dialyse

Adventskalender Tür 16: Dialsye Fahrten mit MRSA welches Transportmittel


Diese Frage ist eine sehr berechtigte und auch einfach zu beantworten bzw. zu erklären.

Zunächst einmal müssen Dialysepatienten sehr regelmäßig zwischen ein und dreimal wöchentlich zur Dialyse. Zur Hin- und Rückfahrt bekommen sie normalerweise einen Transportschein von der Dialysestation ausgestellt.

Hier wird dann entsprechend angekreuzt, welches Transportmittel erforderlich ist. Die Krankenkassen bezahlen hier nicht jeden das gleiche Transportmittel. Es kommen in Frage: Taxi, Behindertenfahrdienst und der Krankentransportwagen.

Die meisten Patienten fahren mit einem Taxi, denn dies ist für sie ausreichend. Notwendigerweise wird auch ein Behindertenfahrdienst bezahlt, wenn zum Beispiel die Mitnahme eines Rollstuhls erforderlich ist, welcher nicht auch mit dem Taxi mitgenommen werden kann.

Dazu gibt es noch die Indikation für den qualifizierten Krankentransport (mehr …)

Samstag Nacht Wahnsinn


Regelmäßig fahre ich mindestens einmal im Monat eine Nachtschicht auf dem Rettungswagen, meist Samstag Nacht, so auch letzte Woche. Zunächst einmal begann die Nachtschicht auf dem RTW mit der Übergabe der Kollegen an meinen Begleiter, einem eher ruhigeren Rettungsassistenten, und mich als Rettungssanitäterin und Fahrerin. Es gab bereits einiges aus der Tagschicht zu berichten, zum einen waren einige kleinere Dinge am Fahrzeug beschädigt und zum anderen war am Tag viel losgewesen.

Der Plausch endete doch bereits mit der Anmeldung bei der Leitstelle, denn diese hat bereits einen Einsatzauftrag für uns. Wir checken schnell noch das Fahrzeug und Equipment, da es eine Dialyse-Rückfahrt ist und somit die Dringlichkeit nicht ganz so hoch ist. Wir fuhren also zum Klinikum und gingen dort mit der Trage zur Dialyse-Station, um den Patienten abzuholen und nach Hause zu fahren.

Der Patient ist jedoch auf dem ersten Blick in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. Nach der Abklärung mit dem diensthabenden Arzt sowie den Angehörigen verbleibt der ältere Herr in der Klinik und wir fahren wieder zurück zur Wache. Bei dem Transport wäre nämlich weder mir noch meinen Kollegen recht gewesen, da man nicht will, dass es bei einer solchen Rückfahrt zum (erwartungsgemäßen) Zwischenfall und evtl. sogar zur Reanimation kommt.

Danach ist es sehr ruhig. Es bleibt also für meinen Kollegen Zeit sein Auto zu waschen. Ich schaue ein bisschen im Internet herum. Doch irgendwann holt mich mein Kollege, denn wir müssen ausrücken. Mein Melder hatte nicht ausgelöst, seiner schon. Auch sowas kommt schon einmal vor und so rücken wir aus. Es ist allerdings kein Notfall, sondern eine Gebietsabsicherung, mitten in einem kleinen Dorf. Dieses liegt ziemlich gut zwischen den Wachen und somit warten wir dort, entweder auf einen Alarm oder dass wir wieder nach Hause dürfen. Nach gefühlten 5 Stunden  (in echt aber nur ca. 1 Stunde) meldet sich die Leitstelle bei uns und wir fahren zurück zur Wache.

