Mimen

Adventskalender 22: Wie wird man Mime beim Rettungsdienst


Die Frage nach Minen beim Rettungsdienst fand ich irgendwie doppeldeutig.

Man kann schließlich beim Rettungsdienst direkt kein Mime werden. Hier würde man ja einen echten Einsatz im normalen Einsatzgeschehen vortäuschen müssen.
Wobei wir auch im echten Leben immer wieder gute Schauspieler erleben, die uns eine Erkrankung vorspielen. Besonders bei verhafteten Personen kommt dies gerne mal vor.

Doch zu den normalen Mimen. Diese braucht man natürlich zu Übungen oder bei Ausbildungen. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten. Oft sind es Jugendgruppen von Hilfsorganisationen, die sich auf das Mimen spezialisieren. Es gibt aber auch zusätzliche Gruppen, die wirklich nur Mimen. Man kann hier auch extra Lehrgänge besuchen um dies zu erlernen. Besonders für das Schminken gibt es weitere Spezialausbildungen. Auch lernen Mimen einige Regeln und auch die Grenzen beim Schauspielen kennen.
Bei den Gruppen kann jeder Interessierte einfach nachfragen und mitmachen.

Die andere Möglichkeit ist einfach, dass man gegenseitig bei Ausbildungen mimt.
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Die Rettungsassistentenprüfung Teil II praktisch (2)


Nach drei von neun Prüfungsteilen war nun also ich wieder an der Reihe mit dem Fallbeispiel. Meine Nervosität war nun wieder einmal sehr groß, wobei ich eigentlich auch Vertrauen in mich hatte. Meine Teamkollegen unterstützen mich dabei nach unserem Motto: Gemeinsam rocken wir die Prüfung!

Vor dem Prüfungsraum checkten wir die Ausrüstung und bekamen von der Mimin die Einsatzmeldung: häusliches Umfeld, weiblich, Mitte 30, akuter Schmerzzustand als Notarzteinsatz.

Nach dieser Meldung war ich auch nicht wesentlich schlauer, denn wo die Schmerzen sind, wussten wir nicht. Naja man konnte jetzt rätseln und wir versuchten uns auf Akutes Abdomen oder aber etwas mit dem Herz zu einigen. Dabei ging ich kurz noch einmal die Medikamente durch und besprach mit meinem Team wegen der Aufgabenverteilung.

Danach wurden wir auch schon von einem Prüfer empfangen. Es folgte der übliche Teil mit Einsatzstelle sicher, ein Patient, Schutzausrüstung und als Notarzteinsatz, bevor das Szenario richtig beginnen konnte.  Wir haben eine Dame mittleren Alters (in Wirklichkeit eine sehr junge schlanke Mimin) zusammengekrümmt im Bett auf der Seite liegend vorgefunden.

Ich stellte mich vor und versuchte die Patientin dazu zu bringen, sich auf den Rücken zu legen, sie antwortete mir mit Schmerzen, aber immerhin hatte ich schon einmal eine wache, ansprechbare Patientin. Danach folgte die Beurteilung nach dem ABCDE-Schema. Die Atemwege waren frei, die Atmung etwas beschleunigt. ich ordnete Sauerstoffgabe an. Der Kreislauf war auch in Ordnung, der Puls beschleunigt, also leicht tachykard, ansonsten regelmäßig und kräftig. Die Rekap-Zeit war in Ordnung. Auch der Blutdruck war leicht erhöht. Dies konnte ich alles auf die Schmerzen zurückführen.  Bei D wurde der Blutzucker gemessen, welcher im Normbereich lag. Ansonsten erschien die Patientin neurologisch unauffällig, sodass ich auf eine nähere Untersuchung verzichtete. (Die Werte wurden mir alle gesagt, nachdem wir sie normal gemessen hatten).

Ich machte mich nun an die Berfragung der Patientin nach dem SAMPLER-SCHEMA und untersuchte sie genauer.

Diese gab starke Bauchschmerzen an, welche eher in die Leiste und nach hinten gerichtet waren. Somit hörte ich nun auf den Bauch, es waren normale Darmgeräusche. Danach palpierte ich das Abdomen, welche beim Abtasten weich war. Die Schmerzen waren auf der Seite deutllich größer, besonders beim Abklopfen, somit ein Flankenschmerz im Unterbauch. Die Mimin gab auch an, dass die Schmerzen seit ein paar Stunden bestehen würden und insgesamt immer stärker werden. Kolliken gab sie nicht an. Die Schmerzen seien nun unaushaltbar stark, wir brauchtne also einen Notarzt zur Schmerzbekämpfung, doch dieser war ja bereits mit alarmiert.  Als Allergie war nur eine Nussallergie bekannt, an Medikamenten nur die Pille, Vorerkrankungen ebenfalls keine relevanten.  Ich fragte auch nach einer möglichen Schwangerschaft, da es sich ja um Unterbauchschmerzen handelte, diese konnte nicht vollständig ausgeschlossen werden (die Mimin antwortete hier nur sehr zögerlich, war wahrscheinlich auch so gewollt). Dazu fragte ich auch noch den letzten Stuhlgang (ganz normal) und der letzten Mahlzeit (Frühstück, nur ein bisschen was). (mehr …)

Mimen und Selbsterfahrung


„Die besten Mimen bzw. Notfalldarsteller sind auch die besten Rettungsassistenten bzw. -Sanitäter, denn diese haben verstanden worauf es beim Notfall ankommt!“

Dieser Spruch kam vor kurzem während meiner Rettungsassistenausbildung bei der Auswahl eines Mimen zu einem Fallbeispiel.

