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Nur so schnell: Verfangene Stromkabel


Irgendwie will gerade jeder die Stromkabel von den Einsatzfahrzeugen mit zum Einsatz nehmen, denn sie bleiben versehentlich stecken, werden vergessen oder verfangen sich.

Beim ersten mal, bin ich sehr erschrocken. Ich saß als Begleiterin im Krankenwagen und wir sollten kurz vor Feierabend noch einmal ausrücken. Mein Fahrer ist noch neu auf der Woche und daher etwas unerfahren, doch zusammen sind wir während der gesamten Schicht ein gutes Team. Wir steigen ein und er will aus der Garage fahren, auf einmal kracht es sehr laut und ich denke schon, dass er an irgendetwas gefahren ist. Schnell bremst er und ich sehe nach, was passiert ist. Das Übel ist das Strombabel unseres Autos, das sich in der Fahrertür verfangen hat und deshalb nun etwas beschädigt ist und auch die Steckdose von der Decke hängt. Somit hieß es am Ende der Schicht für uns noch die Kollegen informieren und eine Fehlermeldung schreiben.

Keine Woche später bei einem Feuerwehreinsatz sitze ich hinten im Löschfahrzeug und muss beobachten, wie das Ladekabel beim Herausfahren mitgezogen wird. Ich schreie unseren Maschinisten noch zu, doch es ist zu spät und das Kabel wird ebenfalls mitgerissen. Diesmal ist jedoch die Halterung, eine Kabeltrommel stärker lediert, was wir nach der Rückkehr vom Einsatz feststellen mussten.
Beim gleichen Einsatz hat sich ürbigens ein weiteres Stromkabel in der Drehleiter beim Herausfahren aus der Garage verfangen. Dies konnte jedoch gerade noch rechtzeitig bemerkt werden.

Nun frage ich mich echt, ob ich gerade solche „Kabel-Unfälle“ anziehe. Wahrscheinlich schaue ich jetzt bei jedem Einsatz gleich genau nach, wo sich das Ladekabel beim Herausfahren aus der Garage befindet.

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Award


Ich habe von dem lieben Seemädel einen Award für den Blog bekommen. Davon geradezu überrascht und sehr erfreut, dass es auch immer mehr stille Mitleser gibt, die meinen Blog sehr gerne lesen, freue ich mich riesig über diesen Award.

Diesen Award darf ich nun hier in meinen kleinen Blog aufstellen:

Award

Dies sind die Regeln:
1. Der Blog darf nicht mehr als 200 Leser haben, ist also noch in den Kinderschuhen.
2. Man muss über den Award auf seinem Blog berichten.
3. Den Blog des Nominators muss man auf seinem Blog verlinkem, damit auch dieser bekannter wird.
4. Gib den Award an 5 Blogger weiter und berichte ihnen von der Nominierung.
5. Schreibe diese Regeln auf deinen Blog.
Jetzt kommt also die schwierige Aufgabe, fünf weitere Blogs auszuwählen, welchen ich den Award weitergebe. Dies ist für mich etwas komlizierter, da ich nicht genau weiß, was mit 200 Lesern gemeint ist (regelmäßige Leser, registrierte Leser oder Aufrufe am Tag). Zudem lese ich relativ viele Blogs, die sehr bekannt sind und wenig kleinere. Ich hoffe also das meine jetzige Auswahl für die Blogs in Ordnung geht!
Zunächst einmal geht der Award an Me mit ihren Blog meetme-inthekitchen, die nun über ihr Hobby das Kochen schreibt, nachdem sie aus dem Beautybereich ausgestiegen ist.
Als nächstes bekommt Svenja den Award, die gerade ein Auslandsjahr in Riga macht und über ihre Erlebnisse dort schreibt.
Der dritte Award geht an den Starnberger, ein Feuerwehrkollege, der sehr viel rund um den Starnberger See berichtet.
Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich einen Kollegen nicht beleidige, denn ich weiß absolut nicht wie viele Leser er hat, doch ich lese ihn einfach sehr gerne und deshalb bekommt er ebenfalls einen Award, der Rettungslehrling.
Den letzen Award vergebe ich an die OP-Tischpilotin, einem Teenager, die aus ihrem nicht immer leichten Alltag berichtet.

Immer mal etwas Neues oder besser Neugeborenes


Im Rettungsdienst gibt es viele Dinge, die man sehr häufig sieht bzw. erlebt, so werden Schlaganfälle, Herzprobleme oder auch Tote irgendwann einmal eher zur Routine und sind nicht mehr so das Highlight. Diese Einsätze sind also das „Tagesgeschäft“ und trotzdem manchmal noch sehr fordernd.