Nachdem wir wieder zurück auf der Rettungswache sind folgt der gemütliche Teil des Abend. Wir machen es uns zusammen mit den Kollegen der Gegenschicht auf der Couch gemütlich.  Es ist bisher für einen Samstagabend ungewöhnlich ruhig, irgendwie kein gutes Zeichen. (mehr …)

Hintergrundinformationen: Dialyse bzw. Niereninsuffizienz


Erläuterungen der Vorgänge im menschlichen Körper, die zu der Erkrankung bzw. dem Unfall geführt haben und der Gefahren, die sich für den Patienten daraus ergeben

Zum Verlust der Nierenfunktion, dem Nierenversagen, kommt es durch verminderte Nierendurchblutung (prärenales Nierenversagen, z.B. Volumenmangel, verminderte Durchblutung),Schädigung von Nierengewebe (renales Nierenversagen, z.B. durch Intoxikationen mit Medikamenten, Infektionen oder Entzündungen) oder durchStörung des Harnabflusses (postrenales Nierenversagen, z.B. krankhafte Veränderungen der Niere wie Einengungen oder Verstopfungen von Teilbereichen der Nieren).

Dabei gibt es die chronische, über eine lange Zeitspanne verlaufende Niereninsuffizienz mit Nierenversagen am Ende, und das akute Nierenversagen, welches einen plötzlichen Ausfall der Nierenfunktion bedeutet und meist intensivmedizinischer Betreuung bedarf.

Die Niereninsuffizienz teilt sich in 5 Stadien, wobei bei den ersten drei Stadien gar keine bis moderate Nierenfunktionsstörungen bestehen, die sich recht gut behandeln lassen. Bei den Stadien 4 und 5 kommt es zu einer Abnahme bzw. dem totalen Ausfall der Harnfunktion, wobei es zu einer Überwässerung des Körpers und gleichzeitiger metabolischen Aszidose und Hyperkaliämie mit Vergiftungserscheinungen im Körper kommt.

Um dies zu verhindern, brauchen die Patienten in den Stadien 4 und 5 meist eine Dialyse, als Blutreinigungsverfahren, umgangssprachlich auch Blutwäsche genannt, welches als Ersatz für die fehlende Nierenfunktion eingesetzt wird. (mehr …)

Einsatzbericht: Dialysefahrt


Inhalt der Einsatzmeldung der Rettungsleitstelle

Rehaklinik xy, Dialysefahrt ins KfH, sitzend, Krankentransport

Vorgefundene Situation am Einsatzort und Befund des/der Patienten/Patientin

– Patient männlich, ca. 70 Jahre

– Situation: Patient sitzt im Rollstuhl auf uns wartend auf dem Gang des Reha-Zentrums, Pflegepersonal bringt uns zu dem wachen und orientierten Mann (GCS 15), der sich mit Z.n. Oberschenkelhalsfraktur aktuell in der Rehaklinik befindet und dialysepfichtig (3 x Woche) ist, weiterhin normaler Allgemeinzustand bei schlechter Gehfähigkeit

– Beschwerden, Verletzungen: Z.n. Oberschenkelhalsfraktur, chronisches Nierenversagen, ansonsten keine Beschwerden

Verdachtsdiagnose (eigene bzw. die des Notarztes)

Dialysepflichtiger Patient, der nach Oberschenkelhalsfraktur noch wenig gehfähig ist

Organisatorische und medizinische Maßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes

– Patientenkontakt, Vorstellung und Begrüßung

– Übergabe durch das Pflegepersonal

– Umsetzen des Patienten von seinem Rollstuhl in den Transportstuhl des KTW

– Transport in KTW und Klinik mit Dialyse währenddessen soziale Betreuung

– Transport in die Klinik, dort Wiegen des Patienten, Umlagerung vom Transportstuhl in ein Bett, Übergabe an Dialyseabteilung

Organisatorische und medizinische Maßnahmen zusammen mit dem Notarzt

keine Notarztanforderung

Tür Nr. 23


Dialysepatient welche Infusion Rettungsdienst

Dies ist eine sehr berechtigte Frage, welcbe sich im Rettungsdienst bei Patienten mit Erkrankung der Nieren stellen kann. Dabei muss man zunächst einmal wissen, dass der Patient eine solche Vorerkrankung hat, d.h. bei Bwesstlosen oder sonstigen Personen, die gerade nicht mit uns reden können, kann darauf bei der Erstversorgung keine Rücksticht genommen werden.

