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Ein Hubschrauber pünktlich vor dem Mittagessen


Ich war zusammen mit einigen Helfern meiner Hilfsorganisation bei einem sehr großen Sanitätsdienst bei unserer „Paten-Bereitschaft“ unterwegs. Es handelt sich dabei um eine große Freiluft-Sportveranstaltung über 3 Tage mit 1500 Teilnehmern im Alter von 8-18 Jahren. Das heißt natürlich für alle Sanitäter eine Menge Arbeit, da von der kleinsten Abschürfung und Blasen an den Füßen über Prellungen, große Blutergüsse, Bänderrissen bis hin zu Luxationen und Knochenbrüchen und dem Schädel-Hirn-Trauma alles dabei ist.

So beginnt der Aufbau für unsere Kollegen vor Ort bereits Freitagvormittag, wohingegen wir erst am Nachmittag anreisen und unser Nachtlager in den Räumen unserer Patenbereitschaft aufbauen. Danach gehts es auch für uns abends an den ersten Dienst, denn dann findet ein kleineres Kennenlern-Turnier statt. Das große Turnier ist dann Samstag und Sonntag, an denen immer jeweils ca. 15-20 Sanitätern im Einsatz sind. Der Einsatztag dauert dabei regelmäßig von 8 Uhr  bis Mitternacht und manchmal auch darüber hinaus, da einige Kameraden dort übernachten und immer ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Am Sonntag endet alles gegen 17 Uhr mit dem Abbau.

Dabei wird auch des öfteren einmal ein Transport in ein Krankenhaus nötig. Meistens ist es zur Abklärung einer Fraktur oder eines Bänderrisses. Manchmal fahren die Betreuer der Kinder und Jugendlichen diese selbst in die Klinik, da es nicht so akut ist, dass ein Rettungsmittel benötigt wird. Doch in der Regel sind die Betreuer nicht abkömmlich oder es soll doch etwas zügiger gehen und dann wird eben ein Krankenwagen zum Transport bestellt.

So wurden am Samstag bereits 3 mal Krankenwägen benötigt, um einen Bänderriss, eine Fraktur und einen Achillessehenriss im Krankenhaus abklären zu lassen. Zum Glück stellte sich dabei im Nachhinein alles als nicht eingetroffen ein, doch dies weiß man eben von außen betrachtet nicht.

Am Samstag Nachmittag kam es jedoch dann erstmals zu einem dringlicheren Notfall, nämlich einer Schulterluxation. Bei einem 14-jährigen Mädchen war es während des Turniers spontan zu einer Ausrenkung der Schulter gekommen.  Diese musste nun also im Krankenhaus reponiert werden und so bedarf es zum Transport eines Rettungsmittel, im vorliegenden Fall kam ein Rettungswagens, jedoch ohne Notarzt, da die junge Patientin keine großen Schmerzen hatte.

Am späteren Nachmitag kam es schließlich aufgrund unglücklicher Umstände mit einem Betreuer noch zu einem Notarzteinsatz, denn ein pubertierendes Mädchens steigerte sich so in ihre Verletzung und dem Streit mit ihrem Trainer hinein, dass sie massiv hyperventilierte. So konnte ihre Atmung nicht mehr normalisiert werden und es kam zu der klassischen Pfötchenstellung, die typisch bei einer Hyperventilationstetanie ist. Sie atmete ununterbrochen sehr schnell und daher musste der alarmierte Notarzt Medikamente zur Beruhigung spritzen, um sie danach noch zur Beobachtung und Abklärung ihrer Beinverletzung in eine Kinderklinik zu bringen.

Danach scherzten wir noch etwas und meinten nun hätten wir uns bis Samstag Abend bereits von einigen Krankentransporten über einen Notfalleinsatz bis hin zum Notarzteinsatz gesteigert, es würde nur noch ein Einsatz mit dem Rettungshubschrauber fehlen. Da wir jedoch am Sonntag möglichst alle zusammen Mittag Essen wollten, sollte dieser doch bereits vormittags stattfinden.
Das ganze war natürlich scherzhaft gemeint und keiner glaubte daran, dass dies am Sonntag wahr werden würde.

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Erstversorgung mit dem KTW


Seit langer Zeit einmal wieder auf dem Krankenwagen an einem Samstag unterwegs, war ich diesmal als Begleiterin zusammen mit einem Bundesfreiwilligendienstler. Zu Beginn der Schicht hatten wir unser Auto gecheckt und warteten jetzt, was der lange Tag so bringen würde.

