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Verlegung – eine ganz entspannte Schicht


In meinen Urlaub konnte ich auch ein paar Mal unter der Woche Rettungswagen fahren. So sollte es an diesem Tag die letzte Frühschicht mit einem meiner Lieblingskollegen werden, denn langsam neigte sich meine freie Zeit doch dem Ende zu.
Es war jedoch sehr wenig los an diesem Morgen. So haben wir in Ruhe Zeitung gelesen, mit den Kollegen geplaudert und schließlich noch angefangen die gewaschene, frisch angelieferte Wäsche einzusortieren. Doch nun sollte unser Melder zum ersten Mal an diesem Tag piepsen.

Im Auto meldeten wir uns am Funk und bekamen den Einsatzauftrag von einem Krankenhaus im Landkreis eine Patientin in eine Uniklinik zu verlegen. Der Transport sollte durch den RTW stattfinden, da die Krankenwagenbesatzung abgelehnt hatte, weil die Patienten wohl öfters einen Kollaps habe.

So ging es also zur Klinik um die Patientin abzuholen. Auf den Weg dorthin war es uns bereits klar, dass wir an diesem Tag wohl nichts anderes mehr fahren würden, da die Zeit dazu nicht ausreichen würde.

In der Klinik holten wir die Patientin mit der Trage ab. Bevor es zur Uniklinik gehen sollte bekam die „Problem-Patientin“ noch etwas zur Blutdrucksenkung, denn sie hatte starke Schwankungen bedingt durch ihre sehr seltene Erkrankung. Deshalb kam es bei dir öfters zum Kollaps, jedoch laut ihrer Aussagen nur, wenn sie steht und das würde sie im Rettungswagen ja nicht.
Wir stellten uns bei der sehr netten und gesprächigen Dame vor und sie konnte es sich danach auf unserer Trage bequem machen. Alles lief sehr entspannt und ruhig ab. Es war auch noch kurz Zeit für die Verabschiedung von dem netten Pflegepersonal der Station.

Mein Kollege und ich brachten die Patientin mittleren Alters in den Rettungswagen. Danach fuhr ich gemütlich zu Uniklinik, wo die Dame bereits angemeldet worden war. Mit dem Rettungswagen darf man bei solchen nicht kritischen Verlegungen nur 80 km/h fahren, sodas es nun einmal etwas dauert, was uns in diesem Fall jedoch nicht störte, denn es war ja eine recht fitte, kreislaufstabile und gesprächige Patientin mit der sich mein Begleiter während des Transportes gut unterhalten konnte.

Nach 1,5 Stunden hatten wir die Uniklinik erreicht und suchten die Station, wo wir erwartet wurden. Dies ist in einem so großen Krankenhaus nicht immer einfach, denn die Gänge sind dort sehr lange, nämlich über 1,5 km in die eine Richtung. Mit ein wenig Hilfe durch Pflegepersonal fanden wir schnell die richtige Station, wo wir die Dame in ein Bett umlagern konnten, die Papiere an die Stationsleitung übergaben und uns verabschiedeten.

Vor der Rückfahrt konnten wir noch kurz etwas Essen, da wir zeitlich gut dran waren. Danach ging es zurück zur Wache, auf der wir genau zu Schichtende bereits von den ablösenden Kollegen erwartet wurden.

Dies war eine sehr entspannte Schicht mit einem ruhigen, sehr netten Kollegen und einer Patientin, die auch durch den KTW transportiert hätte werden können. Man muss auch mal solche „erholsamen“ Schichten haben, denn Stress hat man oft genug. Auch empfinde ich es als schön, wenn man sich auf solch einer langen Fahrt mit dem Patienten unterhalten kann, was mein Kollege sehr gut gemacht hat und somit die Fahrzeit überbrückt hat. Für mich als Fahrerin ist ein solcher Transport mit fast ausschließlich Autobahn auch immer ruhig, da ich es persönlich mag mit der LKW-Geschwindigkeit so dahin zu fahren.