Bei Patienten mit Nierenerkrankungen, worunter eben auch Dialysepatienten fallen, dürfen keine kaliumhaltigen Infusionen verwendet werden, da der Kaliumstoffwechsel gestört ist. Somit sollte auf Ringerlösung verzichtet werden, meist kommt Natriumclorid als Infusionslösung (NaCl 0.9 %) zum Einsatz.

Dabei ist weiterhin auf die infundierde Menge zu achten. Es sollte sehr sparsam damit umgegangen werden und möglichst nur wenig Flüssigkeit gegeben werden wie unbedingt notwendig. Meist heißt dies nur langsame Tropfgeschwindigkeit zum Offenhalten des venösen Zugangs, es sei denn dass der Patient einen sehr großen Flüssigkeitsverlust erlitten hat.

„So ist das halt nunmal“ oder super Übergaben…?!


Manchmal kommt man mit Patienten ins Altenheim und findet immerhin schon mal die Station bzw. das Zimmer des Menschen, den wir zurückbringen, doch außer uns scheint sich dafür niemand zu interessieren. Auf dem Gang findet sich weit und breit mal wieder niemand, auch im Stationszimmer ist keiner da. Rufen bzw. schon eher schreien ist vergebens. Also kämpft man sich eben durch den oftmals vollgestellten Gang und sucht weiter. Irgendwann kommt dann doch mal eine Pflegehelferin, doch die hat natürlich keine Ahnung und überhaupt, darf sie eh nichts übernehmen, so wird uns erzählt. Also denken sich mein Kollege, der mittlerweile echt „gut“ drauf ist und ich, so jetzt reichts. Die Hilfsangestelte holt endlich mal eine zuständige Pflegerin. Diese kommt schon genervt und erzählt uns, dass der Patient, der übrigens nicht nur verängstigt ist, sondern auch noch MRSA hat, dass sie ja zur Zeit kein Einzelzimmer haben und wir ihn in ein Doppelzimemr bringen sollen. Immerhin ein Zimmer! Dass sie deshalb auch Schutzbekleidung für überflüssig hält ist auch klar. Beim Umlagern wird, wenn überhaupt nur, sehr zögerlich angepackt und das Bett verstellen ist wieder einmal unsere Sache, zumal wir uns sehr gut mir diesen diversen Betten auskennen.

Nachdem der Patient, dann nach gefühlten Stunden, endlich wieder in einem bequemen Bett liegt, fragen wir, wo unsere Schutzkleidung entsorgt werden soll. Der Pflegerin ist dies im Zimmer ziemlich egal, denn die Keime werden hier anscheinend eh von Bewohner zu Bewohner getragen.

Wir verschwinden von dort nun endlich und sehen uns nur ohne Worte an, so sollte es nunmal echt nicht laufen!

Aber es geht auch anders!

Ein anderes Mal in einem anderen Altenheim bringen wir eine Dialyse-Patientin mit einem Keim wieder. Im Flur findet sich meist recht schnell eine Altenpflegerin, die uns ins Zimmer begleitet, dort beim Auskleiden und umlagern hilft und uns auch noch zeigt, wo wir Desinfektionstücher für unseren Stuhl finden.

Ganz ehrlich, man fragt sich da schon manchmal, woher diese sehr deutlichen Unterschiede liegen. Ich meine alle Altenheime kosten fast das Gleiche und müssen alle wirtschaftlich arbeiten, doch die einen achten eben auf Hygiene, Patientenumgang und vieles andere, und wiederum andere Altenheimen scheint echt alles egal. Dies sieht man dann nicht nur einer Angestellten, sondern eigentlich bei allen.

Übergaben können da für mich als Rettungsdienstmitarbeiterin ziemlich nerven, doch besonders schwierig wird es, wenn es eben nicht nur ein Krankentransport ist, sondern ein Notfall, denn dann scheint professionelle Hilfe auf der Straße besser zu sein und dort seht man auch nicht minutenlang vor der Tür und wartet, dass einem endlich aufgemacht wird!