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Bücher, die man so für eine Rettungsdienstausbildung braucht…


Aufgrund einer aktuellen Frage habe ich mal in meinem Bücherregal gesucht, was sich im Laufe der Zeit im Rettungsdienst und vor allem der Rettungsassistentenausbildung so angesammelt hat.

Ich bin nicht wirklich repräsentativ, da ich mir zwar immer wieder Bücher bei Kollegen angesehen habe, doch die meisten davon nun eben doch nicht gekauft habe. Somit bin ich in meinen Kurs eher eine Minimalistin gewesen, doch anscheinend hat dies gereicht.

Zunächst einmal zur Rettungssanitäter-Ausbildung: hier gab es während des Lehrgangs ein offizielles Buch, an dem sich alles aufgehängt hat und alle Nachschlagestellen vermerkt waren. Bei einem Fernlehrgang, bei dem man die gesamte Theorie selbst lernen muss, ist dies auch zwingend erforderlich.

Das Standardbuch war also der LPN San vom S+K-Verlag. Über dieses Lehrbuch scheiden sich die Geister. Ich selbst fand es nicht immer ideal und habe mir zusätzlich noch ein weiteres Buch gekauft.

Da wäre das Lehrbuch Rettungsdienst RS/RH vom Elsevier Verlag. Meiner Meinung nach für angehende Rettungssanitäter und auch später in der RA-Ausbildung (zum Nachlesen und Wiederholen) ein sehr gutes Buch. Ich habe hier echt viel damit gearbeitet und bis auf wenige Schwächen, die man mit dem LPN San kompensiert, einfach jeden Cent wert.

Dazu hatte ich mir damals bereits den Taschenatlas Rettungsdienst (Naseweis Verlag)gekauft. Dort kann man sehr viele Dinge kompakt nachschlagen, gerade während den ersten Stunden im Rettungsdienst habe ich gerne mal auf der Wache nachgelesen. Aufgrund des Formats ist er auch für die Jackentasche geeignet. Zum Lernen ist es jedoch kein Buch, aber gerade bei Medikamenten und Algorithmen lässt sich kurz nachschlagen, was man sonst erst lange suchen muss. Diesen Taschenatlas hat sich übrigens später während der RA-Ausbildung fast jeder im Kurs zusätzlich gekauft, da er echt super ist und man sehr viele Dinge kompakt darin wiederfindet.

 

Während der Rettungsassistentenausbildung gab es wieder offizielle Lehrbücher, die durch die zuständige Regierungsbehörde als Standard für den gesamten Bezirk festgelegt wurden und sich somit alle Schulen daran zu orientieren hatten.

Zum einen war dies der Rettungsdienst heute (elsevier), also DAS Buch für angehende RAs. Es gibt hier einfach nicht viele Lehrbücher und dieses ist noch das beste auf dem Markt, zu mindestens was ein Kompaktbuch angeht. Leider hat es in einigen Lehrgebieten deutliche Schwächen und dieses muss man eben anders kompensieren. (mehr …)

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Die Rettungsassistentenprüfung Teil II praktisch (2)


Nach drei von neun Prüfungsteilen war nun also ich wieder an der Reihe mit dem Fallbeispiel. Meine Nervosität war nun wieder einmal sehr groß, wobei ich eigentlich auch Vertrauen in mich hatte. Meine Teamkollegen unterstützen mich dabei nach unserem Motto: Gemeinsam rocken wir die Prüfung!

Vor dem Prüfungsraum checkten wir die Ausrüstung und bekamen von der Mimin die Einsatzmeldung: häusliches Umfeld, weiblich, Mitte 30, akuter Schmerzzustand als Notarzteinsatz.

Nach dieser Meldung war ich auch nicht wesentlich schlauer, denn wo die Schmerzen sind, wussten wir nicht. Naja man konnte jetzt rätseln und wir versuchten uns auf Akutes Abdomen oder aber etwas mit dem Herz zu einigen. Dabei ging ich kurz noch einmal die Medikamente durch und besprach mit meinem Team wegen der Aufgabenverteilung.

Danach wurden wir auch schon von einem Prüfer empfangen. Es folgte der übliche Teil mit Einsatzstelle sicher, ein Patient, Schutzausrüstung und als Notarzteinsatz, bevor das Szenario richtig beginnen konnte.  Wir haben eine Dame mittleren Alters (in Wirklichkeit eine sehr junge schlanke Mimin) zusammengekrümmt im Bett auf der Seite liegend vorgefunden.

