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Hintergrundinformationen: Fraktur


Erläuterungen der Vorgänge im menschlichen Körper, die zu der Erkrankung bzw. dem Unfall geführt haben und der Gefahren, die sich für den Patienten daraus ergeben

Eine Fraktur ist eine Unterbrechung der Kontinuität eines Knochens unter Bildung zweier oder mehrerer Bruchstücke (Fragmente) mit oder ohne Verschiebung (Dislokation).

Dabei kann man offene und geschlossene (wie hier ohne herausgetretene Knochenfragmente) und verschiedene Arten wie Schaftfrakturen der Tibia oder Fibula, gelenknahe Frakturen und Gelenkfrakturen (Frakturen mit Beteiligung der Gelenkfläche und Luxationsfrakturen) unterscheiden, wobei die einzelnen Formen häufig kombiniert auftreten.

Die Frakturen entstehen durch Gewalteinwirkung entweder direkt (Schläge, Sturz) oder indirekt (Hebelwirkung) oder durch wiederholte Einwirkung von Mikrotraumen (Ermüdungsbruch).Ohne Gewalt kann eine pathologische Fraktur beispielsweise bei Tumoren oder schwerer Osteoporose entstehen.

Die klinischen Symptome eines Knochenbruchs werden als sichere und unsichere Frakturzeichen bezeichnet.

Unsichere Zeichen sind Schmerz, Schwellung, Hämatome und Bewegungseinschränkungen.

Wohingegen sichere Frakturzeichen Achsenfehlstellung des Knochens, Krepitation („Reibegeräusche“), unnatürliche/pathologische Beweglichkeit und sichtbare Knochenfragmente bei offener Fraktur sind.

Als Gefahren kann es aufgrund starker Schmerzen zum Schock kommen.

Weiterhin kann es zu Verletzungen von Nerven, Gefäßen, Gelenken und anderen benachbarten Strukturen sowie aufgrund des geringen Weichteilmantels im Unterschenkel Bereich besonders häufig zu Infektionen und zu einem Kompartmentsyndrom, dabei wird in Muskelgruppen am Unterschenkel durch einen erhöhten Druck im Gewebe die Durchblutung gemindert und es kann zu Gewebeschäden (Nekrosen) bis hin zum Absterben der Muskeln führen. Des weiteren können aufgrund der Immobilität zu Thrombosen und Lungenembolie auftreten.

Adventskalender Nr. 19


Stress Rettungsdienst

Klar hat man im Rettungsdienst des öfteren einmal Stress, doch dies ist eigentlich in jedem Beruf so. Während einer Notfallsituation ist dieser wahrscheinlich am größten.

Der Stress kann jedoch schon mit dem Alarm durch den Funkmelder beginnen. Tagsüber ist man darauf noch recht gut eingestellt, doch wenn man nachts schläft, ist es immer ein sehr unsanftes Aufwachen, welches mit Stress verbunden ist. Ein bisschen Adrenalin im Körper ist jedoch manchmal gar nicht so schlecht, denn so besiegt man seine Müdigkeit und ist konzentrierter.

Auch die Anfahrt zum Einsatzort stellt eine Stresssituation dar, denn die Anfahrt mit Sondersignal erfordert höchste Konzentration. Dabei muss sehr stark auf die anderen Verkehrsteilnehmer geachtet werden. Des weiteren ist eine eventuell fehlende Ortskenntnis manchmal ein Problem, denn schließlich muss auch die Einsatzstelle erst einmal gefunden werden. Dabei helfen Navis bzw. ortskundige Kollegen oft. Als Beifahrer stellt sich während der Anfahrt eher die Frage, was einem wohl erwartet.

Am Einsatzort muss man sich schließlich zunächst orientieren und den Patienten versorgen, vielleicht auch mehrere. Dabei müssen schnelle und sichere Entscheidungen für die weitere Behandlung getroffen werden. Die Handgriffe sollten sicher beherrscht werden und auch unter ungünstigen Bedingungen möglichst zügig gehen (notfalls nachts um 3 Uhr im dunklen Schneehaufen bei -10 Grad am Straßenrand).

Während des Einsatzes sollte man versuchen ruhig und konzentriert zu arbeiten. Am Anfang fällt dies den meisten schwer, denn es ist eben jedes mal eine neue Lage, die man bewältigen muss. Mit der Zeit jedoch wird man ruhiger und damit kommt auch die Sicherheit. Nach und nach wird alles zur Routine. Die „alten Hasen“, welche schon Jahrzehnte in dem Beruf arbeiten, sind von fast keiner Situation mehr überrascht. Dabei ist auch der Stressfaktor geringer.

Zwischen den Einsätzen sollte man versuchen zur Ruhe zu kommen, manchmal hilft auch etwas Arbeit wie Desinfektion oder Aufräumen um Abzuschalten. Aber es gibt naürlich Schichten, bei denen man kaum zur Ruhe kommt und eben sehr viele Einsätze hintereinander hat. So eilt man von einem Einsatz zum nächsten, macht sehr kurze Übergaben im Krankenhaus und kommt nicht zum Essen.

Jeder bewältigt diesen Stress anders. Über die Bewältigung von Stress werde ich sicherlich noch einmal berichten.