Erstversorgung mit dem KTW


Seit langer Zeit einmal wieder auf dem Krankenwagen an einem Samstag unterwegs, war ich diesmal als Begleiterin zusammen mit einem Bundesfreiwilligendienstler. Zu Beginn der Schicht hatten wir unser Auto gecheckt und warteten jetzt, was der lange Tag so bringen würde.

Doch schon bald sollte mein Melder piepsen und uns zu einer Einweisung in die Klinik alarmieren. So fuhr mein Kollge den Krankenwagen heraus und ich meldete mich am Funk. Doch nun hatte die Leitstelle einen Notfall herein bekommen und die Rettungswagen bei uns in der Stadt waren bereits alle bei anderen Einsätzen verplant. So sollten wir eigentlich auf einen Ersatz-RTW umsteigen (wie dies abläuft habe ich ja bereits berichtet), doch dies war nicht möglich, da mein Kollege keinen Führerschein für den RTW besitzt bzw. nicht Begleiten darf, da er kein Rettungssanitäter ist.
Somit disponierte die Leitstelle um und wir sollten zu dem Einsatz, ein Sturz durch eine Glasscheibe bei einem Macumar-Patienten mit dem KTW zur Erstversorgung fahren. Der Notarzt und ein Rettungswagen aus einer anderen Stadt wurden ebenfalls alarmiert.

Zügig ging es nun also mit Sonderrechten zum Einsatzort, einer recht nahe gelegenen Wohnung in einem Mietshaus, wo wir bereits von der Ehefrau und einer Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes erwartet wurden. Mit unseren kleinen Notfallkoffer kamen wir also beim Patienten im 4. Stock an und quetschen uns erst einmal in die Küche, wo der ca. 75 Jahre alte Mann an der kaputten Tür lag. Zunächst einmal war sehr viel Blut am Hinterkopf erkennbar, worauf er gefallen war. Zusammen mit meinen Kollegen richteten wir den Patienten, der wach und ansprechbar war, gleich einmal auf, um die Wunde näher begutachten zu können. Diese war eigentlich recht klein (ca. 2×4 cm), doch sie blutete durch die Blutverdünnungsmedikamente eben recht stark. Danach bedeckten wir die Wunde zunächst nur mit Kompressen und ich versuchte etwas Druck auf die Blutung auszuüben, um sie zu stoppen. Während wir auf den Notarzt warteten haben mein Kollege den Patienten noch von seiner Strickjacke mit Scherben befreit und Blutdruck gemessen als auch schon einmal eine Infusion vorbereitet. Natürlich redeten wir mit dem älteren Herren und fragten ihn nach dem Unfallhergang als auch nach weiteren Dingen wie Vorerkrankungen oder Medikamenten.

Jetzt traf auch der selbstfahrende Notarzt ein, der sich die Wunde zunächst anschaute. Danach konnte ich einen leichten Druckverband auf die Blutung machen. Da unser NA den Patienten aus der Küche mit den herumliegenden Scherben heraus haben wollte,  untersützten wir den Mann, welcher jetzt auch über Schmerzen im Knie und Brustbereich klagte, beim Gehen in ein anderes Zimmer.  Im Wohnzimmer setzten wir den Patienten schließlich aufs Sofa, wo der Notarzt einen Zugang legte und wir weitere kleinere Abschürfungen mit Verbänden versorgen konnten. Mittlerweile waren auch alle Verbandsmaterialien in unseren doch sehr kleinen Notfallkoffer aus dem KTW verbraucht. Des weiteren habe ich noch einmal Blutdruck gemessen, welcher immer noch hoch war, da unser Patient bekannter Bluthochdruckpatient ist und an diesem Morgen seine Medikamente noch nicht eingemommen hatte.

