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Tür Nr. 12


Macumarpatienten Schnittwunden versorgen oder Stoppen einer Blutung bei Blutverdünnungsmedikamenten

Grundsätzlich ist das Versorgen einer Wunde bei allen Patienten gleich. Die betroffene Stelle wird steril abgedeckt und danach verbunden. Bei stark blutenden Wunden wird dabei ein Druckverband angelegt. An manchen Stellen ist dies jedoch schwierig und so drückt man manuell mit der Hand stärker auf die Blutung.

Bei Patienten, welche Blutverdünnungsmedikamente, worunter auch Macumar fällt, nehmen, führt die herabgesetzte Gerinnung dazu, dass bereits eine kleine Wunde sehr stark bluten kann. Weiterhin ist die Blutung schwerer zum Stillstand zu bringen. Deshalb kann für Menschen mit Blutverdünnungsmedikamenten bereits ein kleiner Unfall zu größeren Blutungen und hohen Blutverlust führen. Die betroffenen Personen wissen darüber bescheid und geben normalerweise mehr Acht auf mögliche Gefahren.

Im Einsatz kommt vom Rettungsdienstpersonal sehr häufig die Frage nach der Einnahme von Blutverdünnungsmedikamenten wie Macumar, ASS oder Heparin durch den Patienten. Falls die Frage mit Ja beantwortet wird, wissen wir, dass die Blutung stärker sein wird und die Gefahr einer inneren Blutung ebenfalls höher ist.

Die Wunde wird jedoch normal versorgt (meist eben mit einem Druckverband, um die Blutung zu stillen) und der Patient möglichst zügig zur weiteren Versorgung ins Krankenhaus gebracht.

Angehörige wissen immer alles besser…


Ich war wieder einmal auf dem Krankenwagen unterwegs und zwar als Begleiterin zusammen mit einem jungen Rettungsassistenten als Fahrer. An diesem Samstag war einiges los und so sollte unser dritter Einsatz am Vormittag quer durch die Stadt zu einem Patienten mit einer Einweisung gehen. In der Straße angekommen, sahen wir bereits den Pflegedienst vor der Haustür stehen und winken. Um in die richtige Richtung zu stehen, kehrten wir jedoch noch um und fuhren so erst einmal an den 2 Pflegekräften vorbei. Danach parkte mein Fahrer hinter dem Auto des Pflegedienstes. Zur Begrüßung hörten wir von den beiden Damen nur, dass wir ja fast vorbei gefahren wäre und ob wir sie nicht gesehen hätten. Also stellten wir kurz klar, dass wir nur umgekehrt hätten. Die Pflegekräfte des ambulanten Dienstes hatten es sehr eilig und so müssten sie jetzt auch weiter und gingen nicht mit uns zum Patienten, der jedoch eine sehr ansteckende Erkrankung hätte. So ansteckend war es jedoch nicht, denn es handelte sich um Clostridien und diese sind nun einmal in den Ausscheidungen des Patienten enthalten, sodass man nicht von hoch ansteckend ausgehen kann, aber nun gut.

Wir gingen zunächst einmal zum Hauseingang, wo uns bereits die Tür von der Ehefrau des Patienten geöffnet wurde. Mein Kollege stellten uns vor und wir wurden als „gleich so großes Empfangskommando“ bezeichnet. Danach traten wir ein und stellten uns im Wohnzimmer auch dem im Pflegebett liegenden älteren Herren vor, der eben wegen der Clostridien zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden sollte. Die Ehefrau und der ebenfalls anwesende Sohn waren sich aber sofort darüber einig, dass wir beiden, also mein schlanker junger Kollege und ich als Frau, den Patienten nicht transportieren könnten, denn er müsse ja aus dem Haus getragen werden und dazu wären wir nicht in der Lage.

