Mime

Mimen und Selbsterfahrung


„Die besten Mimen bzw. Notfalldarsteller sind auch die besten Rettungsassistenten bzw. -Sanitäter, denn diese haben verstanden worauf es beim Notfall ankommt!“

Dieser Spruch kam vor kurzem während meiner Rettungsassistenausbildung bei der Auswahl eines Mimen zu einem Fallbeispiel.

Zunächst mussten wir alle über den Satz schmunzeln, doch in ihm steckt sehr viel Wahrheit.

Um wirklich gut einen Patienten zu spielen, muss man mehr als nur etwas schauspielern. Man sollte sich in die Situation des Patienten hineinversetzen können und die Hintergründe der Erkrankung oder Verletzung kennen.

So ist es klar, dass jemand der gerade einen Herzinfarkt erleidet, nicht wirklich gut drauf ist und sich freuen kann. Vielmehr wird er Angst haben und vielleicht auch auf den Rettungsdienst nicht gerade optimistisch zugehen.  Ein junges Mädel wird anders reagieren als ein alter Mann, der schon viel in seinen Leben durchgemacht hat (z.B. Schmerzempfinden). Diese Empfindungen könnte man sehr viel weiter treiben.

Dazu kommt das Hineindenken in Werte und Vitalparameter. Als Mime kann man sich diese selbst ausdenken, denn man weiß, wie Blutdruck und Puls oder Atemfrequenz ungefähr bei den verschiedenen Notfallbildern aussehen.

Genauso geht es mit Maßnahmen des Rettungsdienstpersonals und die Reaktion darauf. Ein Mime muss sich in den Patienten hineinversetzen und wissen, was ihm jetzt gut tun würde oder ob der Rettungsdienst gerade die Situation verschlimmert. So ist es bei der akuten Atemnot nun einmal schlecht, wenn sich der Patient hinlegen soll. Dies würde der Mime ebenfalls nicht tolerieren oder es wird ihm schlechter gehen.

Das gleiche ist mit der Applikation von Medikamenten. Eine Mime muss darauf reagieren können sich der fiktiven Gabe anpassen. Dies ist oftmals gar nicht so einfach, denn man muss nicht nur die Namen der Medikamente kennen, nein auch die Dosis und den Wirkeintritt sollte man beachten.

So merkt man, dass ein guter Mime wahrscheinlich auch als Rettungsdienstmitarbeiter ein“Guter“ sein wird. denn er denkt an seinen echten Patienten und kann die Situation einschätzen bzw. sich in die Lage hineinversetzen. (mehr …)

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Blockwoche auf dem Weg zur Rettungsassistentin


Vor kurzem durfte unser berufsbegleitender Lehrgang zum Rettungsassistenten zum ersten Mal eine ganze Woche zusammen verbringen. Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber, der mich für diese fünf Tage freistellte und ich somit an allen Tagen vollständig anwesend sein könnte.

Allerdings machte mir meine Gesundheit bereits einen dicken Strich durch diese Rechnung. Ich lag zunächst mit einer ganz tollen Gastroenteritis zuhause und überlegte mir, ob ich überhaupt noch etwas Essen oder Trinken sollte. Meinen Magen-Darm-System ging es jedoch dann irgendwann etwas besser, sodass ich nach unzähligen Kamillentees und Zwieback wieder fitter wurde.

Somit verpasste ich nur einen Tag, an dem es genau um das Thema Verdauungssystem mit Anatomie und Physiologie ging. Auch ein bisschen Untersuchungstechniken anhand von Fallbeispielen wurde am ersten Tag durchgegangen.

Am zweiten Tag sollte noch einmal den ganzen Tag Theorie anstehen, nämlich die Pathophysiologie Abdomen, also sämtliche Erkrankungen im Bauchraum sowie Neurologie mit Anatomie und Physiologie. Hierbei merkten wir sehr schnell, dass es einmal mehr sehr umfangreich ist und man am Nachmittag nicht mehr sehr aufnahmefähig ist.  Doch unsere Dozenten, ein sehr erfahrener Rettunsassistent mit pädagogischen Studium und vielen weiteren Zusatzausbildungen sowie ein Assistenzarzt machten einen interessanten Unterricht.

Auch am dritten Tag gab es noch etwas Theorie, nämlich zum Thema neurologische Notfallbilder. (mehr …)