Doch es gibt für mich auch nach 2 Jahren Tätigkeit im Rettungsdienst immer noch Dinge, die ich zum ersten Mal erleben darf und dies ist natürllich immer etwas Spannendes.

So wurden wir, also mein Rettungsassistent und ich als Fahrerin des Rettungswagens, zu einem Babyholdienst alarmiert. Dies heißt, dass wir zur Kinderklinik fahren und dort den Inkubator sowie einen Kinderarzt und eine Kinderkrankenschwester aufnehmen und von dort dann zum Einsatzort fahren und ein Neugeborenes abzuholen, dem es nicht gut geht.

Im vorliegenden Fall fuhren wir also zur Klinik und holten dort das Fachpersonal ab und luden den Inkubator in unseren RTW. Dort erfuhren wir auch, dass es sich um einen Notfall handeln sollte und alles schnell gehen musste. Es sollte in eine Klinik im Landkreis gehen, wo es einem gerade geborenen Baby nicht gut geht. Also ging es mit Sondersignal zügig zum 20 km entfernten Krankenhaus. Beim Krankenhaus angekommen luden wir den Inkubator aus und wir suchten das Baby, d.h der ganze Tross mit Kinderarzt, Kinderkrankenschwester, Rettungsassistenten und meiner Wenigkeit als Rettungssanitäterin begaben uns zum Intensiv/ OP-Trakt. In diesem Bereich herrschte allerdings die Ruhe und somit war uns allen klar, dass es nicht so schlimm so konnte. Zunächst einmal schaute sich der Kinderarzt im OP das Neugeborene an, welchen es nach anfänglichen Atemproblemen nun sehr gut ging. Wir konnten den wartenden Vater etwas beruhigen und schon bald kam das Baby in den Inkubaor und wurde durch das „Kinderfachpersonal“ verkabelt und für die Fahrt versorgt.

Ich muss sagen, so ein Neugeborenes ist schon echt süß und als der Vater sein Baby zum ersten Mal gesehen hat und einfach nur Sprachlos und begeistert war, ruft auch schon einmal kurz Gänsehaut hervor. Es ist einfach etwas tolles, wenn es einem Baby nach der Geburt gut geht und es so süß schaut, dass man stundenlang zusehen kann.

Da es eben bei dem Kaiserschnitt nicht gleicht gut aussah, nahmen wir das Kind mit in die Kinderklinik. Ganz sorgsam brachten der Rettungsassistent und ich das Baby mit dem Inkubator in den Rettungswagen und überliesen danach dem „Kinderfachpersonal“ wieder die Betreuung während der Fahrt. An der Kinderklinik übergaben wir dann das Neugeborene, welchen ganz friedlich im kuschelig warmen Inkubator lag dem Krankenhauspersonal.

Somit war also wieder einmal etwas Neues, ein Neugeborenentransport, für mich gelaufen. Von solchen „schönen Einsätzen“ zehrt man dann wieder lange Zeit, wenn man weniger „gute oder sinnvolle Einsätze“ erlebt. Mal sehen, ob ich auch irgendwann mal eine Geburt im Rettungsdienst erleben darf, denn sowas ist eben noch einmal etwas ganz besonderes und bewegendes, wenn man als Rettungdienstpersonal im Notfall die Hebamme ersetzen muss.

Stell dir vor du drückst und alle drücken sich…


Dieser Spruch stammt aus einer Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes Bayern und soll Menschen dazu bewegen in die Feuerwehr einzutreten und aktiv mitzumachen. Doch leider trifft dieser Satz auch in manchen Situationen auf meine Feuerwehr zu.

Vor kurzem war es so, dass nach einem Großbrand und einem daraus resultierenden sehr langem Einsatz in der Nacht darauf ein Brandmeldeanlagen-Alarm im Klinikum gewesen ist. Dabei weckte mich der Piepser so gegen 1.45 Uhr in der Nacht aus meinen noch sehr kurzem Schlaf. Als erstes dachte ich auch, och nee, nicht jetzt und hatte wenig Lust auf einen solchen BMA-Alarm. Aber trotz wunder Füße quälte ich mich aus dem Bett und fuhr zügig zum Feuerwehrhaus. Dort war ich eine der ersten und auch wenigen, die zu diesem Einsatz kamen. So fuhren wir mit dem Löschgruppenfahrzeug nur mit einer Besatzung von 5 Personen, d.h. wir hatten einen Maschinisten, ein Feuerwehrmann und ich als Angriffstrupp mit Atemschutz und noch 2 weitere Kameraden. Einen wirklichen Gruppenführer hatten wir nicht dabei. Vor uns war noch unser Kommandant mit dem Kommandowagen gefahren.

