Hausnotruf

Adventskalender Nr. 15: Hausnotruf Nachtschicht


Bei uns im Rettungsdienstbereich werden viele Hausnotrufeinsätze durch den Rettungsdienst abgearbeitet, besonders nachts und  an den Wochenenden fahren wir zu (fast) allen Hausnotrufalarmen.

Gerade nachts fahren wir zu allen möglichen Hausnotrufen. Die Schlüssel dazu liegen in einem speziellen Schüsselkasten (mit dem man wiederum nur mit einem Schlüssel für die RTW-Besatzungen heran komm) auf den jeweiligen Rettungswachen.

Es gibt dabei verschiedene Arten von Alarmen. Zum einen die 24-Stundenalarme, d.h. der Hausnotrufteilnehmer hat in den letzten 24 Stunden die Bestätigungstaste auf seinen Gerät nicht zurückgesetzt, meistens vergessen dies die älteren Leute schon einmal oder sie sind nicht zuhause und vergessen sich abzumelden.

Dann die aktiven Alarme ohne Rückmeldung, d.h. der Teilnehmer am Hausnotruf hat die Alarmtaste am Gerät oder an seinen „Funkfinger“ gedrückt und es konnte aber kein direkter Kontakt zwischen Hausnotrufleitstelle und Notrufer hergestellt werden. Hier weiß man leider gar nichts was los ist, aber es sollte jemand vor Ort sein.

Dazu gibt es dann noch die Alarme in den über den Hausnotruf eine konkrete Hilfssituation vorliegt. Hier weiß der Rettungsdienst in etwa, was passiert ist. Oftmals ist dies bei Stürzen so, dem Patienten muss wieder hoch geholfen werden und es muss geschaut werden, ob er verletzt ist oder nur einfach nicht mehr alleine aufstehen konnte. Auch bei anderen medizinischen Notfällen drücken die Teilnehmer gerne den Hausnotruf anstatt direkt beim Notruf über die 112 anzurufen. So fährt man dann auch zum Herzinfarkt oder der Kopfplatzwunde mit dem passenden Schlüssel zum Patienten oder aber es sind bereits Angehörige vor Ort, welche die Türe öffnen können. (mehr …)

In einer Nacht quer durch das Leitstellengebiet…


Für mich recht ungewöhnlich war ich Sonntag Nacht auf dem RTW als Fahrerin unterwegs. In einer solchen Nacht, kann man entweder totale Ruhe oder aber viel unterwegs sein. Die Kollegen hatten bereits die ganze Woche über sehr viele Einsätze gefahren und so stellte ich mich eher auf Ruhe ein, da es ja irgendwann wieder einmal anders werden muss.

Mein Kollege, ein erfahrener Rettungsassistent, der nie um einen blöden Spruch verlegen ist, und ich checkten also zu Beginn der Schicht nach der Übergabe den RTW, um danach zum gemütlichen Teil überzugehen. Es gab nämlich von einem anderen Kollegen ein super leckeres Erdbeertiramisu, welches natürlich von der anderen RTW-Besatzung und uns vernascht wurde.

Danach ging zum ersten Mal unser Melder, es sollte zur Gebietsabsicherung gehen, doch bereits an der 2. Ampel durften wir wieder umkehren. Somit war also nochmals Zeit zum Plausch mit den Kollegen.

Bald wurden wir allerdings wieder alarmiert: diesmal schickte uns die Leitstelle auf eine Außenwache, ebenfalls zur Gebietsabsicherung, da die dortigen Kollegen weiter weg fuhren. Somit ging die Fahrt zur nächsten Wache, wo wir uns es auch auf dem Sofa gemütlich machten und mit dem dortigen Notarzt-Fahrer quatschen konnten. Nach etwas einer Stunde durften wir den Heimweg wieder antreten.

Auf der Wache unterhielten wir uns noch etwas, um recht bald schalfen zu gehen. Leider war dieser Plan nicht der, den die Leitstelle für uns hatte. Es klingelte nämlich das Telefon, was meistens bedeutet, dass wir einen Hausnotruf fahren.  Hier war es ein 24-Stunden Alarm, d.h. die Teilnehmerin am Hausnotruf hatte innerhalb des letzten Tages den Knopf zur Zurückstellung nicht betätigt. Nach Suchen der richtigen Schlüssel aus dem Kasten, ging es mit den Wohnungsschlüsseln in einen Außenort, wo wir dank Navi recht schnell an der Adresse ankamen. Der RA klingelte und sperrte die Haustüre des Hauses auf. Beim Hineingehen hörten mein Kollege und ich bereits einen sehr lauten Fernseher oder ähnliches. So holte ich schon einmal den Notfallkoffer, denn dies bedeutet meist nichts gutes. Währenddessen ging der RA in das Zimmer, wo die Stimmen aus dem Gerät zu hören waren, er erblickte eine schlafende Dame, welche er aufweckte. Sie erschreckte erst einmal, danach meinte sie, dass sie eingeschlafen war und den Hausnotruf total vergessen hätte. Kann ja mal passieren. Wir stellten den Alarm noch zurück und machten uns auf den Weg zur Wache.

Auf der Rettungswache angekommen, wollte ich mich schnell in meinen Schlafsack kuscheln, doch es sollte wieder zur Gebietsabsicherung in eine andere Außenwache gehen. (mehr …)