infusion

Türchen Nr. 9: Kollaps RTW / bei Dehydration RTW


Dieser Suchbegriff kann verschieden verstanden werden. Ich möchte heute zwei Dinge ansprechen.

Die Frage ist, ob man bei jeden Kollaps bzw. jeder Dehydration einen RTW rufen muss bzw. ihn braucht.

Dies lässt sich so einfach nicht klären. Zunächst einmal kann es sehr viele verschiedene Ursachen haben, dass ein Mensch kollabiert. Auch ist ein Kollaps nicht immer ein Kollaps. So gibt es Zustände bei denen der Patient einige Zeit bewusstlos ist oder aber auch nur eine wenige Sekunden dauernde Störung, bei der man eigentlich selbst als Patient noch alles mitbekommen hat.

Fachlich gesehen definiert man den Kollaps als plötzlich einsetzende, kurz andauernde Bewusstlosigkeit, die mit einem Verlust der Haltungskontrolle einhergeht und ohne besondere Behandlung spontan wieder aufhört. Dabei kommt es kurzfristig zur Minderdurchblutung des Gehirn.

Ursachen dabei können vom Kreislauf, vom Nervensystem/ Gehirn oder vom Herzen kommen. Es kommen auch andere Störungen wie der Stoffwechsel (Unterzucker) in Betracht.

Als Außenstehender und vielleicht sogar fremder Mensch ist dies nicht zu erkennen, woran die Ursache liegt und somit wird sehr schnell und oft ein Notruf abgesetzt und dann kommt eben ein Rettungswagen.

Bis zu dessen Eintreffen geht es den meisten Patienten bereits wieder besser. Meist findet man für den Kollaps keine eindeutige Erklärung. Es kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung wie ein Herzinfarkt dahinter stecken. Der Rettungsdienst erhebt daher eigentlich immer die Vitalwerte mit Puls, (mehr …)

Wenn Retter selbst an ihre Grenzen kommen


Bei Temperaturen über der 35 Grad Marke im Schatten bin ich gestern im Rettungsdienst unterwegs gewesen. Als Beifahrer hatte ich einen erfahrenen Rettungsassistenten dabei.
Bereits am Morgen war uns klar, dass dies ein sehr heißer und wohl auch arbeitsreicher Tag werden würde.
Am Mittag hatten wir mit 5 sehr langen Einsätzen ohne wirkliche Pause die Anstrengung durch die Hitze bereits deutlich gemerkt.
Auf dem Rettungswagen war bei uns beiden jeweils auch eine große Wasserflasche zu finden. Jedoch habe ich noch nicht wirklich viel davon getrunken, bisher hatte ich einfach wenig Durst.
Es folgte nach einer sehr kurzen Pause auf der Wache, bei der wir leider nur bedingt zum Essen oder Trinken gekommen sind, der nächste Einsatz. Diesmal sollte es zu einem Kollaps ins Freibad gehen. Dort schwitzten mein Kollege und ich wieder sehr stark. Besonders in der Duschhalle, wo wir den Patienten vorgefunden haben und später im Rettungswagen bei der eigentlichen Versorgung lief uns der Schweiß nur so herab. Ich versuche dies irgendwie so gut es geht zu ignorieren und routiniert weiterzuarbeiten.
Letztendlich ging es mit dem Patienten unter Notarztbegleitung ins Klinikum. Dort übergaben wir unseren Patienten.
Auf eine kurze Verschnaufpause sollen wir dennoch wieder verzichten müssen. Wir wurden bereits wieder zu einem Brandeinsatz alarmiert.
Kurz vor der Alarmierung hat mein Kollege bereits angekündigt, dass es ihm nicht gut geht und er Kopfschmerzen habe.
Nachdem wir den Einsatz über Funk aufgenommen haben, erledigt sich dieser bereits wieder. Bei der Einsatzaufnahme wird auch mir klar, dass ich mir nichts mehr merken kann und der Schwindel immer stärker wird.

 

Wir entscheiden uns schließlich in Absprache mit dem Notarzt, der noch kurz mit uns plaudert, dass mein Kollege, der mittlerweile gar nicht mehr fit aussieht, eine Insfusion von ihm bekommen soll.
Draußen im RTW wird nun also mein Kollege versorgt und bekommt einen Zugang gelegt, während ich noch etwas Organisatorisches in der Notaufnahme abklärte.
Mittlerweile habe ich auch schon versucht, den Flüssigkeitshaushalt mit ganz viel Trinken in den Griff zu bekommen. Doch mir wird einfach immer schwindliger mit zunehmenden Kopfschmerzen.