Doch schon bald sollte mein Melder piepsen und uns zu einer Einweisung in die Klinik alarmieren. So fuhr mein Kollge den Krankenwagen heraus und ich meldete mich am Funk. Doch nun hatte die Leitstelle einen Notfall herein bekommen und die Rettungswagen bei uns in der Stadt waren bereits alle bei anderen Einsätzen verplant. So sollten wir eigentlich auf einen Ersatz-RTW umsteigen (wie dies abläuft habe ich ja bereits berichtet), doch dies war nicht möglich, da mein Kollege keinen Führerschein für den RTW besitzt bzw. nicht Begleiten darf, da er kein Rettungssanitäter ist.
Somit disponierte die Leitstelle um und wir sollten zu dem Einsatz, ein Sturz durch eine Glasscheibe bei einem Macumar-Patienten mit dem KTW zur Erstversorgung fahren. Der Notarzt und ein Rettungswagen aus einer anderen Stadt wurden ebenfalls alarmiert.

Zügig ging es nun also mit Sonderrechten zum Einsatzort, einer recht nahe gelegenen Wohnung in einem Mietshaus, wo wir bereits von der Ehefrau und einer Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes erwartet wurden. Mit unseren kleinen Notfallkoffer kamen wir also beim Patienten im 4. Stock an und quetschen uns erst einmal in die Küche, wo der ca. 75 Jahre alte Mann an der kaputten Tür lag. Zunächst einmal war sehr viel Blut am Hinterkopf erkennbar, worauf er gefallen war. Zusammen mit meinen Kollegen richteten wir den Patienten, der wach und ansprechbar war, gleich einmal auf, um die Wunde näher begutachten zu können. Diese war eigentlich recht klein (ca. 2×4 cm), doch sie blutete durch die Blutverdünnungsmedikamente eben recht stark. Danach bedeckten wir die Wunde zunächst nur mit Kompressen und ich versuchte etwas Druck auf die Blutung auszuüben, um sie zu stoppen. Während wir auf den Notarzt warteten haben mein Kollege den Patienten noch von seiner Strickjacke mit Scherben befreit und Blutdruck gemessen als auch schon einmal eine Infusion vorbereitet. Natürlich redeten wir mit dem älteren Herren und fragten ihn nach dem Unfallhergang als auch nach weiteren Dingen wie Vorerkrankungen oder Medikamenten.

Jetzt traf auch der selbstfahrende Notarzt ein, der sich die Wunde zunächst anschaute. Danach konnte ich einen leichten Druckverband auf die Blutung machen. Da unser NA den Patienten aus der Küche mit den herumliegenden Scherben heraus haben wollte,  untersützten wir den Mann, welcher jetzt auch über Schmerzen im Knie und Brustbereich klagte, beim Gehen in ein anderes Zimmer.  Im Wohnzimmer setzten wir den Patienten schließlich aufs Sofa, wo der Notarzt einen Zugang legte und wir weitere kleinere Abschürfungen mit Verbänden versorgen konnten. Mittlerweile waren auch alle Verbandsmaterialien in unseren doch sehr kleinen Notfallkoffer aus dem KTW verbraucht. Des weiteren habe ich noch einmal Blutdruck gemessen, welcher immer noch hoch war, da unser Patient bekannter Bluthochdruckpatient ist und an diesem Morgen seine Medikamente noch nicht eingemommen hatte.

Jetzt konnten wir als Krankenwagen mit unser Ausstattung nicht mehr viel machen, da der Notarzt eben nicht durch uns, sondern mit dem Rettungswagen transportieren wollte. Immer wenn ich sagte, dass wir dies oder das, wie z.B. Blutzuckermessgerät, nicht dabei haben, dann meinte der Notarzt:  “ Was würde ich nur ohne euch machen, gut dass ihr da seid!“

Da fragt man sich dann doch als Besatzung des KTWs, was wäre, wenn der Notarzt wirklich als erstes eintrifft und natürlich aus seinem Fahrzeug nicht den Notfallrucksack und EKG oder Beatmungseinheit mitnimmt. In einem solchen Fall wäre er nämlich dann ganz schön aufgeschmissen, aber in diesem Fall waren wir ja da und der NA nicht ganz so hilflos.