Ich stellte mich vor und versuchte die Patientin dazu zu bringen, sich auf den Rücken zu legen, sie antwortete mir mit Schmerzen, aber immerhin hatte ich schon einmal eine wache, ansprechbare Patientin. Danach folgte die Beurteilung nach dem ABCDE-Schema. Die Atemwege waren frei, die Atmung etwas beschleunigt. ich ordnete Sauerstoffgabe an. Der Kreislauf war auch in Ordnung, der Puls beschleunigt, also leicht tachykard, ansonsten regelmäßig und kräftig. Die Rekap-Zeit war in Ordnung. Auch der Blutdruck war leicht erhöht. Dies konnte ich alles auf die Schmerzen zurückführen.  Bei D wurde der Blutzucker gemessen, welcher im Normbereich lag. Ansonsten erschien die Patientin neurologisch unauffällig, sodass ich auf eine nähere Untersuchung verzichtete. (Die Werte wurden mir alle gesagt, nachdem wir sie normal gemessen hatten).

Ich machte mich nun an die Berfragung der Patientin nach dem SAMPLER-SCHEMA und untersuchte sie genauer.

Diese gab starke Bauchschmerzen an, welche eher in die Leiste und nach hinten gerichtet waren. Somit hörte ich nun auf den Bauch, es waren normale Darmgeräusche. Danach palpierte ich das Abdomen, welche beim Abtasten weich war. Die Schmerzen waren auf der Seite deutllich größer, besonders beim Abklopfen, somit ein Flankenschmerz im Unterbauch. Die Mimin gab auch an, dass die Schmerzen seit ein paar Stunden bestehen würden und insgesamt immer stärker werden. Kolliken gab sie nicht an. Die Schmerzen seien nun unaushaltbar stark, wir brauchtne also einen Notarzt zur Schmerzbekämpfung, doch dieser war ja bereits mit alarmiert.  Als Allergie war nur eine Nussallergie bekannt, an Medikamenten nur die Pille, Vorerkrankungen ebenfalls keine relevanten.  Ich fragte auch nach einer möglichen Schwangerschaft, da es sich ja um Unterbauchschmerzen handelte, diese konnte nicht vollständig ausgeschlossen werden (die Mimin antwortete hier nur sehr zögerlich, war wahrscheinlich auch so gewollt). Dazu fragte ich auch noch den letzten Stuhlgang (ganz normal) und der letzten Mahlzeit (Frühstück, nur ein bisschen was). (mehr …)

Das große „Reanimationswochenende“ auf dem Weg zur Rettungsassistentin – Tag 2 und 3


So nachdem ich den ersten Teil zum Reanimationswochenende bereits hier veröffentlicht habe, folgt nun der zweite Teil.

Am zweiten Tag des Reanimationswochenendes sollte es gleich wieder voll zur Sache gehen.

Vormittags waren so die restlichen Workshops an der Reihe. Hier wechselte sich wieder einmal Theorie mit der Praxis ab. Es ging dabei um spezielle Themen rund um die Reanimation. Hier wurden spezielle Themen näher beleuchtet und in der Praxis geübt. Es ging um Hypothermie und wie man mit der Unterkühlung umgehen muss. Zum Thema Asthma und Anaphylaxie hörten wir noch einmal das wichtigste zu den ERC-Leitlinien, besonders was man speziell bei den Medikamenten und der Atemwegssicherung beachten muss. Schließlich ging es auch noch um Elektrolyte und deren Veränderungen bzw. Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem.

Nach der Mittagspause ging es noch einmal mit der Theorie weiter.

Wir wurden in kurzen Vorträgen zu speziellen Situationen bei der Reanimation informiert. So lernten wir speziell zur Schwangerschaft, zu Stromunfällen und Traumapatienten sowie Intoxikationen die wichtigsten Dinge, natürlich immer eng verbunden mit dem Reanimationsalgorhythmus.

Danach waren wir voll mit allen, was man so theoretisch rund um die Reanimation und weiteren Richtlinien der ERC wissen kann. Es folgte jetzt der schriftliche Test.

Am späten Nachmittag sollten noch einmal die sog. CAS-Trainings stattfinden. Diese fanden wieder in den eingeteilten Kleingruppen statt, sodass jeder noch einmal als Helfer oder Teamleader aktiv werden konnte. Hier erwarteten uns noch einmal alle möglichen Situationen, die sich recht schnell abwechselten und alles von uns abforderten. Auch ich übernahm noch einmal die Teamleaderrolle (mehr …)

Das große „Reanimationswochenende“ auf dem Weg zur Rettungsassistentin – Tag 1


Vor kurzem stand bei meiner Rettungsassistentenausbildung nun das ERC-Wochenende an. Bei diesem sollte sich alles rund um das Thema Reanimation mit den ganzen Themen außenrum drehen.

ERC steht dabei für European Resuscitation Council, dies ist die wichtigste Organisation in Europa, wenn es um das Thema Reanimation geht. Sie geben ca. alle fünf Jahre Richtlinien heraus, an denen sich alle orientieren.

