Kinder

Adventskalender Nr. 4: Kindernotfall


Am Ende einer Schicht mit einer sehr netten und fachlich kompetenten Kollegin geht es für uns von der Klinik aus noch einmal zu einem Einsatz. Gemeldet ist ein Kindernotfall mit Z.n. Sturz, jetzt Übelkeit, Erbrechen, Kind apathisch. Wir fahren mit Sonderrechten einmal quer durch die Stadt.

Auf der Anfahrt sind wir noch recht entspannt. Meine Kollegin fährt und ich darf begleiten, es ist bereits der 8. Einsatz in dieser Schicht. Wir denken, dass es sich beim Kind wohl einfach um eine Gehirnerschütterung handeln wird.

Am Einsatzort warten bereits mehrere Einweiser auf uns. Alle sind sehr hektisch und aufgebracht. Wir folgen ihnen. In der Wohnung kommt uns die Mutter mit ihrer Tochter auf dem Arm liegend entgegen. Das Kind liegt sehr regungslos auf dem Arm, ist fast 4 Jahre alt und hat die Augen offen. Es schreit nicht und macht auch sonst wenig, es liegt einfach nur da. Auf Nachfrage bei der Mutter erfahren, wir, dass die kleine Maus wohl vom erhöhten Bett gefallen ist, sie war zunächst noch wach und unauffällig, dann hat sie erbrochen und jetzt sei sie nur noch so schläfrig. (mehr …)

Augenblick (3)


Manchmal reicht es, wenn man den Funk in einer Rettungsdienstschicht mithört. so ging es meinen Kollegen und mir auch in der letzten Nachtschicht auf dem Rettungswagen.

Man bekommt mit, wie Kollegen zu einem Kindernotfall alarmiert werden. Bereits auf der Anfahrt wird mitgeteilt, dass das Kind einen Atemstillstand hat, ein Notarzt wird nachalarmiert.

Zusammen mit meinen Kollegen ist uns klar, dass wir jetzt nicht mit der anderen Besatzung tauschen möchten. Was die Kollegen erwartet, können wir nur erahnen: eine Kinderreanimation.

Man hört in den nächsten Stunden der Schicht weitere Details: die Polizei wird nachbestellt, ein weiterer RTW für die Angehörigen, die Kinderklinik abgeklärt, eine Fahrt unter Reanimationsbedingungen ins Krankenhaus, eine nicht mehr einsatzklare Besatzung, ein Notfallseelsorgerteam und vieles weiteres.

Auch wenn wir bei diesen Einsatz nur stille Mithörer waren, so geht einem eine Kinderreanimation immer sehr nahe, auch bei Kollegen. Leider hatten wir im Rettungsdienstbereich davon in letzter Zeit zu viele, leider alle erfolglos.

Ich hoffe, dass ich nie in die Situation kommen werde. Doch wenn ja, dann will man einfach nur ganz schnell vergessen und kann es doch nicht.