Sturzt

Dramatischer Unfall oder halb so schlimm


Während einer Tagschicht auf dem Rettungswagen wurden mein Kollege, ein sehr routinierter Rettungsassistent als Begleiter, und ich als Rettungssanitäterin als Fahrerin zu einem Notfalleinsatz alarmiert. Zusätzlich hatten wir auch eine Praktikantin als „Dritte“ dabei, welche bereits vor ihrer Ausbildung in den Rettungsdienst hineinschnuppern will. Die Leitstelle teilte uns mit, dass jemand verletzt ist und eine blutende Wunde am Knie haben sollte. Es klang also zunächst einmal nicht so schlimm und so fuhren wir zum Notfallort.

Am Einsatzort angekommen wartete im Hinterhof und Eingang zur Wohnung bereits der Freund der Patientin, welcher uns zu der jungen Dame brachte. Sie saß bzw. lag im Wohnzimmer auf dem Boden und war zunächst fassungslos und weinte. Wir fragten erst einmal nach, was passiert war und wo genau die Verletzung sei. Auf dem Boden waren nämlich überall Blutspuren zu sehen und die ca. 18-jährige Patientin hatte auch am ganzen Körper Spuren von Blut an sich und ihrer Kleidung. Mein Begleiter machte zunächst einen kurzen Bodycheck, bei dem er jedoch keine weiteren Verletzungen feststellen konnte.

Der Freund sollte erst einmal ein nasses Handtuch holen, um die Dame etwas zu säubern, besonders die Hände. Gleichzeitig beruhigten wir das Mädel und sahen nun die eigentliche Wunde, welche sich am Kinn und nicht am Knie befand. Beim Notruf, den der Freund gemacht hatte, scheint dies vor lauter Aufregung verwechselt worden sein. (mehr …)

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Eine langweilige Freitagsschicht ? . . .


Ich besetze zusammen mit einem sehr erfahrenen Kollegen die Spätschicht auf einen Rettungswagen der Stadt. Es ist Freitag Nachmittag und ich bin eigentlich recht motiviert, doch meistens fahre ich dann nur recht uninteressante Einsätze.

Nach der Übergabe der Frühschicht an uns, checken wir erst einmal in aller Ruhe unser Auto. Es sollte alles in Ordnung sein. Doch bereits bevor wir uns wieder hoch in die Wache begeben, geht unser Melder.

Wir melden uns bei der Leitstelle und bekommen den Einsatz: Sturz als Notfalleinsatz in eine kleine Gemeinde außerhalb der Stadt. Mit „tatüta“ geht es nun also durch den regen Wochenendverkehr zum Einsatzort. An der Hauptstraße werden wir schon vorbildlich eingewiesen, da das Haus schwer zu finden ist.

Bereits vor Ort waren die Helfer vor Ort, die qualifizierte Erste Hilfe geleistet haben. Sie machen eine Übergabe an uns. Die über 80-jährige Patientin sitzt in der Küche auf einen Stuhl und ist deutlich zentralisiert. Sie war am Vorabend gestürzt und konnte nicht mehr selbst aufstehen. Der Blutdruck sowie Puls ist normal, die Sauerstoffsättigung kann nicht gemessen werden, da die Durchblutung eben sehr heruntergefahren ist. Schmerzen hat die Dame keine.

Wir bringen sie nach einen Bodycheck nach draußen und legen sie dort auf die vorbereitete Trage. Der helfer vor Ort verabschiedet sich und wir machen im RTW noch ein EKG und können nun auch eine sehr schlechte Sauerstoffsättigung feststellen. Das EKG ist in Ordnung und nach der gabe von Sauerstoff über eine Maske geht auch die Sättigung in den Normbereich deutlich über 90 %.  Somit ist alles für einen Transport fertig und es geht in eine kleinere Kreisklinik, da die Angehörigen dies so wünschen. Dort übergeben wir die nun deutlich fittere Patientin (was doch so ein bisschen Sauerstoff – oder Zauberstoff 😉 ausmacht) an das Personal der Notaufnahme. (mehr …)