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Zurück ins Leben… Gedanken nach einer langen Reanimation


Im Sommer hatte ich eine Reanimation, die mir in Erinnerung geblieben ist. Sie war sehr anstrengend, vor allem lang, und hat mich einige Male nachdenken lassen.

Ich war zusammen mit einem langjährigen Rettungsassistenten auf dem RTW unterwegs und wir wurden an einem Sonntagnachmittag in eine Außengemeinde zur bewusstlosen Person alarmiert. Bereits auf der Anfahrt wurde uns durch die Leitstelle gesagt, dass es wohl eine Reanimation ist.

Am Einsatzort haben wir einen etwas älteren Herrn leblos und zyanotisch im Beisein seines Bruders vorgefunden. Er war im Haus einfach so umgefallen, hatte diverse Vorerkrankungen.

Ich war sehr froh meinen Kollegen dabei zu haben, denn er ist meiner Meinung nach, der beste Rettungsassistent auf der ganzen Wache. Wir haben angefangen zu reanimieren, es lief im Team sehr gut. Ich war zwar innerlich ziemlich nervös und aufgebracht, doch nach außen hin funktionierte alles. Unser Patient hatte ein Kammerflimmern. Nach Aufkleben der Defi-Elektroden drückte ich kontinuierlich, während mein Kollege sich um die Atemwegssicherung kümmerte. Bis zum Eintreffen des Notarztes hatten wir bereits zwei Schocks abgegeben, dazu einen Larynxtubus gelegt und auch einen venösen Zugang hatte unser Patient bereits. Wir versuchten dabei jedoch die Herzdruckmassage nur möglichst kurz zu unterbrechen.

Der Notarzt war sich am Anfang recht unsicher, versuchte aber während der Reanimation alles für den Patienten. Wir reanimierten sehr fleißig, gaben immer wieder Schocks ab. Dies alles im Beisein des Bruders, der alles beobachtete. Die Reanimation lief in der Wohnung bereits sehr lange. Das Kammerflimmern blieb jedoch, wurde aber immer gröber. Wir taten für den Patienten alles, er bekam zahlreiche Medikamente, wurde endobronchial intubiert, es wurde nach reversiblen Ursachen für die Reanimationssituation gesucht, doch der Zustand wurde nicht wirklich besser. (mehr …)

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