ruhe

Türchen Nr. 6: wie verhält man sich als Autofahrer wenn der Notarzt mit Blaulicht hinter einem fährt


Es ist für fast jeden Autofahrer oder auch anderen Verkehrteilnehmner zunächst eine Stressitutation, wenn er Martinshorn und Blaulicht sieht bzw. hört.  Doch es ist sehr wichtig, auf diese Situation richtig zu reagieren, um den Einsatzkräften möglichst schnell und unkompliziert freie Fahrt zu verschaffen.

Leider erlebt man als Fahrerin von Einsatzfahrzeugen immer wieder sehr gefährliche Reaktionen, die einfach unberechenbar sind. So wird für mich die Anfahrt sehr oft zumreinen Stopp-an-Go: Gasgeben, Bremsen, Gas geben, Vollbremsung usw. Dies ist für uns Retter nicht einfach und so sind wir froh um jeden Verkehrsteilnehmer, der mit Vernunft und Ruhe reagiert und uns Platz macht (ohne sich selbst zu gefährden).

Hier nun ein einige ganz einfach Tipps bzw. Verhaltensregeln:

  • Keine Panik bei Blaulicht und Martinshorn – bewahren sie Ruhe! (mehr …)
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Als Ersthelfer unterwegs


Bei meinen Blogger-Kollegen Paul von alltagimrettungsdienst gibt es seit einiger Zeit eine tolle Serie zum Thema Erste-Hilfe Geschichten. Heute möchte ich euch ebenfalls eine Story aus meinem Alltag erzählen:

Vor kurzem war ich morgens auf der Autobahn beruflich zu einem Seminar unterwegs. Noch recht müde und ziemlich spät dran, musste ich plötzlich bremsen, da alle Fahrzeuge vor mir ebenfalls bremsen mussten. Ich war auf der linken von drei Spuren unterwegs. Bereits nach Sekunden sah ich vor mir einen Verkehrsunfall. Einige Fahrzeuge vor mir zogen auf die noch freie rechte Fahrspur herüber. Ich fuhr daraufhin bis zur Unfallstelle vor, machte meine Warnblinkanlage an und zog mir schnell die Warnweste über.

Beim Aussteigen machte ich mir bereits einige Gedanken. ob wohl jemand verletzt oder eingeklemmt ist? Wurde der Notruf bereits abgesetzt? Wie viele Fahrzeuge sind überhaupt beteiligt? Brauchen wir Feuerwehr?

Diese Fragen stellen sich mir natürlich auch deshalb, weil ich oft auf der anderen Seite arbeite und daher immer möglichst viele Informationen sammeln möchte. Insgesamt war ich zwar etwas nervös, doch dies lies ich mir nicht anmerken.

Auf der Autobahn sah ich zunächst an der Mittelleitplanken einen Kleinwagen mit kaputten Scheiben hinten sowie viel Blechschaden stehen. Die Fahrerin stand aufgeregt neben ihrem Auto. Ich sprach sie kurz an und sie meinte, dass sie nicht verletzt sei. Auf den ersten Blick hatte sie aber mindestens einen Unfallschock erlitten. (mehr …)

Die kleinen Dinge des Lebens


Im Moment ist es auf meinen Blog etwas ruhiger. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen bin ich gerade sehr mit meinem Studium beschäftigt, denn ich schreibe in wenigen Wochen meine Examensklausuren. Die kostest in der unmittelbaren Vorbereitungsphase viel Kraft und vorallem Zeit.

Zum anderen ist es Sommer und da ist man natürlich gerne draußen und genießt das Wetter. Daher gibt es auch weniger Artikel. Dies wird sich sicherlich in nächster Zeit wieder ändern, denn zu berichten gibt es mehr als genug.

Gestern durfte ich einmal einen kleinen Ausflug mit unseren Feuerwehrboot machen. Als Feuerwehrfrau muss man ja auch einmal die Vorzüge genießen. Zur Abwechslung war dies ein super schöner Abend, der mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.Ich kann nur sagen, ein großes Dankeschön an den Bootsführer.

2013-07-31 19.01.28 blog

In einer Nacht quer durch das Leitstellengebiet…


Für mich recht ungewöhnlich war ich Sonntag Nacht auf dem RTW als Fahrerin unterwegs. In einer solchen Nacht, kann man entweder totale Ruhe oder aber viel unterwegs sein. Die Kollegen hatten bereits die ganze Woche über sehr viele Einsätze gefahren und so stellte ich mich eher auf Ruhe ein, da es ja irgendwann wieder einmal anders werden muss.

