW, morgen habe ich Aufräumen und Familienfeierlichkeiten geplant und Sonntag möchte ich mal wieder die Stimme des Notrufs sein und danach noch etwas Zeit mit der Familie verbringen!

Hintergrundinformationen: Bandscheibenprolpas/ Lumbalgie


Zu den bereits vor einiger Zeit veröffentlichten Einsatzbericht: Analgesie bei stärksten Rückenschmerzen kommen hier nun endlich die medizinischen Hintergrundinformationen:

Unter einem Bandscheibenvorfall versteht man die plötzlich oder langsam zunehmende Verlagerung, bzw. den Austritt von Gewebe des Galletkerns (Nucleus pulposus) der Bandscheibe, nach dorsal oder zu den Seiten. Dabei kann es zu einer Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln kommen.

Es gibt verschiedene Ursachen für einen Bandscheibenvorfall: genetische Schwächen, einseitige Belastungen oder eine Schwäche der Paravertebralenn (neben den Wirbeln gelegenen Muskulatur). Die ausschließlich unfall- oder verletzungsbedingte Schädigung der Bandscheibe ist bislang nicht als Ursache nachgewiesen.

Mögliche Ursachen für den rasanten Anstieg von Bandscheibenvorfällen in der heutigen Zeit sind Bewegungsmangel und Fehlhaltungen, vor allem bei Büroarbeiten sowie einseitiger Belastung, dazu kommt wohl ein höheres Risiko bei Übergewicht und Schwangerschaft.

Das durchschnittliche Alter der Erkrankten liegt bei ca. 40 Jahren. Am häufigsten betroffen sind die Wirbel lim Lendenwirbelbereich. Weniger häufig betroffen sind Halswirbel und nur sehr selten die Brustwirbel.

Pathophysiologie

Der Bandscheibenvorfall ist eine Form der degenerativen Wirbelsäulenerkrankung. Durch degenerative Veränderungen der Zwischenwirbelscheibe und anliegenden Strukturen (Diskose, Spondylose, Bandscheibenprotrusion) kommt es zu Einrissen des Anulus fibrosus. Dadurch wird ein Vorfallen des Gallertkerns (Nucleus pulposus) der Zwischenwirbelscheibe möglich.

Eine reine Vorwölbung der Zwischenwirbelscheibe bei sonst intaktem Anulus fibrosus wird als Bandscheibenprotrusion bezeichnet und kann einen Bandscheibenvorfall vortäuschen. Die Bandscheibenprotrusion ist jedoch im Gegensatz zum Bandscheibenprolaps voll rückbildungsfähig.

Typischerweise verursachen Bandscheibenvorfälle Rückenschmerzen (Lumbalgie) mit oder ohne Ausstrahlung in die Beine (Ischialgie) oder in die Arme (Brachialgie). Je nach Schwere dieses Wurzelreizsyndroms kann es dann auch zu einem Taubheitsgefühl oder zu einem Muskelausfall im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel kommen (Sensibilitätsstörungen und Lähmungen)

In Fällen, in denen so genannte „Red-flag-Symptome“ auftreten, besteht jedoch Handlungsbedarf.

Zu den Red-flag-Symptomen zählen:

  • Unfall (V.a. Wirbelfraktur)
  • Osteoporose und Bagatelltrauma
  • Tumoranamnese
  • Infektion
  • Gewichtsverlust, Fieber
  • Schmerzverstärkung in der Nacht
  • Progrediente Nervenausfälle
  • Nachlassende Schmerzen und Parese
  • KaudaSyndrom
  • Miktionsstörung (typischerweise Harnverhalt, Überlaufblase, ggf. Inkontinenz)

Ein Bandscheibenvorfall kann zu einem positiven LasègueZeichen und Kernig-Zeichen führen. In Extremfällen kann es zu einem Querschnittsyndrom mit Lähmungen kommen, dadurch können z.B. eine Stuhl- und Harninkontinenz sowie eine Reithosenanästhesie auftreten.

Quellen:
Lehrbuch für Notfallsanitäter, 1. Auflage, Cornelsen
http://flexikon.doccheck.com/de/Bandscheibenvorfall

Viel Lob und die Selbsteinschätzung


Ich bin ein Mensch der viel über manche Sachen nachdenkt und sich auch gerne mal dabei selbst kritisiert.
So bin ich auch im Rettungsdienst nicht immer mit mir selbst zufrieden und will immer besser werden. Das war auch ein Grund warum ich die Rettungsassistentenausbildung gemacht habe.