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Einsatzbericht: Apoplex bzw. TIA


Inhalt der Einsatzmeldung der Rettungsleitstelle

V.a. Apoplex, Hauptbahnhof, Gleis 10, Notfalleinsatz

 

Vorgefundene Situation am Einsatzort und Befund des/der Patienten/Patientin

– Patientin weiblich, 65 Jahre

– Situation: Patientin sitzt mit ihrem Ehemann im Zug, Polizei und Zugpersonal bringen uns zu der wachen und orientierten Frau (GCS 15), die über Lähmungserscheinungen und Schmerzen in der linken Körperhälfte geklagt hatte, welche jetzt aber wieder weg seien. Ehemann erklärt, dass dies so 10 min gedauert habe und gestern bereits schon einmal vorgekommen sei; aktuell seitengleiche Reaktionen und Kraft beidseitig gleich, Pupillen: normal weit, rund, seitengleich

– Beschwerden, Verletzungen: bei Eintreffen keine mehr, außer leichtes allgemeines Unwohlsein, davor Schmerzen und Lähmungserscheinungen im linken Arm und der gesamten linken Körperhälfte

– Vitalwerte: RR: 220/110 mmHg, O²-Sättigung: 99 %, HF: 60 bpm, AF: 22/min , BZ: 88 mg/dl, EKG: o.B.

– Vorerkrankungen: Schilddrüsenerkrankung

 

Verdachtsdiagnose (eigene bzw. die des Notarztes)

– TIA (Transitorische Ischämische Attacke) mit Hypertonie

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Tür Nr. 23


Dialysepatient welche Infusion Rettungsdienst

Dies ist eine sehr berechtigte Frage, welcbe sich im Rettungsdienst bei Patienten mit Erkrankung der Nieren stellen kann. Dabei muss man zunächst einmal wissen, dass der Patient eine solche Vorerkrankung hat, d.h. bei Bwesstlosen oder sonstigen Personen, die gerade nicht mit uns reden können, kann darauf bei der Erstversorgung keine Rücksticht genommen werden.

Bei Patienten mit Nierenerkrankungen, worunter eben auch Dialysepatienten fallen, dürfen keine kaliumhaltigen Infusionen verwendet werden, da der Kaliumstoffwechsel gestört ist. Somit sollte auf Ringerlösung verzichtet werden, meist kommt Natriumclorid als Infusionslösung (NaCl 0.9 %) zum Einsatz.

Dabei ist weiterhin auf die infundierde Menge zu achten. Es sollte sehr sparsam damit umgegangen werden und möglichst nur wenig Flüssigkeit gegeben werden wie unbedingt notwendig. Meist heißt dies nur langsame Tropfgeschwindigkeit zum Offenhalten des venösen Zugangs, es sei denn dass der Patient einen sehr großen Flüssigkeitsverlust erlitten hat.

Rückblick: Die Abschlusswoche zum Rettungssanitäter


Nach dem Grundlehrgang Rettungsdienst und dem Klinikpraktikum war es mein Ziel innerhalb von 13 Monaten nun auch noch die Abschlusswoche und die Prüfung zur Rettungssanitäterin erfolgreich zu absolvieren.

Dafür hieß es im Herbst erst einmal wieder fleißig lernen. Ich hatte echt bei manchen Dingen das Gefühl alles schon wieder vergessen zu haben, doch die Erinnerung kam entweder wieder oder es musste eben echt noch einmal von vorne gelernt werden. Vor lauter Lernen habe ich einiges wie Sport und Beruf/Studium etwas in den Hintergund gerückt, denn ich wollte eben unbedingt bestehen, da eine Wiederholung der Prüfung alles nicht einfacher macht.

Die Abschlusswoche kam also. Montag Morgen ging es los, auf in den Kampf. Das Haus und die Unterkunft kannte ich schon vom RDH-Lehrgang. Auch einige bekannte Gesichter von diesem Lehrgang war in unserer kleinen Gruppe mit nur 8 Personen zu finden.