Der Notarzt gab der Leitstelle kurz eine Lage und nach kurzer Wartezeit traf auch der Rettungswagen ein. Zusammen mit uns setze die RTW-Besatzung  den Herren in den Transportstuhl und transportierten ihn die Treppen bis zum Aufzug herunter.  Unten lagerten wir ihn auf die Trage um und dann übernahm die RTW-Besatzung komplett und unsere Aufgabe der Erstversorgung war gemeistert. Für meinen jungen Fahrer war es jedenfalls ein guter Einsatz, um sein gelerntes Wissen endlich einmal in der Praxis umzusetzen und dies hat er gut gemacht.

Stell dir vor du drückst und alle drücken sich…


Dieser Spruch stammt aus einer Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes Bayern und soll Menschen dazu bewegen in die Feuerwehr einzutreten und aktiv mitzumachen. Doch leider trifft dieser Satz auch in manchen Situationen auf meine Feuerwehr zu.

Vor kurzem war es so, dass nach einem Großbrand und einem daraus resultierenden sehr langem Einsatz in der Nacht darauf ein Brandmeldeanlagen-Alarm im Klinikum gewesen ist. Dabei weckte mich der Piepser so gegen 1.45 Uhr in der Nacht aus meinen noch sehr kurzem Schlaf. Als erstes dachte ich auch, och nee, nicht jetzt und hatte wenig Lust auf einen solchen BMA-Alarm. Aber trotz wunder Füße quälte ich mich aus dem Bett und fuhr zügig zum Feuerwehrhaus. Dort war ich eine der ersten und auch wenigen, die zu diesem Einsatz kamen. So fuhren wir mit dem Löschgruppenfahrzeug nur mit einer Besatzung von 5 Personen, d.h. wir hatten einen Maschinisten, ein Feuerwehrmann und ich als Angriffstrupp mit Atemschutz und noch 2 weitere Kameraden. Einen wirklichen Gruppenführer hatten wir nicht dabei. Vor uns war noch unser Kommandant mit dem Kommandowagen gefahren.

Am Einsatzort erkundeten wir als Angriffstrupp zusammen mit unseren Kommandanten als Einsatzleiter recht schnell, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Somit konnten wir zügig wieder abrücken und die Anlage wurde wieder auf Ruhemodus zurückgestellt.

Zurück im Gerätehaus von diesem Einsatz haben wir uns alle noch kurz im „Stüberl“ zusammengesetzt um etwas zu Trinken. Dabei kam sofort zur Sprache, dass es traurig ist, wenn so wenig Personal auf einem Einsatz kommt. Natürlich war am Tag zuvor dieser Großeinsatz gewesen und wir waren alle noch sehr geschafft davon. Auch wenn ein BMA-Alarm meist ein Fehlalarm ist, so muss man eben auch zu diesem in geeigneter Personalstärke fahren, denn man weiß nie, was uns als Feuerwehrler dort erwartet.

So war unser Kommandant ganz klar enttäuscht, dass so wenig Personal zum Einsatz gekommen war. Für uns Anwesende war es eben unser Pflichtbewusstsein, dass uns auch bei einem solchen Einsatz mitten in der Nacht aufstehen lies und so sah dies auch unser Chef. Leider ist es eben für viele andere Feuerwehrmänner und -frauen eher so, dass man sich in einer größeren Feuerwehr aussucht, zu welchen Einsatz man kommt und zu welchen nicht, doch wenn sich dies jeder denkt, dann kommt eben vielleicht irgendwann einmal wirklich keiner!

Umsteigen und ein nicht erfolgreicher Einsatz


Bei uns ist es auf der Rettungswache so, dass wenn alle Rettungswagen im Einsatz sind, dann eine Krankenwagen-Besatzung auf einen Ersatz-Rettungswagen umsteigt. D. h. man fährt eben mit dem Rettungswagen einen Notfall, auch wenn man nicht unbedingt die volle Besatzungsausbildugn besitzt.

Vor einiger Zeit war es dann so, dass eine junge Rettungssanitäterkollegin und ich (zu der Zeit noch Rettungsdiensthelferin) zusammen als Krankenwagen-Besatzung an der Klinik standen und alle Rettungswagen unterwegs waren, auch die im Umkreis gelegene Wache war nicht besetzt. So bekamen wir von der Leitstelle den Auftrag schnellstmöglich zur Wache zu fahren und dort auf einen Rettungswagen umzusteigen um danach einen Notarzteinsatz zu fahren. Dabei sollte der Notarzt ebenfalls von weiter weg kommen. Gemeldet wurde uns ein Patient mit akuter Atemnot in ein Pflegeheim, was vieles bedeuten kann.