So bekamen auch wir Kursteilnehmer die aktuellen Richtlinien aus dem Jahr 2010 und sollten uns diese bereits vor dem Wochenende genau durchsehen. Dies sind sportliche 230 Seiten an wichtigen Informationen. Ganz ehrlich: ich habe es nicht geschafft, dies alles wirklich gut durchzuarbeiten.

An den drei Kurstagen sollten wir jedoch noch einmal alles durchgehen und vor allem ganz viel üben. So ging es am ersten Tag mit einer Einführungsveranstaltung allgemein zum Thema Reanimation und den allgemeinen Leitlinien los. Dazu kam die erste Besprechung und Vorführung des Algorhythmus.

Danach wurden wir wieder in Kleingruppen zu höchstens 10 Personen geteilt und es ging in die einzelnen Workshops. (mehr …)

Das vierte Wochenende auf dem Weg zum Rettungsassistenten


Am vierten Wochenende ging es zunächst wieder mit Theorie los. Für unsere Gruppe stand Grundlagen der Pharmakologie an. Hierbei versuchte uns unser Biochemiker als Dozent zu erklären, was Pharmakodynamik und -kinetik ist sowie den Weg der Medikamente und ihre Wirkweise durch den Körper. Für viele und auch für mich war diese Lehreinheit sehr anstrenged, denn es wurde alles sehr komplex und wissenschaftlich (eher wie eine Vorlesung für Medizinstudenten) erklärt. Aber gleichzeitig nimmt man natürlich auch viel neues Wissen auf, was erst einmal verarbeitet werden muss.

Auf jeden Fall wissen wir jetzt, dass oral eingenommene Medikamente einen sogenannten First-Pass-Effekt unterliegen und damit nicht in voller Stärke zum Wirken kommen, denn sie werden bereits vorher teilweise ab- bzw. umgebaut.

Am Nachmittag folgte der erste Teil von EKG Interpretation. Hier durften wir uns zunächst anhören wie die Geschichte des Elektrokardiograms ist und was physikalisch so geschieht. Danach ging es zu den verschiedenen Formen der Ableitungen. So lernten wir den Unterschied zwischen Einthoven und Goldberger sowie uni- und bipolar kennen.

Aber auch wie wichtig das exate Aufkleben eines 12-Kanal-EKGs nach Wilson mit den richtigen Stellen für die Brustwandableitungen wurde uns deutlich gemacht. Daneben erfolgte noch einmal die Erlätuerung, was man genau in OPQRST als Abschnitte eines Impulses am Herzens sieht und wann welche Teile des Herz erregt werden.

Es folgte ein Schema, womit man ein EKG einfach auswerten kann. (mehr …)

Reanimation


In letzter Zeit habe ich sehr viel über Laienreanimationen mitbekommen. Es ist ein wichtiges Thema, gerade für Menschen, die sich sonst nicht mit dem Thema Erste-Hilfe beschäftigen.

Ich selbst habe jedoch bereits seit ca. 1,5 Jahren nicht mehr reanimiert. Im Rettungsdienst gehört dies jedoch irgendwie dazu. Es ist zwar nicht so, dass man ständig einen Menschen reanimieren muss, doch man ist immer darauf vorbereitet, denn es ist eben auch ein relativ häufiger Notfall. Bei mir war es eine sehr lange Zeit, dass ich das letzte Mal in eine solche Situation gekommen bin.

Bei einer meiner letzten Nachtschichten wurden mein Kollege, ein älterer Rettungsassistent, und ich als Fahrerin am Abend zu einem Krampfanfall als Notarzteinsatz in ein Altenheim alarmiert. Wir rückten zügig aus und fuhren mit Sondersignal in wenigen Minuten zum Altenheim. Der Notarzt wurde vom Fahrer des Notarzteinsatzfahrzeuges daheim abgeholt und traf fast gleichzeitig mit uns auf dem Gelände ein.

Als wir am Funk den Status 4, also das Eintreffen am Einsatzort, drückten, gab uns die Leitstelle noch den Hinweis, dass es sich wohl nun um einen Atemstillstand handeln sollte. Damit war ich schon fast auf eine Reanimation vorbereitet. Wir luden unser gesamtes Equipment mit Notfallkoffer, Beatmung, EKG/Defi-Einheit und Absaugung auf die Trage, denn dies geht im Altenheim meist am schnellsten. Der Notarzt und sein Fahrer, ein angehender Rettungsassistent im Paktischen Jahr nahmen den Weg über die Treppe und waren so ein paar Sekunden schneller.

Auf der angebenenen Station wurden wir bereits erwartet. Eine Schwester brachte uns zum Patienten. Der noch nicht so alte Mann lag auf dem Boden im Essbereich am Ende der Station. (mehr …)