Am Einsatzort erkundeten wir als Angriffstrupp zusammen mit unseren Kommandanten als Einsatzleiter recht schnell, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Somit konnten wir zügig wieder abrücken und die Anlage wurde wieder auf Ruhemodus zurückgestellt.

Zurück im Gerätehaus von diesem Einsatz haben wir uns alle noch kurz im „Stüberl“ zusammengesetzt um etwas zu Trinken. Dabei kam sofort zur Sprache, dass es traurig ist, wenn so wenig Personal auf einem Einsatz kommt. Natürlich war am Tag zuvor dieser Großeinsatz gewesen und wir waren alle noch sehr geschafft davon. Auch wenn ein BMA-Alarm meist ein Fehlalarm ist, so muss man eben auch zu diesem in geeigneter Personalstärke fahren, denn man weiß nie, was uns als Feuerwehrler dort erwartet.

So war unser Kommandant ganz klar enttäuscht, dass so wenig Personal zum Einsatz gekommen war. Für uns Anwesende war es eben unser Pflichtbewusstsein, dass uns auch bei einem solchen Einsatz mitten in der Nacht aufstehen lies und so sah dies auch unser Chef. Leider ist es eben für viele andere Feuerwehrmänner und -frauen eher so, dass man sich in einer größeren Feuerwehr aussucht, zu welchen Einsatz man kommt und zu welchen nicht, doch wenn sich dies jeder denkt, dann kommt eben vielleicht irgendwann einmal wirklich keiner!

Wenn die Eltern schon so ein super Vorbild sind…


Es war eine ganz normale Nachtschicht auf dem Rettungswagen und mein Kollege als Begleiter und ich als Fahrerin saßen gerade auf der Couch in der Rettungswache. Es war kurz nach Mitternacht an einem Samstag. Bisher war die Schicht recht ruhig, aber wir warteten noch auf den ersten „Party-Einsatz“ der Schicht, denn am Wochenende gibt es eben immer Leute, die mit dem Feieren übertreiben.

So piepste unser Funkmeldeepfänger auch schon bald, es sollte in ein Wohnhaus zu einer stark alkoholisierten Person als Notfalleinsatz gehen. Wir rückten also aus und dachten uns schon, dass es bestimmt wieder eine Privatfete ist, auf der jemand zu viel getrunken hatte. Schnell waren wir am Einsatzort angekommen, die Wohnung wurde uns nach Klingeln geöffnet. Natürlich sollte sie im 4. Stockwerk ohne Aufzug liegen, sodass es eben Schleppen der Notfallausrüstung hieß.

An der Wohnungstür empfing uns ein relativ hilfloser Junge, 12 Jahre alt, und brachte uns in die Wohnung zu seinen Eltern. Zunächst einmal wussten wir nicht so recht, was hier los war. Die Eltern standen beide im Flur und waren recht gut orientiert. Sie erklärten uns, dass sie zuviel Alkohol getrunken hätten und nun nicht mehr weiter wissen. Der Rettungsdienst könnte ihnen doch vielleicht etwas spritzen, damit es ihnen wieder gut geht.
Nach kurzer Untersuchung von den beiden, konnte mein Begleiter und ich nicht wirklich viel feststellen. Die beiden Elternteile waren angetrunken, aber Bewusstsein und alle Vitalwerte waren in Ordnung. Dem Sohn war das ganze sichtlich peinlich, denn eigentlich wollte er nur Schlafen. Dies wäre auch für die Eltern einfach das beste gewesen, doch sie hatten lieber uns gerufen, da sich die Frau übergeben hatte. Des weiteren gab es in der Wohnung noch ein Kleinkind, das bereits schlief und worum sich die Eltern ja kümmern mussten. Wir erklärten ihnen also, dass die beiden weder ein Fall für die Klinik sind noch das wir eine „Alkohol-weg-Spritze“ hätten. Sie sollten einfach ihren Rausch ausschlafen, dann würde es ihnen auch bald besser gehen. Nach Unterschrift, dass sie nicht mit in die Klinik gehen würden, verliesen wir also mit einem Kopfschütteln die Wohnung.