Also ging es zügig mit Sonderrechten zur Wache um dort das Auto zu wechseln. Den Krankenwagen abgestellt und auf den alten Ersatz-RTW gewechselt, fuhren wir nun ebenfalls mit Blaulicht und Martinshorn zu dem Einsatz in einem Altenheim. Meine Kollegin und ich waren schon beide etwas nervös, da wir nicht wussten, wie es dem Patienten geht und es eben für uns nicht alltäglich ist, dass wir „allein“, also ohne Rettungsassistenten einen solchen Notfalleinsatz abarbeiten müssen. Des weiteren war auch nicht klar, wer als Notarzt kommt und wie lange er bis zum Einsatzort brauchen würde.

Am Altenheim angekommen schnappten wir uns unser gesamtes Equipment und gingen hinein, wo wir bereits von einer Pflegkraft empfangen wurden und zum  ca. 85 jähreigen Patient gebracht wurden. Er lag mit zunehmender Atemnot im Bett. Wir setzten ihn erst einmal auf und gaben Sauerstoff. Danach haben wir die Vitalwerte, also Puls und Blutdruck ermittelt, welche beide sehr niedrig waren. Zu diesem Zeitpunkt traf dann auch der Notarzt und sein Fahrer, ein Rettungsassistent ein. Es wurde rasch ein EKG angelegt, welches uns teilweise Rhytmusstörungen des Herzens zeigte und eben die sehr niedriege Herzfrquenz von unter 40 Schlägen in der Minute.

So wurde beschlossen, einen venösen Zugang zu legen und Adrenalin zu geben. Daraufhin verbesserte sich der Zustand etwas, sodass der Notarzt beschloss sehr zügig in die nahe gelegene Klinik zu fahren. Der Patient wurde also auf die Trage umgelagert und ich fuhr mit Sondersignal in das Krankenhaus, wo wir bereits vond er Leitstelle vorangemeldet waren.

Im Krankenhaus übergaben wir den Patienten und machten den RTW wieder einsatzklar. Nach einem kurzem Plausch mit dem Rettungsassisten, der uns unterstützt hatte, und wir ihn erklärten, dass wir eben eigentlich nur eine „Notbesetzung“ sind, ging meine Kollegin noch einmal kurz in die Notaufnahme. Dort sah sie die laufende Reanimation unseres Patienten, auch ich musste noch etwas holen und erblickte den leblosen Patienten.

Wir hatten als „umgestiegene Besatzung“ alles getan, was wir konnten und auch der Notarzt hatte seine Arbeit gut gemacht. Der Patient wurde durch uns lebend und mit halbwegs stabilen Vitalwerten in die Klinik gebracht, doch dies hatte alles nichts genützt, der Mann verstarb dort.

Insgesamt ist man nach so einem Einsatz nie zufrieden, denn wir wollen Helfen, doch manchmal geht dies eben nicht. Meine Kollegin und ich haben an diesem Tag noch öfters nachgedacht, ob wir etwas hätten ändern können, auch ob eine Beatzung mit Rettungsassistent etwas anderes getan hätte. Allerdings sind wir auch zu dem Entschluss gekommen, dass niemand den Tod hätte verhindern können und ein solches Herzversagen manchmal einfach nicht mehr aufzuhalten ist, immerhin haben wir den Patienten lebend in die Klinik gebracht.

Rückblick: Das erste mal als Fahrerin mit Sondersignal


Ziemlich am Ende einer meiner ersten KTW-Schichten als Fahrerin hörten wir auf der Rückfahrt zur Wache eine Alarmierung über einen Verkehrsunfall PKW gegen Radfahrer, der jedoch nicht direkt auf unserer Fahrtstrecke lag, also nichts, damit wir zu einer Erstversorgung fahren sollten. Mein Begleiter ist dabei ein junger Rettungsassistent, mit dem ich mich schon immer gut verstehe, so will er auch, dass ich möglichst viel Erfahrung sammeln kann. Doch am Ende dieser 12 Stunden Schicht sind wir beide schon recht müde und hören etwas Radio.

