Verkehrsunfall

Alles für den Chirugen


Es gibt bei uns Rettungsdienstschichten, da sieht man wirklich keine chirurgischen Patienten, man fährt alles andere durch die Gegend, aber nichts chirurgisches. Ich selbst jedoch mag chirurgische Einsätze und arbeite diese gerne ab.

In meiner letzten Rettungsdienstschicht begann alles recht normal. Übergabe am Küchentisch in der Wache, ich darf im RTW begleiten, da sich der erfahrene Kollege sofort den Fahrer-Piepser schnappt. Danach dürfen wir gleich einmal zum Krankentransport ausrücken. Es geht in ein Einfamilienhaus zu einer älteren Dame mit Atembeschwerden. Wir transportieren sie mit ein bisschen Sauerstoff ins Krankenhaus.

Danach möchte ich mich dort gerade wieder frei melden, als bereits unser Melder Alarm schlägt. Es geht jetzt mit Sonderrechten durch den lebhaften Verkehr zu einem gemeldeten Verkehrsunfall mit mehreren Beteiligten auf der Autobahn, es ist wohl niemand eingeklemmt, die Feuerwehr ebenfalls auf Anfahrt, außer uns auch noch ein Notarzt und ein weiterer RTW.

Auf der Anfahrt müssen wir uns erst einmal durch den Stau kämpfen. Eine Rettungsgasse wird natürlich vorher nicht gebildet und die Fahrzeuge versperren uns teils komplett den Weg. An der Einsatzstelle parken wir vor dem eigentlichen Unfall, sodass wir durch die bereits anwesende Feuerwehr geschützt sind.

Ich versuche einen ersten Überblick zu bekommen. Es sind alle Personen aus den Fahrzeugen heraus, stehen auf der linken Fahrspur, ein weiterer PKW parkt auf den Seitenstreifen. Auch der Notarzt trifft nun ein und versucht alle Patienten zu sichten. Zunächst ist nicht ganz klar, wer von den wohl insgesamt 6 Beteiligten nun auch verletzt ist. (mehr …)

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Als Ersthelfer unterwegs


Bei meinen Blogger-Kollegen Paul von alltagimrettungsdienst gibt es seit einiger Zeit eine tolle Serie zum Thema Erste-Hilfe Geschichten. Heute möchte ich euch ebenfalls eine Story aus meinem Alltag erzählen:

Vor kurzem war ich morgens auf der Autobahn beruflich zu einem Seminar unterwegs. Noch recht müde und ziemlich spät dran, musste ich plötzlich bremsen, da alle Fahrzeuge vor mir ebenfalls bremsen mussten. Ich war auf der linken von drei Spuren unterwegs. Bereits nach Sekunden sah ich vor mir einen Verkehrsunfall. Einige Fahrzeuge vor mir zogen auf die noch freie rechte Fahrspur herüber. Ich fuhr daraufhin bis zur Unfallstelle vor, machte meine Warnblinkanlage an und zog mir schnell die Warnweste über.

Beim Aussteigen machte ich mir bereits einige Gedanken. ob wohl jemand verletzt oder eingeklemmt ist? Wurde der Notruf bereits abgesetzt? Wie viele Fahrzeuge sind überhaupt beteiligt? Brauchen wir Feuerwehr?

Diese Fragen stellen sich mir natürlich auch deshalb, weil ich oft auf der anderen Seite arbeite und daher immer möglichst viele Informationen sammeln möchte. Insgesamt war ich zwar etwas nervös, doch dies lies ich mir nicht anmerken.

Auf der Autobahn sah ich zunächst an der Mittelleitplanken einen Kleinwagen mit kaputten Scheiben hinten sowie viel Blechschaden stehen. Die Fahrerin stand aufgeregt neben ihrem Auto. Ich sprach sie kurz an und sie meinte, dass sie nicht verletzt sei. Auf den ersten Blick hatte sie aber mindestens einen Unfallschock erlitten. (mehr …)

Einsatzbericht: Verkehrsunfall


Inhalt der Einsatzmeldung der Rettungsleitstelle

Verkehrsunfall, xy-Straße, Notfalleinsatz

Vorgefundene Situation am Einsatzort und Befund des/der Patienten/Patientin

– Patient männlich, 27 Jahre

– Situation: Bei Ankunft der RTW-Besatzung liegt der Patient auf der Straße vor seinem Auto, mit welchem er mit ca. 70 km/h gegen ein Straßenschild gefahren ist, wird von Ersthelfern betreut und an uns übergeben. Lt. deren Aussage war der Patient wahrscheinlich nicht angeschnallt und nach dem Aufprall kurzzeitig nicht ansprechbar. Weiterhin ist der Patient alkoholisiert, zudem immer wieder unruhig und unkooperativ, klagt über Schmerzen am ganzen Körper, ist jedoch jetzt ansprechbar, zugedeckt mit einer Rettungsdecke.