Mein Kollege, ein erfahrener Rettungsassistent, der nie um einen blöden Spruch verlegen ist, und ich checkten also zu Beginn der Schicht nach der Übergabe den RTW, um danach zum gemütlichen Teil überzugehen. Es gab nämlich von einem anderen Kollegen ein super leckeres Erdbeertiramisu, welches natürlich von der anderen RTW-Besatzung und uns vernascht wurde.

Danach ging zum ersten Mal unser Melder, es sollte zur Gebietsabsicherung gehen, doch bereits an der 2. Ampel durften wir wieder umkehren. Somit war also nochmals Zeit zum Plausch mit den Kollegen.

Bald wurden wir allerdings wieder alarmiert: diesmal schickte uns die Leitstelle auf eine Außenwache, ebenfalls zur Gebietsabsicherung, da die dortigen Kollegen weiter weg fuhren. Somit ging die Fahrt zur nächsten Wache, wo wir uns es auch auf dem Sofa gemütlich machten und mit dem dortigen Notarzt-Fahrer quatschen konnten. Nach etwas einer Stunde durften wir den Heimweg wieder antreten.

Auf der Wache unterhielten wir uns noch etwas, um recht bald schalfen zu gehen. Leider war dieser Plan nicht der, den die Leitstelle für uns hatte. Es klingelte nämlich das Telefon, was meistens bedeutet, dass wir einen Hausnotruf fahren.  Hier war es ein 24-Stunden Alarm, d.h. die Teilnehmerin am Hausnotruf hatte innerhalb des letzten Tages den Knopf zur Zurückstellung nicht betätigt. Nach Suchen der richtigen Schlüssel aus dem Kasten, ging es mit den Wohnungsschlüsseln in einen Außenort, wo wir dank Navi recht schnell an der Adresse ankamen. Der RA klingelte und sperrte die Haustüre des Hauses auf. Beim Hineingehen hörten mein Kollege und ich bereits einen sehr lauten Fernseher oder ähnliches. So holte ich schon einmal den Notfallkoffer, denn dies bedeutet meist nichts gutes. Währenddessen ging der RA in das Zimmer, wo die Stimmen aus dem Gerät zu hören waren, er erblickte eine schlafende Dame, welche er aufweckte. Sie erschreckte erst einmal, danach meinte sie, dass sie eingeschlafen war und den Hausnotruf total vergessen hätte. Kann ja mal passieren. Wir stellten den Alarm noch zurück und machten uns auf den Weg zur Wache.

Auf der Rettungswache angekommen, wollte ich mich schnell in meinen Schlafsack kuscheln, doch es sollte wieder zur Gebietsabsicherung in eine andere Außenwache gehen. (mehr …)

Adventskalender Nr. 19


Stress Rettungsdienst

Klar hat man im Rettungsdienst des öfteren einmal Stress, doch dies ist eigentlich in jedem Beruf so. Während einer Notfallsituation ist dieser wahrscheinlich am größten.

Der Stress kann jedoch schon mit dem Alarm durch den Funkmelder beginnen. Tagsüber ist man darauf noch recht gut eingestellt, doch wenn man nachts schläft, ist es immer ein sehr unsanftes Aufwachen, welches mit Stress verbunden ist. Ein bisschen Adrenalin im Körper ist jedoch manchmal gar nicht so schlecht, denn so besiegt man seine Müdigkeit und ist konzentrierter.

Auch die Anfahrt zum Einsatzort stellt eine Stresssituation dar, denn die Anfahrt mit Sondersignal erfordert höchste Konzentration. Dabei muss sehr stark auf die anderen Verkehrsteilnehmer geachtet werden. Des weiteren ist eine eventuell fehlende Ortskenntnis manchmal ein Problem, denn schließlich muss auch die Einsatzstelle erst einmal gefunden werden. Dabei helfen Navis bzw. ortskundige Kollegen oft. Als Beifahrer stellt sich während der Anfahrt eher die Frage, was einem wohl erwartet.

Am Einsatzort muss man sich schließlich zunächst orientieren und den Patienten versorgen, vielleicht auch mehrere. Dabei müssen schnelle und sichere Entscheidungen für die weitere Behandlung getroffen werden. Die Handgriffe sollten sicher beherrscht werden und auch unter ungünstigen Bedingungen möglichst zügig gehen (notfalls nachts um 3 Uhr im dunklen Schneehaufen bei -10 Grad am Straßenrand).

Während des Einsatzes sollte man versuchen ruhig und konzentriert zu arbeiten. Am Anfang fällt dies den meisten schwer, denn es ist eben jedes mal eine neue Lage, die man bewältigen muss. Mit der Zeit jedoch wird man ruhiger und damit kommt auch die Sicherheit. Nach und nach wird alles zur Routine. Die „alten Hasen“, welche schon Jahrzehnte in dem Beruf arbeiten, sind von fast keiner Situation mehr überrascht. Dabei ist auch der Stressfaktor geringer.