Auf einmal spricht uns die Leitstelle an, sie hätten einen Notfalleinsatz für uns, also fuhr ich langsam am Straßenrand der Straße, und mein Kollege notierte die Daten. Es sollte doch tatsächlich zu diesem Verkehrsunfall gehen. Ich war schon etwas aufgeregt, denn dies bedeutete jetzt, dass ich Blaulicht und Martinshorn einschaltete und mit den Sondersignalen zum Einsatzort fahren würde. Also beide knöpfe betätigt und los ging die Fahrt. Mein Begleiter wusste ebenfalls, dass dies meine erste „eigene“ Fahrt mit Sondersignal war und unterstütze mich beim Schauen und Aufpassen auf den Verkehr.

Zügig kamen wir Richtung Einsatzort, doch in der Ortschaft mussten wir noch kurz den Einsatzort suchen, was aber recht schnell ging, da der Notarzt und ein Rettungswagen bereits vor Ort waren.

Wir nahmen deshalb nichts von unseren Auto mit, da der Rettungswagen viel mehr Equipment dabei hatte wie wir als Krankenwagen. Doch auf der Straße, wo es mittlerweile regnete war niemand, sondern wir wurden in ein Haus gebeten, direkt ins Wohnzimmer, wo wir bereits einen Menschentraubel vorfanden. Hier waren 2 Helfer vor Ort, 2 Mann Rettungswagenbesatzung, Notarzt und sein Fahrer sowie 2 Ersthelfer und nun auch noch wir zu finden. Dabei musste man erst einmal die 2 Patienten „suchen“.  So viele Menschen in diesem kleinen Wohnzimmer und dazu noch die medizinischen Dinge und die Trage, das war ein wenig zu viel.

Doch was war passiert? Ein Verkehrsunfall im Wohnzimmer wohl eher nicht! Nein, die Ersthelfer beobachteten den Unfall auf der Straße und da es zu regnen began, nahm man eben die Patienten mit in die „gute Stube“ um auf den Rettungsdienst zu warten.

Nachdem wir uns mit der Rettungswagenbesatzung und vorallem dem Notarzt abgesprochen hatten, war nun auch klar, was passiert war und welchen Patienten wir wohin mitnehmen sollten. Dabei konnte unser Patient noch laufen, er hatte augenscheinlich nur einen Schock und eine Verletzung am Arm. So brachten wir ihn zu unseren Krankenwagen und nach Messung der Vitalparameter, also Puls und Blutdruck, ging es rasch in die Klinik, wo auch der Rettungswagen mit Notarzt hinfuhr. Dort bekamen wir nach der Übergabe an die Klinik auch den Transportschein vom Notarzt unterschrieben, sodass meine erste Blaulichtfahrt als Fahrerin auch gleich ein Notarzteinsatz war.

Ich denke gerne an diesem Einsatz zurück, denn es war nicht nur meine erste eigene Sondersignalfahrt, sondern auch der „Verkehrsunfall im Wohnzimmer“ mit so vielen Menschen war etwas ganz Besonderes. Auch fährt man mit dem KTW nicht so oft einen Notarzteinsatz, doch mit diesem Kollegen immer wieder gerne, doch das ist eine andere Geschichte.

Rückblick: Erste Fahrt als Begleiterin


So kurz nach dem Rettungssanitäter-Abschluss hieß es nun die erste KTW-Schicht als Begleiterin zu fahren.

Wie immer Samstags mit einem Hauptamtlichen Kollegen, der mich fragte, ob ich begleiten wolle. Natürlich will ich, wenn ich es jetzt schon endlich darf!

Das kurz geklärt, hieß es Auto checken, also nicht wie sonst immer auf dem Fahrersitz platznehmen, sondern auf dem Beifahrersitz, schon etwas anders. Auch wird als Beifahrer nicht das Fahrzeug kontrolliert, sondern die medizinsiche Ausstattung, also hinten rein und Sauerstoff, Inhalation, Trage, und Kleinkram kontrolliert. Lieber mal noch kurzen Blick auf die Checkliste geworfen, damit nichts vergessen wird und schon gehts  nach der Unterschrift auf der Liste bei Begleiter wieder in die warme Wache, warten auf den ersten Einsatz des Tages.