Jetzt konnten wir als Krankenwagen mit unser Ausstattung nicht mehr viel machen, da der Notarzt eben nicht durch uns, sondern mit dem Rettungswagen transportieren wollte. Immer wenn ich sagte, dass wir dies oder das, wie z.B. Blutzuckermessgerät, nicht dabei haben, dann meinte der Notarzt:  “ Was würde ich nur ohne euch machen, gut dass ihr da seid!“

Da fragt man sich dann doch als Besatzung des KTWs, was wäre, wenn der Notarzt wirklich als erstes eintrifft und natürlich aus seinem Fahrzeug nicht den Notfallrucksack und EKG oder Beatmungseinheit mitnimmt. In einem solchen Fall wäre er nämlich dann ganz schön aufgeschmissen, aber in diesem Fall waren wir ja da und der NA nicht ganz so hilflos.

Der Notarzt gab der Leitstelle kurz eine Lage und nach kurzer Wartezeit traf auch der Rettungswagen ein. Zusammen mit uns setze die RTW-Besatzung  den Herren in den Transportstuhl und transportierten ihn die Treppen bis zum Aufzug herunter.  Unten lagerten wir ihn auf die Trage um und dann übernahm die RTW-Besatzung komplett und unsere Aufgabe der Erstversorgung war gemeistert. Für meinen jungen Fahrer war es jedenfalls ein guter Einsatz, um sein gelerntes Wissen endlich einmal in der Praxis umzusetzen und dies hat er gut gemacht.

Verkehrte Welt ?!


An einem Abend ging mein Feuerwehrpiepser, also fuhr ich zügig zum Feuerwehrhaus, doch es war nur eine Verkehrsabsicherung nach einem Unfall gemeldet. Dafür wird normalerweise nur wenig Personal benötigt und so kam es auch. Ich bin nicht mit zum Einsatz gefahren. Doch die restlichen anwesenden Feuerwehrleute blieben auf Bereitschaft, denn es war anscheinend noch ein weiterer Unfall passiert, bei dem wir vielleicht gebraucht wurden.

Nach einer Weile sollten wir das Löschfahrzeug besetzten und dann kam der Einsatzgong, fast wie in der Berufsfeuerwehr. Doch jetzt wurden alle überrascht, denn es sollte zu einem Rettungsdiensteinsatz gehen und zwar als Erstversorgung, da weit und breit kein Rettungsmittel verfügbar war. So fuhren wir also mit Sondersignal zu einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung, wo uns eine artierielle Blutung erwarten sollte.
Unser Löschfahrzeug war mit genug Feuerwehrpersonal mit Rettungsdienstausbildung besetzt, denn es befanden sich ein Rettungsassistent (gleichzeitig Maschinist) und 3 Rettungssanitäter darin. Materialtechnisch waren wir mit einem gut gefüllten Notfallrucksack und einem Defi  ebenfalls vorbildlich ausgerüstet.

Ich dachte zunächst, dass der Rettungsassistent und der Angrifftrupp (2 RS) den Einsatz abarbeiten würden, doch mir wurde von einem der beiden anderen Rettungssanitäter der Vortritt gelassen.

Wir betraten also die Wohnung und sahen schon von weiten nur noch rot, denn das Blut war überall verteilt. Auf den ersten Blick war niemanden von uns kalr, wo es überhaupt blutet, da die Dame überall voll Blut gewesen ist.

Die Betreuerin meinte dabei zur Patientin: „Keine Angst, die Feuerwehrleute sind eigentlich fast sowas wie Ärzte, die haben sich nur etwas verkleidet!“

Der Rettungsassistent kümmerte sich sofort um die ca. 50 jährige geistig und körperlich behinderte Patientin, die in eine zerbrochene Flasche gestürzt war und sich dabei den komletten Unterarm zerschnitten hatte. Währendessen bereiten wir beiden Rettungssanitäter eine Infusion vor, haben den Blutdruck gemessen und suchten alles Verbandsmaterial aus unseren Rucksack. Die Vebandssachen sollten nach und nach nun alle um den Arm der Patientin landen, da es trotz Druckverband immer wieder durchblutete. Dabei hatte die Patientin bei unseren Eintreffen allerdings bereits Mototrik- und Sensibilitätsstörungen in dem betroffenen Arm. Als dieser Arm versorgt wurde, legte der Rettungsassistent noch einen Zugang.

