Silvester in der Leitstelle


Für mich ist das Feiern an Silvester nichts wirklich besonderes, denn irgendwie ist es auch nur eine Party, bei der man eben hauptsächlich auf Mitternacht wartet. So habe ich mich dieses Jahr mal wieder entschloss an Silvester Nachts in der Leitstelle zu arbeiten.

Zuhause gab es noch lecker Fondue und danach ging es zum Telefondienst in die Leitstelle. Diese wird in dieser Nacht personell aufgestockt, da man mit einem höheren Einsatzaufkommen rechnen muss. So sind wir in dieser Nacht insgesamt 6 Mitarbeiter.

Ich bin abends die letzte, die zum Dienst kommt, und bringe ein paar Schnittchen mit, die sehr gut ankommen und bereits nach sehr kurzer Zeit aufgegessen sind.

Bisher scheint der Abend recht ruhig und entspannt zu sein. Aber es ist schließlich auch noch einige Zeit bis Mitternacht. So mache ich mich an einen Tisch bereit und warte auf die Dinge, die so kommen mögen. Mit einem Kollegen diskutiere ich bereits über die zu erwartenden Einsatzzahlen und die vergebene Nummer 1 im neuen Jahr.

Ich nehme einige Notrufe an, alles ganz alltägliche Sachen, alles Rettungsdienst. Nun ist noch es noch ca. eine Stunde bis Mitternacht. Wir suchen am Beamer, welches Fernsehprogramm wir schauen möchten. Dazu kommen einzelne Notrufe, alles sehr ruhig.

Kurz vor Mitternacht stellen wir noch etwas zum Anstoßen kalt, mit irgendetwas muss man das neue Jahr ja beginngen. Draußen knallt es schon zahlreich, denn viele können mit den Raketen anscheinend nicht warten.

Zum Jahreswechsel haben alle Mitarbeiter der ILS kurz Zeit sich ein gesundes neues Jahr zu wünschen und etwas das Feuerwerk in der Stadt vom Fenster aus anzusehen. Auch dürfen wir mit etwas Sekt anstoßen und wie es so sein soll, schneide ich mich an der Piccolo-Flasche in die Hand.

Natürlich super, wenn man zwei kleine blutende Schnittwunden an einem Finger und am Handballen hat. Somit wird unser Schichtführer gleich mal aktiv und sucht in unseren Notfallkoffer nach Pflastern, denn sonst kann ich nicht wirklich weiterarbeiten. Ich möchte schließlich nicht die ganze Maus/Tastatur vollsauen, außerdem tut es auch im ersten Moment ziemlich weh, so ohne Schutz. Aber er versorgt mich super und danach kann ich auch endlich die ersten Notrufe des neuen Jahres annehmen.

Mein erster Notruf sollte gleich ein sehr schwieriger sein, bei dem ich nach einigen Minuten fast verzweifle und schließlich die alkoholisierte Dame an die Polizei weitergebe. Übrigens hat uns diese Dame in der Nacht noch einige Zeit beschäftigt, jedoch ohne wirklich ein sinnvolles Ergebnis am Ende (Verweigerung mit Polizeiaktion).

Aber es sollte weiterhin insgesamt ruhig bleiben, mal ein Müllcontainer, der brennt, mal eine Synkope. Natürlich auch einige Menschen, die etwas zu tief ins Glas geschaut haben. Auch ein Raketenunfall, der in eine Augenklinik gebracht wird.  Das Spannenste für mich war die Aufnahme eines Verkehrsunfalls und einer angefangenen Telefonreanimation, denn dabei muss man immer an sehr viele Dinge denken und es war auch eine interessante Situation (mehr wird nicht verraten, Datenschutz).

Es hält sich aber sehr in Grenzen, sodass man gegen 4 Uhr bereits sagen kann, dass dieser Jahreswechsel in den letzten Jahren wohl der ruhigste gewesen ist.

Zwischendurch wird es noch ein mal kurz spannend, da eine Meldung über eine Schlägerei kommt, doch hieraus wird nicht wie zunächst vermutet ein Großeinsatz des Rettungsdienstes, sondern nur für die Polizei, denn es gibt keine Verletzten.

Schließlich vergeht die Nacht dann doch recht zügig, wie es eben mit meinen Kollegen immer so ist, und ich verabschiede mich morgens in mein Bett. Es sollte somit eigentlich ein Dienst wie jeder andere auch gewesen sein.

5 Kommentare

    1. Naja Weihnachten habe ich zumindstens an Heiligabend bis nachmittags gearbeitet. Silvester ist schon was besonderes, man will ja was zu tun haben.
      Telefon-Reanimationen sind ganz schön anstrengend, aber sie bringen echt was.

  1. Hi
    Benutzt du wie viele Disponenten ( Vor allem bei uns im RD Bereich) Oft Einsatzstichwörter wie „HiloPe“, „Notfall“, „Chirurgischer Notfall“ oder versuchst du möglichst Präzise Angaben zu machen?
    Gruß Willi

    1. Also ich versuche so oft wie möglich, ein wirklich sinnvolles Einsatzstiwort zu benutzen.
      Zusätzlich können wir in das Merkungsfeld weitere Angaben schreiben. Hierein kommt immer der Name, der am Klingelschild steht und meist zusätzliche Angaben.
      Manchmal muss man einfach „sonstiger Notfall“ oder „erkrankt/verletzt“ benutzen, doch dann muss etwas im Zusatztext stehen.
      Leider ist dies aber auch von Kollege zu Kollege etwas unterschiedlich, doch wir sind angehalten, dies so zu tun.

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