Oben sitzen noch die RTW-Besatzungen rum, die auch entspannt warten. genauso wie wir auch. Doch schon bald rücken beide Besatzungen aus und mir kommt schon langsam der Gedanke, dass wir als KTW-Besatzung ja auch auf den Ersatz-Rettungswagen umsteigen könnten und einen Notfall fahren. Da wir beide Rettungssanitäter sind, würde ich wahrscheinlich auch dann Begleiter und somit Chef sein. Mir kommt schon langsam der Gedanke, ob ich das wirklich will?!

Naja und wie es so ist, klingelt auch schon das Leitstellen-Telefon, der Kollege geht ran und wir bekommen von dem Leitstellenmitarbeiter den Auftrag, dass wir einen Notarzteinsatz auf dem Ersatz-RTW fahren müssen. Mein Herz geht jetzt schneller, eigentlich fahre ich ja öfters Rettungswagen, doch eben als Farhrer und nicht als Begleiter. Also rein in die Jacke und runter in die RTW-Garage, Tür öffnen und reinsetzen, Kollege kommt, schnell nochmal nachfragen, ob ich wirklich begleiten soll, kurzes nicken und schon gehts los.

Also Auto wird gestartet und ich drücke die 9 (das bedeutet,dass wir einen dringenden Sprechwunsch haben), die Leitstelle gibt uns den Einsatzauftrag: Amputationsverletzung an der Hand, Arbeitsunfall, Notarzeinsatz, Firma YXZ, also wiederholen und schnell noch das Tor schließen und los geht die Sonderrechtsfahrt mit Blaulicht und Martinshorn.

Es ist schon entspannter, wenn man nicht selbst fahren muss, sondern sich gedanklich auf den Einsatz vorbereiten, doch mir gehen tausend Gedanken durch den Kopf. Naja aber eines wird mir noch klar, Handschuhe anziehen und schon sind wir am Einsatzort. Dort werden wir schon erwatet, also schnell Koffer und EKG mitnehmen und es geht durch die Firma in ein „Labor“, wo der Patient auf uns wartet. Sitzend und mit verbundener Wunde, welch ein Glück, denke ich, denn ich mag chirurgische Notfälle, doch es ist eben was besonderes.

Auch mein Kollege merkt meine Unsicherheit und hilft mir wo es geht. Der Notarzt fährt selbst und ist schon bald da, mein Teampartner geht die Trage holen, der NA fragt noch einiges zum Geschehen, während ich Puls und Blutdruck messe. Schon ist der Kollege wieder da und der NA will alles weitere im Auto machen, also Patient auf die Trage legen lassen und ab in unseren veralteten Ersatz-RTW. Im Rettungswagen angekommen, legt der NA einen Zugang und will die Wunde sehen (2 Finger sind seitlich in eine Maschine geraten, aber nur lediert, nicht amputiert, also halb so schlimm).  Nachdem alles wieder verbunden ist, fahren wir also in die Klinik. Der NA fährt selbst mit dem NEF, also bin ich auf der Fahrt alleine hinten mit dem Patienten. Ich war lange genug als Dritte auf dem RTW hinten dabei, sodass dies jetzt keine Probleme darstellt, etwas Smaltalk mit dem Patienten, um auch immer wieder Bewusstsein und Schmerzen zu kontrollieren und schon bald sind wir am Krankenhaus. Protokoll muss ich keines Schreiben, da der NA dies macht, also etwas bleibt mir erspart. Dort übergibt der NA den Patienten und schon ist meine erste Fahrt als Begleiterin vorbei!

Ich bekomme noch ein kleines Lob von meinen Kollegen und auch die anderen RTW-Besatzungen bekommen dies an der Klinik mit. Wieder einmal etwas zum ersten mal gemacht, heißt natürlich auch, es muss mal wieder einen Kuchen für die Kollegen geben, was aber gerne gemacht wird 😉

Damit ist meine erste Fahrt als Begleiterin auch schon vorbei. Somit war es nicht die erste KTW-Fahrt, sondern gleich auf dem RTW bei einem Notarzt-Einsatz.

Meine ersten Fahrten als Begleiterin auf dem KTW waren dann übrigens 2 Katheter-Fahrten, also Menschen aus dem Altenheim, die einen neuen Dauerkatheter benötigen ins Krankenhaus fahren und eine Dialysefahrt. Danach war die doch recht kurze und vor allem kurzweilige Schicht auch schon beendet.