Sie meinten auch, dass beim letzten mal vier kräftige, starke Männer sich an dem normalgewichtigen alten Herren abgekämpft hätten und ihn fast nicht mit dem Tragetuch auf die vor dem Haus stehende Trage befördern konnten. Von den Angehörigen könnte auch keiner mithelfen.
Mein Kollege meinte daraufhin nur, dass wir das schon schaffen würden. (mehr …)

Rückblick: Das erste mal als Fahrerin mit Sondersignal


Ziemlich am Ende einer meiner ersten KTW-Schichten als Fahrerin hörten wir auf der Rückfahrt zur Wache eine Alarmierung über einen Verkehrsunfall PKW gegen Radfahrer, der jedoch nicht direkt auf unserer Fahrtstrecke lag, also nichts, damit wir zu einer Erstversorgung fahren sollten. Mein Begleiter ist dabei ein junger Rettungsassistent, mit dem ich mich schon immer gut verstehe, so will er auch, dass ich möglichst viel Erfahrung sammeln kann. Doch am Ende dieser 12 Stunden Schicht sind wir beide schon recht müde und hören etwas Radio.

Auf einmal spricht uns die Leitstelle an, sie hätten einen Notfalleinsatz für uns, also fuhr ich langsam am Straßenrand der Straße, und mein Kollege notierte die Daten. Es sollte doch tatsächlich zu diesem Verkehrsunfall gehen. Ich war schon etwas aufgeregt, denn dies bedeutete jetzt, dass ich Blaulicht und Martinshorn einschaltete und mit den Sondersignalen zum Einsatzort fahren würde. Also beide knöpfe betätigt und los ging die Fahrt. Mein Begleiter wusste ebenfalls, dass dies meine erste „eigene“ Fahrt mit Sondersignal war und unterstütze mich beim Schauen und Aufpassen auf den Verkehr.

Zügig kamen wir Richtung Einsatzort, doch in der Ortschaft mussten wir noch kurz den Einsatzort suchen, was aber recht schnell ging, da der Notarzt und ein Rettungswagen bereits vor Ort waren.

Wir nahmen deshalb nichts von unseren Auto mit, da der Rettungswagen viel mehr Equipment dabei hatte wie wir als Krankenwagen. Doch auf der Straße, wo es mittlerweile regnete war niemand, sondern wir wurden in ein Haus gebeten, direkt ins Wohnzimmer, wo wir bereits einen Menschentraubel vorfanden. Hier waren 2 Helfer vor Ort, 2 Mann Rettungswagenbesatzung, Notarzt und sein Fahrer sowie 2 Ersthelfer und nun auch noch wir zu finden. Dabei musste man erst einmal die 2 Patienten „suchen“.  So viele Menschen in diesem kleinen Wohnzimmer und dazu noch die medizinischen Dinge und die Trage, das war ein wenig zu viel.

Doch was war passiert? Ein Verkehrsunfall im Wohnzimmer wohl eher nicht! Nein, die Ersthelfer beobachteten den Unfall auf der Straße und da es zu regnen began, nahm man eben die Patienten mit in die „gute Stube“ um auf den Rettungsdienst zu warten.

Nachdem wir uns mit der Rettungswagenbesatzung und vorallem dem Notarzt abgesprochen hatten, war nun auch klar, was passiert war und welchen Patienten wir wohin mitnehmen sollten. Dabei konnte unser Patient noch laufen, er hatte augenscheinlich nur einen Schock und eine Verletzung am Arm. So brachten wir ihn zu unseren Krankenwagen und nach Messung der Vitalparameter, also Puls und Blutdruck, ging es rasch in die Klinik, wo auch der Rettungswagen mit Notarzt hinfuhr. Dort bekamen wir nach der Übergabe an die Klinik auch den Transportschein vom Notarzt unterschrieben, sodass meine erste Blaulichtfahrt als Fahrerin auch gleich ein Notarzteinsatz war.

Ich denke gerne an diesem Einsatz zurück, denn es war nicht nur meine erste eigene Sondersignalfahrt, sondern auch der „Verkehrsunfall im Wohnzimmer“ mit so vielen Menschen war etwas ganz Besonderes. Auch fährt man mit dem KTW nicht so oft einen Notarzteinsatz, doch mit diesem Kollegen immer wieder gerne, doch das ist eine andere Geschichte.