Die ganze Woche hieß es morgens nach dem Frühstück immer Vorbereitungsfragen in Kliengruppen und danach zusammen mit unseren Dozenten durchgehen. Nach einer kurzen Kaffeepause ging es dann den ganzen Tag ums Praktische. So wurde reanimiert, bis wir alle Schlieren und teilweise sogar Blasen bzw, offene Finger hatten. Auch die Fallbeispiele waren alle sehr intensiv und anstrengend, wobei das Opfer spielen, meist am anstrengengsten war ;-). So wurde von der Unterschenkelfraktur, über einen Motorradunfall bis hin zum Herzinfarkt, Lungenödem und vielem weiteren, insgesamt mehr als 20 Fallbeispiele geübt, wobei manche Dinge irgendwann einfach nur noch „im Schlaf“ abliefen, wie Infusion vobereiten oder die Vitalparameter erheben. Nach jedem Fall wurde dann in der Gruppe nachbesprochen, was gut lief und  was man hätte anders machen können. Am späten Nachmittag wurden dann meist nochmal kurz die Fragen, die in der schriftlichen Prüfung dran kommen können, durchgegangen, was doch recht hilfreich gewesen ist.

Auch abends wurde im „Stüberl“ bei einem Bier oder ner Cola noch lange über viele Themen diskutiert. Auch immer Zimemr wurde noch gelernt, wobei ich an einem Tag im Bett auf meinen Ordner eingeschlafen bin und dann später von Besuch geweckt. Leider hatte der Ordner seine Spuren in meinen Gesicht hinterlassen, was zur Belustigung aller beitrug. Doch es war schön, endlich mal wieder bekannte Gesichter aus unserem Grundlehrgang wiederzusehen, die uns so nochmal motivieren wollten.

So ging die Woche ziemlich schnell rum und die Nächte waren doch recht kurz, während die Tage sehr anstrengend waren. Während der Woche sind wir immer mehr als Gruppe zusammen gewachsen und haben uns immer mehr geholfen, sodass ich Freitag abend auch noch eine kleine Abfragerunde für die mündliche bekam, jedoch im lustigsten Sinne, den ihr euch vorstellen könnt, nämlich mit einem sehr außergewöhnlichen Dialekt und einem Patienten, der eigentlich alle Krankheiten hat, die ihr euch auch nur vorstellen könnt! 😉

Perfektionismus ???


Mittlerweile fahre ich seit gut 20 Monaten im Rettungsdienst mit. Zunächst als Dritte und seit fast einem Jahr als Fahrerin sowie seit kurzem auch manchmal als Begleiterin. Doch immer mal wieder zweifle ich an mir selbst. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich „nix kann“, also entweder einfach manches nicht richtig mache oder nie etwas eigenständig tue.

Ich meine, es fängt beim Fahren an, da kennt man den Weg viel zu oft, zu eigentlich recht bekannten Strafen nicht oder stellt sich beim Rückwärtsfahren oder Rangieren einfach doof an oder braucht ewig.

Dann gehts weiter, dass ich beim Patienten auf vieles aufmerksam gemacht werden muss. Klar ich mache die Dinge, die mir mein RA als Begleiter sagt, doch vieles eben nicht selbstständig genug. So Sachen wie Infusion oder Spritzen aufziehen funktionieren natürlich im Schlaf. Aber wenn es eben an seltenere Sachen geht, dann hackt es, bei der Intubation muss ich etwas ewig suchen (Anmerkung: es fehlte jedoch echt und ich konnte nichts dafür), Beim EKG mache ich den Begleitern es oft nicht recht, da der eine es an den Extremitäten haben will, de andere am Rumpf und der Dritte will einen ganz langen Ausdruck, während ein anderer gar keinen möchte.Oder auch bei dem Patiententransport: mal hängt die Trage oder ich schaffe es nicht den Transportstuhl wieder zusammenzuklappen.

Bei solchen Dingen denke ich dann oft, dass ich mich einfach manchmal zu dämlich anstelle. Es sind so Dinge, die ich mittlerweile im Schlaf kann, die dann aber doch wieder nicht funktionieren. Dabei frage ich mich dann auch, bin ich zu perfektionistisch veranlagt? Ich denke ich genau deshalb mache ich mir Gedanken, denn ich bekomme auf der Wache sehr oft bei anderen mit, dass gerade viele RA-Praktikanten manche Dinge selbst nach einem Jahr noch nicht hinkekommen. Dies beruhigt mich doch etwas.

Aber was ist, eben mit meinem eigenen Anspruch?

Ich selbst möchte eben eine „gute Rettungssanitäterin“ sein. Klar wird man dies nicht von Heute auf morgen, nur weil man eine Prüfung bestanden hat, doch die Kleinigkeiten sollten eben besser laufen.

Mal schauen, wie es mit meinen eigenen Ansprüchen weitergeht, ich will mich auf jedenfall besser konzentrieren, um ein bisschen perfekter zu werden, auch wenn dies eben nicht immer funktioniert.