Ich meine, es kann ja schon einmal vorkommen, dass man zuviel trinkt, doch dann deswegen gleich den Rettungsdienst zu rufen, nur weil einem übel ist, das ist schon fast Notrufmissbrauch. Es ist auch unverantwortlich, dass beide zunächst in Anwesenheit ihrer Kinder recht viel Alkohol trinken und dann Angst haben, dass sie ihre Söhne nicht mehr versorgen können. Wenigstens hätten hier die Elternteile gegenseitig so viel aufeinander aufpassen können, dass sie sich ins Bett gelegt und ihren Rausch augeschlafen hätten, sodass wenigstens die Kinder nichts mitbekommen.  Auch wenn der Sohn recht vernünftig erschien, so fragt man sich doch, was aus Kindern solcher Eltern werden soll.

Perfektionismus – die Fortsetzung


Vor einiger Zeit habe ich über meinen eigenen Anspruch und die Realität, wie ich meine im Rettungsdienst geleistete Arbeit empfinde berichtet. Hier ist der Artikel noch einmal zum Nachlesen:  https://blaulichtengel.wordpress.com/2012/03/10/perfektionismus/
Mittlerweile ist eine ganze Menge Zeit vergangen und ich möchte ein bisschen was dazu schreiben, wie ich das Thema nun beurteile.

Nachdem ich nun ziemlich genau seit 2 Jahren im Rettungsdienst unterwegs bin, fühle ich mich nun schon etwas sicherer als zum Zeitpunkt des ersten Beitrags. Ich bin und bleibe einfach ruhiger, versuche Dinge strukturierter anzugehen, denn ich weiß, dass ich in Ruhe alles besser mache. Vielleicht hatte ich auch einfach einen Hänger, in dem ich alles ziemlich negativ beurteilt habe.

Ich denke, ich bekomme die allermeisten Einsätze nun zufriedenstellender hin, d.h. ich fange an, mehr selbstständig zu Tun. Natürlich läuft es nicht jedesmal super, manchmal habe ich noch kleine Hänger, doch es wird eben besser und man muss mir nicht jeden Handgriff vorschreiben. Es sind eben Dinge für die man erst ein Gefühl entwickeln muss, gerade eben deshalb, weil es jeder Rettungsassistent anders wünscht und man sich darauf auch erst einmal einstellen muss. Ich versuche gerade einfach selbstständig den Einsatzablauf bei jeden Patienten im Kopf durchzugehen und frage mich dabei immer, was würde ich jetzt tun, wenn ich keinen Rettungsassistenten dabei hätte.

Auch das Fahren mit dem Rettungswagen ansich funktioniert immer besser. So bin ich viel sicherer beim Einparken oder Rangieren und kann eben die Ausmaße recht gut einschätzen. Bei Sondersignalfahrten bin ich ebenfalls entspannter und merke, dass ich mich nicht mehr so stark in das Lenkrad verkrampfe, aber natürlich ist es immer noch sehr anstrengend mit Blaulich und Martinshorn zu fahren, denn muss man noch viel vorsichtiger sein, da man nie weiß, wie die anderen Verkehrsteilnehmer reagieren. Besonders gefreut habe ich mich neulich, als einer meiner Begleiter zu mir meinte, dass ich besser einparke als viele andere Ehrenamtliche, die schon sehr lange Fahren.

Im Krankentransport fühle ich mich als Begleiterin auch schon recht sicher, die organisatorischen Dinge wie der ganze Schreibkram funktionieren und der Kontakt mit den Patienten während der Fahrt macht mir mehr Spaß als immer nur Fahren zu müssen. Auch wenn ich recht selten KTW fahre, so will ich doch nicht auf die Schichten, in denen ich begleiten darf, verzichten.

Einige meiner Kollegen haben mir ebenfalls bestätigt, dass es einfach Zeit braucht, bis man eben für alles Routine und Gelassenheit entwickelt. Es können viele Dinge eben nicht von heute auf morgen super laufen. So ist es für mich als Ehrenamtliche auch schwieriger, da ich eben nur ca. 3-4 Schichten im Monat fahre und nicht täglich im Rettungsdienst unterwegs bin. Die in der Theorie gelernten Dinge müssen einfach verinnerlicht werden und daran arbeite ich.

Weiterhin hoffe ich also, dass ich immer selbstständiger einen Einsatz fahren werde, noch mehr Routine bekomme und irgendwann vielleicht einmal der „perfekten“ Rettungssanitäterin nahe komme.
Kleine Anmerkung: Natürlich kann nie immer alles optimal laufen, das sollte klar sein.