Verlegung

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In meiner letzten Rettungsdienstschicht mit einem sehr erfahrenen Kollegen wurden wir gleich zu Schichtbeginn zu einer Verlegung mit Monitoring mit dem RTW alarmiert.

Es sollte dabei von der Intensivstation des Kreisklinikums in eine größere Spezialklinik gehen und die Patientin sollte Monitoring und Sauerstoff benötigen. Mehr wussten wir zunächst nicht.

Am Klinikum angekommen ging es für uns somit mit EKG-Einheit, Sauerstoff und Trage auf die ITS. Dort wurden wir von Pflegekräften ins Patientenzimmer gebracht. Ich versuchte nun eine Übergabe zu bekommen. Mein Kollege scherzte noch etwas mit einem Anästhesisten vor der Türe.

Die Übergabe war zunächst einmal gar nicht möglich, denn eine Schwester wusste nichts von der Patientin, die nächste mache mir keine Übergabe, dies müsse immer ein Arzt machen. Die dritte Schwester korrigierte dies dann und machte eine Kurz-Kurz-Übergabe mit fast keinen verwertbaren Informationen. Hier hackte ich immer mehr nach, doch auch sie wusste sehr wenig über die ältere Dame.

Die Patientin wurde von mir angesprochen, sie reagierte leicht verzögert und lag recht regungslos auf der Seite. Ich bekam auch wenig Antwort von ihr. Bislang konnte ich in Erfahrung bringen, dass die Dame gestürzt war und eine stabile Beckenfraktur hat. Dazu sind die Schmerzen wohl aber jetzt im Rücken, im Bereich der HWS und BWS. Nun kommt der diensthabende Chirurg und klärt zum Glück die Situation auf. Die Patientin ist bereits vor einigen Wochen an der HWS operiert worden. Nun klagt sie über Schmerzen im gesamten Rücken, die Wunde ist auch leicht gerötet und auffällig. Zudem hat die ältere Dame starke Schmerzmittel bekommen und insgesamt einen reduzierten Allgemeinzustand. Aktuell sei noch ein ZVK gelegt worden, da die Venen so schlecht seien. Somit habe ich jetzt endlich eine halbwegs sinnvolle Übergabe erhalten. Dazu gibts noch die Verlegungspapiere und die Angabe der genauen Station im operierenden Spezialklinikum.

Wir lagern die Patientin nun schonend auf unsere Trage um. Das Monitoring legen wir erst im RTW an, denn die Dame ist kreislaufstabil. Sie bekommt bei uns weiterhin Sauerstoff über eine Nasensonde, dieser kann jedoch aufgrund der guten Sättigung auf 2 L minimiert werden.

Es geht nun mit der Patientin zügig in den vorgeheizten RTW. Dort bekommt die Patientin ein Monitoring mit EKG, Puls, Sättigung und Blutdruckmessung. Alle Werte sind im Normalbereich. Zudem liegt unsere Patientin jetzt wohl ganz bequem seitlich auf der Trage. Es geht nun recht flott in die Spezialklinik. Mein Kollege fährt den RTW über die lange ruppige Autobahn und ich begleite den Transport bei der Patientin. Die ca. 1,5 Stunden lange Fahrt verläuft ohne Komplikationen, wobei mein Kollege versucht möglichst schonend zu fahren. Eine richtige Unterhaltung mit der alten Dame ist aber auch nicht möglich. Dafür habe ich Zeit die Übergabedokumente mit Verlegungsbericht zu lesen. Immer wieder versuche ich eine kurze Unterhaltung mit der Dame, doch ich möchte ihr auch ihre Ruhe lassen.

An der Klinik angekommen, geht mein erfahrener Kollege erst einmal auf Erkundungstour, wo wir hin müssen. Er bekommt von einer anwesenden Rettungsdienstbesatzung und einer Notaufnahme-Schwester Hilfe.