Wenn man noch nicht genug hat oder dem Schlaf beraubt…


Nach einer ganz normalen Nachtschicht auf dem Rettungswagen, war es mein Plan nach der Übergabe an die Tagschicht noch 3 Stunden auf der Rettungswache im Bett zu schlafen. Dies mache ich manchmal, wenn ich dann vormittags einen sportlichen Wettkampf habe und sich die Heimfahrt für mich nicht lohnt, da ich dann nur noch sehr wenig schlafen könnte.

So machte ich es mir also nach der gemütlichen Schichtübergabe noch einmal im Schlafsack gemütlich, dabei behalte ich bequemlicherweise meine Rettungsdienstkleidung noch an. Ich konnte zwar noch ganz gut schlafen, doch immer wieder wurde ich durch Einsatzmeldungen wach, es schien also viel los zu sein, an diesem Sonntagmorgen.

Irgendwann einmal hörte ich erneut einen Piepser, auf dem jedoch keiner ausrückte und als ich auch die weiteren Piepstöne hörte, kam mir dies seltsam vor. So stand ich auf und ging noch halb schlafend die Treppe runter zu den Ladestationen mit dem Einsatzmelder. Dort sah ich, dass dies der Melder des Ersatzrettungswagens war. Es waren also die beiden anderen RTWs bereits im Einsatz und jetzt wurde der Hintergrunddienst alarmiert.

Nachdem ich auf der Wache war und eigentlich auch wieder halbwegs ausgeschlafen, ging ich, nachdem ich unten in der Halle etwas gehört hatte, runter und dort wartete bereits ein anderer ehrenamtlicher Kollege auf Unterstützung um den Rettungswagen zu besetzen.

Wir meldeten uns also bei der Leitstelle und ich stieg auf den Fahrerplatz. Es sollte in einen Außenort gehen, dort hatte ein Mann Schmerzen in der Brust. Also ging es als Notfalleinsatz dorthin und vorbei war mein „Feierabend“ oder besser -morgen.

Mit uns wurde auch ein nahes Fahrzeug eines Einsatzleiters zur Erstversorgung alarmiert, der bereits vor uns am Einsatzort war. Dort eingetroffen, gingen wir mit unseren Equipment, vorsichtshalber einmal alles, also Notfallkoffer, EKG, Beatmungsgerät und Absaugpumpe hoch ins Schlafzimmer des Patienten. Nach einer kurzen Begrüßung und Übergabe durch den erstversorgenden Rettungsassistenten, stellten wir zunächst normale Vitalwerte und auch ein normales EKG fest, also erst einmal Entwarnung. Denn Brustschmerzen in Verbindung mit Rückenschmerzen, die der Patient hatte, sind ein typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt. Nach weiterer Anamnese stellte sich auch ein Rückenleiden fest, sodass wir den Patienten zur Schmerzbekämpfung mit ins Krankenhaus nahmen.

Mithilfe eines Transportstuhls ging es zu uns in den Rettungswagen und danach in das Krankenhaus. Nach der Übergabe dort, fuhren wir zur Wache zurück und diesmal hatte ich endlich wirklich frei, denn meine Sportkollegen warteten schon in der nahegelegenen Halle auf mich.

Ich kann dazu nur sagen, Schlafen auf der Wache nach dem Dienst ist nicht immer so ruhig, aber irgendwie kann man als Helfer dann doch nicht einfach liegen bleiben, wenn man einen Alarm hört. Also lässt man sich doch des Schlafes „berauben“, um anderen Menschen schnell helfen zu können.

Ungewöhnliche Ruhe


Es war mal wieder eine Samstag Nacht Schicht auf dem Rettungswagen zu fahren. Zu Dienstbeginn war es schon ziemlich ruhig, also wurde in aller Ruhe zuerst das Auto gecheckt und danach etwas gegessen, denn man weiß ja nie, wann man dazu wieder Zeit hat. Auch die Gegenschicht machte ihre Dienstübergabe und es wurde über Gott und die Welt geplaudert, denn dazu hat man auch nicht immer Zeit. Danach konnte man sich schon dem gemütlichen Teil auf dem Sofa widmen und auf den ersten Einsatz des Abends zu warten.