– Beschwerden, Verletzungen: Schmerzen im Kopfbereich, blutende Wunde an der Stirn, weiterhin Schmerzen am Ellenbogen und zudem am gesamten Körper

– Vitalwerte: RR: 130 mmHg systolisch, AF: 18/min, Puls: regelmäßig, kräftig, ca. 110 min

– Vorerkrankungen: keine bekannt

Verdachtsdiagnose (eigene bzw. die des Notarztes)

Schädel-Hirn-Trauma, Kopfplatzwunde, div. Prellungen, evtl. Polytrauma (mehr …)

Rückblick: Das erste mal als Fahrerin mit Sondersignal


Ziemlich am Ende einer meiner ersten KTW-Schichten als Fahrerin hörten wir auf der Rückfahrt zur Wache eine Alarmierung über einen Verkehrsunfall PKW gegen Radfahrer, der jedoch nicht direkt auf unserer Fahrtstrecke lag, also nichts, damit wir zu einer Erstversorgung fahren sollten. Mein Begleiter ist dabei ein junger Rettungsassistent, mit dem ich mich schon immer gut verstehe, so will er auch, dass ich möglichst viel Erfahrung sammeln kann. Doch am Ende dieser 12 Stunden Schicht sind wir beide schon recht müde und hören etwas Radio.

Auf einmal spricht uns die Leitstelle an, sie hätten einen Notfalleinsatz für uns, also fuhr ich langsam am Straßenrand der Straße, und mein Kollege notierte die Daten. Es sollte doch tatsächlich zu diesem Verkehrsunfall gehen. Ich war schon etwas aufgeregt, denn dies bedeutete jetzt, dass ich Blaulicht und Martinshorn einschaltete und mit den Sondersignalen zum Einsatzort fahren würde. Also beide knöpfe betätigt und los ging die Fahrt. Mein Begleiter wusste ebenfalls, dass dies meine erste „eigene“ Fahrt mit Sondersignal war und unterstütze mich beim Schauen und Aufpassen auf den Verkehr.

Zügig kamen wir Richtung Einsatzort, doch in der Ortschaft mussten wir noch kurz den Einsatzort suchen, was aber recht schnell ging, da der Notarzt und ein Rettungswagen bereits vor Ort waren.

Wir nahmen deshalb nichts von unseren Auto mit, da der Rettungswagen viel mehr Equipment dabei hatte wie wir als Krankenwagen. Doch auf der Straße, wo es mittlerweile regnete war niemand, sondern wir wurden in ein Haus gebeten, direkt ins Wohnzimmer, wo wir bereits einen Menschentraubel vorfanden. Hier waren 2 Helfer vor Ort, 2 Mann Rettungswagenbesatzung, Notarzt und sein Fahrer sowie 2 Ersthelfer und nun auch noch wir zu finden. Dabei musste man erst einmal die 2 Patienten „suchen“.  So viele Menschen in diesem kleinen Wohnzimmer und dazu noch die medizinischen Dinge und die Trage, das war ein wenig zu viel.

Doch was war passiert? Ein Verkehrsunfall im Wohnzimmer wohl eher nicht! Nein, die Ersthelfer beobachteten den Unfall auf der Straße und da es zu regnen began, nahm man eben die Patienten mit in die „gute Stube“ um auf den Rettungsdienst zu warten.

Nachdem wir uns mit der Rettungswagenbesatzung und vorallem dem Notarzt abgesprochen hatten, war nun auch klar, was passiert war und welchen Patienten wir wohin mitnehmen sollten. Dabei konnte unser Patient noch laufen, er hatte augenscheinlich nur einen Schock und eine Verletzung am Arm. So brachten wir ihn zu unseren Krankenwagen und nach Messung der Vitalparameter, also Puls und Blutdruck, ging es rasch in die Klinik, wo auch der Rettungswagen mit Notarzt hinfuhr. Dort bekamen wir nach der Übergabe an die Klinik auch den Transportschein vom Notarzt unterschrieben, sodass meine erste Blaulichtfahrt als Fahrerin auch gleich ein Notarzteinsatz war.

Ich denke gerne an diesem Einsatz zurück, denn es war nicht nur meine erste eigene Sondersignalfahrt, sondern auch der „Verkehrsunfall im Wohnzimmer“ mit so vielen Menschen war etwas ganz Besonderes. Auch fährt man mit dem KTW nicht so oft einen Notarzteinsatz, doch mit diesem Kollegen immer wieder gerne, doch das ist eine andere Geschichte.