Zwischen den Einsätzen sollte man versuchen zur Ruhe zu kommen, manchmal hilft auch etwas Arbeit wie Desinfektion oder Aufräumen um Abzuschalten. Aber es gibt naürlich Schichten, bei denen man kaum zur Ruhe kommt und eben sehr viele Einsätze hintereinander hat. So eilt man von einem Einsatz zum nächsten, macht sehr kurze Übergaben im Krankenhaus und kommt nicht zum Essen.

Jeder bewältigt diesen Stress anders. Über die Bewältigung von Stress werde ich sicherlich noch einmal berichten.

Verlegung – eine ganz entspannte Schicht


In meinen Urlaub konnte ich auch ein paar Mal unter der Woche Rettungswagen fahren. So sollte es an diesem Tag die letzte Frühschicht mit einem meiner Lieblingskollegen werden, denn langsam neigte sich meine freie Zeit doch dem Ende zu.
Es war jedoch sehr wenig los an diesem Morgen. So haben wir in Ruhe Zeitung gelesen, mit den Kollegen geplaudert und schließlich noch angefangen die gewaschene, frisch angelieferte Wäsche einzusortieren. Doch nun sollte unser Melder zum ersten Mal an diesem Tag piepsen.

Im Auto meldeten wir uns am Funk und bekamen den Einsatzauftrag von einem Krankenhaus im Landkreis eine Patientin in eine Uniklinik zu verlegen. Der Transport sollte durch den RTW stattfinden, da die Krankenwagenbesatzung abgelehnt hatte, weil die Patienten wohl öfters einen Kollaps habe.

So ging es also zur Klinik um die Patientin abzuholen. Auf den Weg dorthin war es uns bereits klar, dass wir an diesem Tag wohl nichts anderes mehr fahren würden, da die Zeit dazu nicht ausreichen würde.

In der Klinik holten wir die Patientin mit der Trage ab. Bevor es zur Uniklinik gehen sollte bekam die „Problem-Patientin“ noch etwas zur Blutdrucksenkung, denn sie hatte starke Schwankungen bedingt durch ihre sehr seltene Erkrankung. Deshalb kam es bei dir öfters zum Kollaps, jedoch laut ihrer Aussagen nur, wenn sie steht und das würde sie im Rettungswagen ja nicht.
Wir stellten uns bei der sehr netten und gesprächigen Dame vor und sie konnte es sich danach auf unserer Trage bequem machen. Alles lief sehr entspannt und ruhig ab. Es war auch noch kurz Zeit für die Verabschiedung von dem netten Pflegepersonal der Station.

Mein Kollege und ich brachten die Patientin mittleren Alters in den Rettungswagen. Danach fuhr ich gemütlich zu Uniklinik, wo die Dame bereits angemeldet worden war. Mit dem Rettungswagen darf man bei solchen nicht kritischen Verlegungen nur 80 km/h fahren, sodas es nun einmal etwas dauert, was uns in diesem Fall jedoch nicht störte, denn es war ja eine recht fitte, kreislaufstabile und gesprächige Patientin mit der sich mein Begleiter während des Transportes gut unterhalten konnte.

Nach 1,5 Stunden hatten wir die Uniklinik erreicht und suchten die Station, wo wir erwartet wurden. Dies ist in einem so großen Krankenhaus nicht immer einfach, denn die Gänge sind dort sehr lange, nämlich über 1,5 km in die eine Richtung. Mit ein wenig Hilfe durch Pflegepersonal fanden wir schnell die richtige Station, wo wir die Dame in ein Bett umlagern konnten, die Papiere an die Stationsleitung übergaben und uns verabschiedeten.

Vor der Rückfahrt konnten wir noch kurz etwas Essen, da wir zeitlich gut dran waren. Danach ging es zurück zur Wache, auf der wir genau zu Schichtende bereits von den ablösenden Kollegen erwartet wurden.

Dies war eine sehr entspannte Schicht mit einem ruhigen, sehr netten Kollegen und einer Patientin, die auch durch den KTW transportiert hätte werden können. Man muss auch mal solche „erholsamen“ Schichten haben, denn Stress hat man oft genug. Auch empfinde ich es als schön, wenn man sich auf solch einer langen Fahrt mit dem Patienten unterhalten kann, was mein Kollege sehr gut gemacht hat und somit die Fahrzeit überbrückt hat. Für mich als Fahrerin ist ein solcher Transport mit fast ausschließlich Autobahn auch immer ruhig, da ich es persönlich mag mit der LKW-Geschwindigkeit so dahin zu fahren.