Zunächst mussten wir alle über den Satz schmunzeln, doch in ihm steckt sehr viel Wahrheit.

Um wirklich gut einen Patienten zu spielen, muss man mehr als nur etwas schauspielern. Man sollte sich in die Situation des Patienten hineinversetzen können und die Hintergründe der Erkrankung oder Verletzung kennen.

So ist es klar, dass jemand der gerade einen Herzinfarkt erleidet, nicht wirklich gut drauf ist und sich freuen kann. Vielmehr wird er Angst haben und vielleicht auch auf den Rettungsdienst nicht gerade optimistisch zugehen.  Ein junges Mädel wird anders reagieren als ein alter Mann, der schon viel in seinen Leben durchgemacht hat (z.B. Schmerzempfinden). Diese Empfindungen könnte man sehr viel weiter treiben.

Dazu kommt das Hineindenken in Werte und Vitalparameter. Als Mime kann man sich diese selbst ausdenken, denn man weiß, wie Blutdruck und Puls oder Atemfrequenz ungefähr bei den verschiedenen Notfallbildern aussehen.

Genauso geht es mit Maßnahmen des Rettungsdienstpersonals und die Reaktion darauf. Ein Mime muss sich in den Patienten hineinversetzen und wissen, was ihm jetzt gut tun würde oder ob der Rettungsdienst gerade die Situation verschlimmert. So ist es bei der akuten Atemnot nun einmal schlecht, wenn sich der Patient hinlegen soll. Dies würde der Mime ebenfalls nicht tolerieren oder es wird ihm schlechter gehen.

Das gleiche ist mit der Applikation von Medikamenten. Eine Mime muss darauf reagieren können sich der fiktiven Gabe anpassen. Dies ist oftmals gar nicht so einfach, denn man muss nicht nur die Namen der Medikamente kennen, nein auch die Dosis und den Wirkeintritt sollte man beachten.

So merkt man, dass ein guter Mime wahrscheinlich auch als Rettungsdienstmitarbeiter ein“Guter“ sein wird. denn er denkt an seinen echten Patienten und kann die Situation einschätzen bzw. sich in die Lage hineinversetzen. (mehr …)

Die Trauma-Woche auf dem Weg zur Rettungsassistentin – Der letzte Tag mit der ITLS-Prüfung


Nach einer harten Traumawoche, sollten am letzten Tag als Abschluss die Übungsdurchläufe und die Prüfung nach ITLS stattfinden.

So begann der Sonntag Morgen zunächst mit einer Begrüßung für alle Teilnehmer. Dabei wurden wir in Teams zu je 3 bis 4 Personen geteilt. Die Gruppen wurden dabei absichtlich bunt gemischt, sodass ich mich in einem Dreierteam mit einem Krankenpfleger und einem Teilnehmer aus dem anderen Kursteil wiederfand. Dazu gab es für jede Gruppe einen genauen Übungs- und Prüfungsplan. Wir mussten somit immer sehen, wann wir uns in welchen Raum bei einem bestimmten Instruktor einzufinden hatten. Der Zeitplan war sehr genau geplant.

So waren am Vormittag insgesamt 4 Trainingsdurchläufe angesagt, sodass jeder Teilnehmer einmal als Teamleiter üben konnte. Als weitere Neuerung gab es nun geschminkte Mimen, die sehr gut ausgebildet waren, bzw. Puppen. Wir durften bzw. mussten hierbei auch die Kleidung zerschneiden und Dinge wie assistierte Beatmung waren möglich, nur invasive Maßnahmen durften natürlich nicht durchgeführt werden.

Mein Team verstand sich sehr gut und nach ein paar kleinen Anlaufschwierigkeiten bei der körperlichen Untersuchung meisterten wir die Fallbeispiele ganz gut. Wir hatten hierbei einen Sturz vom Pferd, einen Motorradunfall, einen Sturz vom Balkon aus großer Höhe sowie eine bewusstlose Person nach Schlägerei als Übungssituationen. Bei allen Fallbeispielen hatten die Patienten mehrere Traumata wie Wirbelsäulenverletzung, stumpfes Bauchtrauma, instabile Rippenserienfrakturen oder ein instabiles Becken, die es schnell zu versorgen und zu transportieren gab. (mehr …)