Auch von Kollegen nehme ich alles auf, was über mich gesagt wird.
Ich möchte dabei nicht nur die Ehrenamtliche sein, mein Ehrgeiz liegt darin so gut wie jeder Hauptamtliche zu sein.

Als RA-Jahrespraktikantin war es für mich auch wichtig, eine echte Einschätzung und auch manchmal Kritik zu bekommen.
Ich musste nach jeder Schicht bewertet werden, doch diese Bögen sind manchmal einfach nichts sagend. Ein Gespräch hilft hier schon viel weiter. Ich war hierbei echt froh um jeden Kollegen, der manche Dinge angesprochen hat und einen Verbesserungsvorschläge gegeben hat oder einfach auch mal einen Einsatz nachbesprochen wurde.

Mit dem Ende der Ausbildungszeit und dem Erhalt der Urkunde ist dies weggefallen. Nun treffe ich Entscheidungen selbstständig, bin manchmal als „alleinige“ Rettungsassistentin auf dem RTW eingesetzt und somit auch alleine verantwortlich. An diese Situation muss man sich auch erst einmal gewöhnen. Bei den meisten Einsätzen ist dies kein Problem, doch manchmal bin ich echt froh, wenn ich noch jemanden Erfahrenes dabei habe und diese Person für mich Entscheidungen trifft.

Die meisten Kollegen unterstützen mich hier sehr. Ich fahre sehr viel als Begleiterin auf dem RTW. Alle meinen, dass ich dies eben auch anstreben sollte.
Die Kollegen finden auch, dass ich vom Dienstplan her noch öfters als Verantwortliche eingesetzt werden sollte, denn nur so wird man selbstständiger und kann sich wiederfinden. (mehr …)

Lieblingseinsätze mit dem Lieblingsnotarzt


Es gibt Ärzte, die sieht man am besten gar nicht oder ganz selten. Ich habe hier einige Notärzte, mit denen man einfach nicht so richtig klar kommt oder die einfach keine gute Arbeit machen. Dahingegen gibt es andere mit denen man sich sehr gut versteht. Mit ihnen redet man auch privat des öfteren und die Zusammenarbeit ist super, man versteht sich einfach. Auch versorgen sie die Patienten gut und sind menschlich.

Ich selbst komme mit vielen Notärzten gut zurecht. Bei einigen muss man sich das Vertrauen echt erarbeiten und nach meinen mittlerweile über 5 Jahren im Rettungsdienst, bin ich auch recht bekannt. Hierbei nehmen mich die wenigsten Notärzte als „Ehrenamtliche“ wahr, da ich eben sehr oft da bin und daher bei Ihnen als ganz normale Mitarbeiterin zähle.

Vor mittlerweile 1 1/2 Jahren durfte ich einen neuen Notarzt kennenlernen. Er fuhr schon eine Weile bei uns in der Stadt, doch eben noch nie mit mir einen Einsatz.
Meine Kollegin und ich waren dabei als KTW-Besatzung auf einen RTW umgestiegen. Es ging zu einem Notarzteinsatz, bei dem wohl eine Bewusstlose Person vorgefunden wurde, also höchste Anspannung. Der zusätzliche Notarzt, nennen wir ihn Martin, wurde von uns an der Klinik mitgenommen und ich habe mich erst einmal brav vorgestellt. Auf den ersten Eindruck erschien er mir bereits sehr souverän und sympathisch.
Der Einsatz verlief damals vollkommen unspektakulär. Die Patientin hatte eine Gastroenteritis und war kollabiert gewesen. Der Notarzt hat beim Aufstehen der Patientin mitgeholfen, eine ausführliche Anamnese gemacht und mich auch einen Zugang legen lassen, was mir jedoch damals nicht gelang. Dennoch war dies kein Problem. Insgesamt war es ein sehr ruhiger Ablauf und auch die Patientin hat sich sehr gut aufgehoben gefühlt.

Mittlerweile kennt man sich echt gut. Er unterstützt mich dabei immer sicherer in manchen Dingen zu werden. Gibt aber auch klare Vorgaben.
(mehr …)