Nach mittlerweilen schon über 2 Stunden Dienstzeit, dann der erste Alarm, es sollte zu Atembeschwerden als Notfalleinsatz gehen. Am Einsatzort angekommen erwartete meinen Begleiter und mich schon der Nachbar, der uns zum Patienten führte. Dieser hatte seit einigen Stunden Atembeschwerden, außerdem sei ihm übel und der Brustkorb drückte etwas, also typische Anzeichen für einen Herzinfarkt bzw. eine Herzinsuffizienz. So alamierte mein Begleiter zügig den Notarzt nach. Ich machte fix ein EKG und stellte die Sättigung und den Blutdruck fest. Alle Werte waren nicht die Besten, der Blutdruck eher zu hoch, die Sättigung ziemlich schlecht und auch das EKG war auffällig. Der Rettungsassistent legte dann schon mal einen Venenzugang. Danach traf schon der Notarzt ein und beschloss weiteres  bis auf 2 Hub Nitrospray im Rettungswagen zu erledigen. Auch wurde vom Notarzt beschlossen, dass der Patient noch zum RTW laufen könnte, was uns zwar den Transport ersparte, sich jedoch im RTW angekommen, für unseren Patienten als schlecht herausstellte, da er nun starke Atembeschwerden hatte. also gab es gleich einige Medikamente und ausreichend Sauerstoff. So ging es dann mit Voranmeldung mit Verdacht auf dekompensierte Herzinsuffizienz ins Klinikum. Dort übergaben wir unseren Patienten und fuhren zur Wache zurück.

Auf der Wache angekommen, war erst einmal etwas Zeit, etwas Fern zu schauen, was jedoch nicht wirklich erfolgreich war, denn unser Melder ging erneut. Diesmal sollte es auf die Autobahn, einige Kilometer entfernt gehen, genau in Richtung meines Wohnorts. Also fuhren wir zügig mit Sondersignal durch den Abend zum gemeldeten PKW-Brand. Ich freute mich schon etwas, meine Feuerwehrkollegen zu sehen. Der Einsatzort sollte erst einmal nicht gefunden werden, doch nach Rücksprache mit der Leitstelle fanden wir schließlich das in Vollbrand stehende Fahrzeug, welches gerade durch die Feuerwehr gelöscht wurde. Am Eisnatzort angekommen, war das Fahrzeug nun fast gelöscht, doch auf der voll gesperrten Autobahn war kein Fahrer zu finden. Die Melder des Brandes konnten uns dazu auch keine Auskunft geben. So hieß es erst einmal in das Fahrzeug schauen, ob nicht noch der Fahrer drin saß,  was jedoch zum Glück nicht der Fall war. Danach ging die Suche los, es sollte über eine steile Böschung nach oben gehen, doch nirgends war jemand zu sehen. Nach Rücksprache mit der Polizei wurde schließich einige Kilometer weit entfernt, in der nächsten Ortschaft, ein Mann aufgegriffen, welcher der Fahrer des Autos war. Die Hintergründe des Brandes blieben uns jedoch verschlossen, wenn auch recht seltsam. Der Einsatz brachte mir immerhin noch einen Plausch mit den Feuerwehrkollegen bevor es wieder zur Wache zurück ging.

Dort angekommen, beschloss ich erst einmal nicht wie mein Kollege ins Bett zu gehen, denn meistens dann, kommt ein Einsatz. Ich nahm stattdessen mit einem Kollegen, der anderen Rettungswagenbesatzung noch einen Mitternachtsimbiss ein und unterhielt mich etwas. Es war sehr ruhig und sodass ich dann doch irgendwann ins Bett ging und ruhig schlafen, ähh nein Ruhen konnte. Aufwachen sollte ich erst wieder durch meinen Handywecker, der mich kurz vor Schichtende weckte. Somit konnte ich noch ein Ruhe einen Kaffee trinken und an die Kollegen eine Übergabe machen, bevor ich mich nach Hause verabschieden konnte.

Ich muss sagen, dies war bisher meine ruhigste Samstag-Nachtschicht, mit nur einem Transport und einer Absicherung, aber sowas muss auch mal sein und nicht immer nur Durchfahren!