Helfer bei einer Typisierungsaktion


Bereits mehrfach habe ich hier auf meinen Blog über die DKMS und die Typisierung als Knochenmark- bzw. Stammzellspender berichtet.
Ich selbst bin schon seit Jahren typisiert und mittlerweile auch feintypisiert worden.

Nun wurde bei uns in der Stadt auch einmal eine größere Typisierungsaktion der DKMS durchgeführt. Gesucht wurde dabei ein Spender für einen an Leukämie erkrankten Feuerwehrmann, der auch sportlich sehr aktiv ist. Über die sozialen Medien habe ich hiervon sehr bald erfahren, auch dass hierzu noch viele Helfer benötigt werden, insbesondere auch Leute, die Blutabnehmen dürfen.
Ich habe mich also zum Helfen gemeldet und wurde sehr gerne als Rettungsassistentin auch genommen.
Der Kontakt mit dem Organisator war sehr nett. Vor der Aktion stieg die Spannung. Schließlich kam auch noch eine Informationsmail mit vielen wichtigen Dingen zum Ablauf und vor allem zur Blutabnahme. Dies beruhigte mich nicht gerade, denn mit einem recht fremden System viele Leute zu stechen ist schon eine Aufgabe. Die DKMS gibt hierbei auch klare Vorgaben. Die gleichen Gedanken machte sich auch ein weiterer gut bekannter Rettungsassistent, der ebenfalls bei der Aktion dabei ist.

Es kam schließlich der Tag der eigentlichen Aktion.

Diese findet selbst in der Feuerwache statt, da hier ausreichend Platz zur Verfügung steht.
Am Morgen haben die zahlreichen Helfer der Feuerwehr bereits alles in der großen Fahrzeughalle aufgebaut. Es finden sich nun alle weiteren Helfer, also auch ich zur Einweisung ein. Zu Beginn findet eine kurze Begrüßung durch den Organisator statt. Danach werden die Helfer in Teilgruppen eingeteilt (Parkplatzeinweisung, Registrierung, Zwischenkontrolle, Blutabnahme sowie Endkontrolle) und dort jeweils eingewiesen.

Im Blutabnahmebereich sind die einzelnen Tische auch bereits vorbereitet. Ein Mitarbeiter der DKMS gibt uns die Einweisung. Er erklärt noch einmal die Sicherheitsregelungen mit Handschuh-Pflicht und Umgang der stichsicheren Kanülen sowie auch den allgemeinen Ablauf der Blutabnahme. Danach haben wir noch kurz Zeit uns unseren eigenen Platz nach Belieben zu richten und uns mit den Materialien vertraut zu machen. Ich gehe an einen Tisch mit meinen RA-Kollegen und wir sind beide ein wenig nervös.
Das System zum Blutabnehmen kenne ich von meinen Klinikpraktikum etwas, doch dort habe ich nie nur mit der Kanüle Blut genommen.

Wir holen uns noch schnell einen Kaffee und ein Wasser und schon geht’s los. Die ersten Teilnehmer der Aktion warten bereits auf uns (die Türen werden bereits 25 min früher geöffnet). Nun geht’s zügig los. Es bleibt gar keine Zeit lange nachzudenken. Schon sitzt der erste junge Herr zu Blutabnahme bei mir am Tisch. Der Umgang mit Stauschlauch und auch mit der etwas ungewohnten Kanüle gelingt problemlos, der Mann hat gute Venen und so ist die Blutabnahme schnell erledigt und er mit einem Pflaster und dem Röhrchen voll Blut zur Endkontrolle entlassen.

Nun geht es im Akkord weiter. Sobald ich wieder frei bin, drehe ich mich um und bekomme von der Einweiserin den nächsten Spendewilligen zugeteilt. So habe ich in der ersten Stunde schon gut 15 mal die Leute angezapft.

Einen einzigen sehr schwierigen Fall habe ich an unseren Arzt (gut bekannter Notarzt und Anästhesist) abgegeben. Auch dieser musste mehrfach stechen um etwas Blut zu bekommen.
Es hieß übrigens, dass wir die Leute höchstens 2 mal Stechen sollten, als Alternative dazu gab es dann den Wangenschleimhautabstrich. Dazu musste ich aber nie bitten, ich habe immer Blut bekommen ;-).
Übrigens haben mein Kollege und ich als Rettungsdienstler dabei festgestellt, dass wir uns vor den Arzthelferinnen und Krankenschwestern nicht verstecken brauchen und im Blutabnehmen eher besser sind. Auch sind wir die „kontrollierten Verhältnisse“ mit Armkissen und Sitzplatz gar nicht so gewohnt und es fällt uns auch leicht bei schwierigen Venen-Verhältnissen etwas zu finden, wir suchen halt sorgfältiger und nicht nur in der Armbeuge, sondern auch mal am Unterarm oder der Hand.
Ebenfalls habe ich auch nur einen einzigen „Butterfly“ zur Blutabnahme benutzt. Diese sollten wir sehr sparsam nutzen, da sie wesentlich teurer als die normalen Kanülen sind (man tut sich damit etwas leichter, da man sofort sieht, ob man die Vene getroffen hat, bei der Kanüle sieht man dies erst beim Anstecken des Röhrchens).

Ansonsten habe ich während der Aktion innerhalb von gut 5 Stunden über 50 mal Blut abgenommen. Bei wenigen Spendern musste ich ein zweites Mal Stechen, da ich keine Vene gefunden habe, geplatzt ist mir keine Vene, auch habe ich nie durchgestochen.

Das Blutabnehmen lief echt gut, so oft in so kurzer Zeit werde ich sicherlich so schnell nicht wieder stechen dürfen. An das System hat man sich schnell gewöhnt und auch ansonsten war der Ablauf problemlos.

Insgesamt war alles super organisiert. Es waren alle Helfer und Spender sehr nett und die Stimmung immer gut. Auch gab es leckeres Essen und Getränke (gegen eine kleine Spende).

Daneben war es auch einmal etwas anderes als der Rettungs- oder Sanitätsdienst. Ich durfte die Leute bei Kreislaufproblemen den ebenfalls anwesenden Sanitätsdienst überlassen, was auch mal entspannt war.

Am Ende haben sich mehr als 1000 Leute neu registrieren lassen und die Aktion war ein voller Erfolg.
Ich wäre auf jeden Fall wieder als Helfer bei einer Typisierungsaktion dabei. „Vampir sein“ war bei lockerer Stimmung ganz cool.

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