Arbeiten wenn andere Feiern und Jubeln


Wie bereits erwähnt habe ich am Freitag während des Fußballspiels zwischen Deutschland und Frankreich in der Leitstelle gearbeitet. Dies war keine Absicht, sondern hat sich eben durch die Dienstplanung sowie der Spielplanung so ergeben. Mir war dies jedoch bereits eine Woche vorher bekannt und so konnte ich mich darauf einstellen.

Es ist für mich mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr, Dienst zu haben und zu arbeiten, während andere Feiern. Bereits mehrmals habe ich an Silvester in der Leitstelle oder im Rettungsdienst gearbeitet.  Hier war es eben eine etwas andere Nachtschicht, doch wirklich verpasst habe ich nichts.

Auch während dieser Fußball-WM hatte ich zum Gruppenspiel Deutschland gegen Ghana Sanitätsdienst auf einem großen Volleyballturnier und bin kurz vor dem Spiel mit dem Rettungswagen in die Klinik gefahren (Bericht wird noch folgen), sodass ich hiervon nicht alles mitbekommen habe.

Es ist eben in vielen Berufen so, dass man auch zu Zeiten arbeiten muss, wo andere eher feiern und jubeln. Ich tue dies auch gerne mal freiwillig, denn es stört mich nicht so sehr.

Am Freitag in der Leitstelle war jedoch bereits vorher klar, dass wir das Spiel über einen Beamer und die Leinwand mitverfolgen können. Dies geht natürlich nur, soweit es der Dienstbetrieb zulässt.  Der Fernseher läuft jedoch gerade abends und nachts sehr oft nebenbei.

So wurde rechtzeitig zu Spielbeginn der Beamer angeschaltet und das Fußballereignis wurde somit auch in der Leitstelle nicht verpasst. Alle Disponenten sowie nebenamtliche Mitarbeiter, also insgesamt 6 an der Zahl, schauten zu.

Währenddessen waren natürlich einige Notrufe abzuarbeiten. Gerade kurz vor dem Spiel ging es noch einmal richtig zu. Nach den ersten 5 Minuten wurde es sehr ruhig. Auch beim Tor der deutschen Mannschaft konnten wir Mitarbeiten kurz jubeln.

Auch die Kollegen im Rettungsdienst wurden über Funk sofort vom Tor informiert.

Zwischendrin wurde es noch einmal etwas einsatzreicher, sodass man vom Fußball nicht mehr so viel mitbekommen hat. Doch es lief eben immer nebenher der Beamer.

Insgesamt haben wir alle nichts verpasst, denn man kann hier auch seine Arbeit machen und trotzdem ziemlich gut Fußball schauen.

Am Ende des Spiels wurde es noch einmal spannend und auch ruhiger in der Leitstelle. Alle freuten sich kurz über den Sieg bevor sich wieder nur noch auf die Arbeit konzentriert wurde.

Eines ist uns jedoch trotzdem aufgefallen, die Anrufe dauerten grundsätzlich nicht allzulange (eher sehr kurz und auf den Punkt gebracht) und dies kann man nicht negativ sehen. Es wurde immer das wichtigste abgefragt, nur eben in einer möglichst kurzen Dauer und das wünscht sich unser Chef eigentlich.

Auch ganz viele andere Menschen müssen Arbeiten, wenn fast ganz Deutschland feiert bzw. jubelt. Manchmal würde man sich hier wünschen, dass eben auch an die „Arbeiter“ gedacht wird, denn eine besondere Situation ist es trotzdem, egal ob zum Fußball oder am Feiertag. Ganz interessant fand ich hierbei eine Reportage bei einem öffentlich-rechtlichen Sender: Busfahrer dürfen leider nicht einmal Radio hören, sodass sie immer auf andere für Informationen angewiesen sind. Auch gut war die Aktion eines Radiosenders, der es im Altenheim allen Mitarbeitern und Bewohner ermöglicht hat, gemeinsam zu schauen.

 

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Ein Kommentar

  1. Keine Sorge, die Busfahrer kriegen sicher etwas über Funk mit. Bei uns brannte für die heute die Hütte (Verletzte Person mit Sperrung), bei denen ging die ganze Zeit wo ich mitgefahren bin der Gruppenfunk, man könnte es auch mangels Disziplin Chaos total nennen.
    Was mich aber wundert ist, dass während dem Fußballspiel wenig los war. In Studienstadt gehen bei jedem Tor gefühlte 10 (anderes Land) und 50 kg (Deutschland) Feuerwerkskörper und D-Chinaböller in die Lüfte, das sollte eigentlich für ordentlich Kundschaft sorgen…

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