Es geht nun mit Monitoring, aber aufgrund der guten Sättigung ohne Sauerstoff, einmal quer durchs Gebäude zur geplanten Station. Dort suchen wir das Stationszimmer und finden 2 Schwestern. Diese sind über unsere Patientin verwundert, denn es wurde wohl aufgrund Überbelegung umgeplant und wir sollen nun auf eine andere Station. Eine Aufnahme hier wäre nicht möglich. (mehr …)

Verlegung – eine ganz entspannte Schicht


In meinen Urlaub konnte ich auch ein paar Mal unter der Woche Rettungswagen fahren. So sollte es an diesem Tag die letzte Frühschicht mit einem meiner Lieblingskollegen werden, denn langsam neigte sich meine freie Zeit doch dem Ende zu.
Es war jedoch sehr wenig los an diesem Morgen. So haben wir in Ruhe Zeitung gelesen, mit den Kollegen geplaudert und schließlich noch angefangen die gewaschene, frisch angelieferte Wäsche einzusortieren. Doch nun sollte unser Melder zum ersten Mal an diesem Tag piepsen.

Im Auto meldeten wir uns am Funk und bekamen den Einsatzauftrag von einem Krankenhaus im Landkreis eine Patientin in eine Uniklinik zu verlegen. Der Transport sollte durch den RTW stattfinden, da die Krankenwagenbesatzung abgelehnt hatte, weil die Patienten wohl öfters einen Kollaps habe.

So ging es also zur Klinik um die Patientin abzuholen. Auf den Weg dorthin war es uns bereits klar, dass wir an diesem Tag wohl nichts anderes mehr fahren würden, da die Zeit dazu nicht ausreichen würde.

In der Klinik holten wir die Patientin mit der Trage ab. Bevor es zur Uniklinik gehen sollte bekam die „Problem-Patientin“ noch etwas zur Blutdrucksenkung, denn sie hatte starke Schwankungen bedingt durch ihre sehr seltene Erkrankung. Deshalb kam es bei dir öfters zum Kollaps, jedoch laut ihrer Aussagen nur, wenn sie steht und das würde sie im Rettungswagen ja nicht.
Wir stellten uns bei der sehr netten und gesprächigen Dame vor und sie konnte es sich danach auf unserer Trage bequem machen. Alles lief sehr entspannt und ruhig ab. Es war auch noch kurz Zeit für die Verabschiedung von dem netten Pflegepersonal der Station.

Mein Kollege und ich brachten die Patientin mittleren Alters in den Rettungswagen. Danach fuhr ich gemütlich zu Uniklinik, wo die Dame bereits angemeldet worden war. Mit dem Rettungswagen darf man bei solchen nicht kritischen Verlegungen nur 80 km/h fahren, sodas es nun einmal etwas dauert, was uns in diesem Fall jedoch nicht störte, denn es war ja eine recht fitte, kreislaufstabile und gesprächige Patientin mit der sich mein Begleiter während des Transportes gut unterhalten konnte.

Nach 1,5 Stunden hatten wir die Uniklinik erreicht und suchten die Station, wo wir erwartet wurden. Dies ist in einem so großen Krankenhaus nicht immer einfach, denn die Gänge sind dort sehr lange, nämlich über 1,5 km in die eine Richtung. Mit ein wenig Hilfe durch Pflegepersonal fanden wir schnell die richtige Station, wo wir die Dame in ein Bett umlagern konnten, die Papiere an die Stationsleitung übergaben und uns verabschiedeten.

Vor der Rückfahrt konnten wir noch kurz etwas Essen, da wir zeitlich gut dran waren. Danach ging es zurück zur Wache, auf der wir genau zu Schichtende bereits von den ablösenden Kollegen erwartet wurden.

Dies war eine sehr entspannte Schicht mit einem ruhigen, sehr netten Kollegen und einer Patientin, die auch durch den KTW transportiert hätte werden können. Man muss auch mal solche „erholsamen“ Schichten haben, denn Stress hat man oft genug. Auch empfinde ich es als schön, wenn man sich auf solch einer langen Fahrt mit dem Patienten unterhalten kann, was mein Kollege sehr gut gemacht hat und somit die Fahrzeit überbrückt hat. Für mich als Fahrerin ist ein solcher Transport mit fast ausschließlich Autobahn auch immer ruhig, da ich es persönlich mag mit der LKW-Geschwindigkeit so dahin zu fahren.