Aufgrund der starken Blutung und der Semsibilitätsstörungen wurde von dem weiteren Rettungssanitäter über den Rettungsdienstfunkkanal ein Schockraum in einer Uniklinik in der benachbarten Großstadt angefordert. Sicherlich horchten da einige etwas genauer hin, wenn ein Feuerwehrfahrzeug am Rettungsdienstkanal funkt.

Bei Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes musste die Patientin nur noch auf die Trage umgelagert und vorsichtig zum Rettungswagen gebracht werden. Nach dem Einladen in den RTW und der Medikamentengabe durch den Notarzt ging es mit dem Rettungsassisenten von uns zur Unterstützung in die Uniklinik, in der die Leitstelle die Patienten angemeldet hatte.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich im Rettungsdienst meist internistische Notfälle habe und wirklich sehr selten chirurgische Dinge sehe, die interessant sind. Ich mag dabei auch gerne mal einen solchen Notfall, doch dass man diesen mit der Feuerwehr fährt ist doch eher seltener. Genauso wie das Anmelden eines Schockraumes durch ein Löschgruppenfahrzeug ein Highlight am Funkkanal darstellt. Eben einfach eine etwas „verkerhte“ Welt!

Der ganz normale Wahnsinn in einer Nachtschicht…


Nachdem ich ja jetzt doch schon einige RTW-Schichten gefahren bin, freute ich mich, mal wieder mit einen meiner Lieblingskollegen zu fahren. Mit diesem bin ich als „Dritt“ sehr oft mitgefahren und habe einige Dinge zum ersten mal erlebt. Bei allen Einsätzen gab es immer wieder Nachbesprechungen, wenn diese sinnvoll waren und auch sonst macht es einfach Spaß mit ihm zu arbeiten, da er sowohl fachlich als auch menschlich einfach was drauf hat.

Nunja, also die Schicht ging wie immer mit der Übergabe und dem Autocheck los. Doch dieser wurde nicht beendet, schon ging der Melder. Es sollte einmal durch die Stadt zu einer bewusstlosen Person gehen, also gleich das „volle Programm“. Auf der Anfahrt bekamen wir mit, dass schon ein KTW als Erstversorger dort ist, da dieser in der Nachbarschaft war. Am Einsatzort angekommen, wollten wir gerade alles an Equipment mit hoch nehmen, als wir über Funk informiert worden, dass die Patientin tot sei und wir nur noch das nötige zur Todesfeststellung also das EKG mit hoch nehmen sollten. Der Notarzt, welcher auch gerade kam, ging mit uns hoch, wo bereits Verwandte und die KTW-Besatzung auf uns wartete. Die Patienten lag stocksteif auf dem Fußboden, d.h. die Leichenstarre war bereits teilweise leicht eingetreten. Für uns also nichts mehr zu tun, wir rückten wieder auf die Wache ein.

Doch dort konnten wir nicht lange verweilen, denn wir wurden per Telefon alarmiert, dass wir einen Stellpaltz besetzen müssten. Dort fuhren wir also hin und warteten auf einen Einsatz, nach einer knappen Stunde konnten wir wieder zur Wache zurückkehren, denn wir wurden nicht im anderen Einsatzgebiet gebraucht.

Bis zur Wache sind wir jedoch nicht gekommen, nur bis zur Stadtgrenze, dann sollte es als Notarzteinsatz zu einem akuten Abdomen gehen. Bei dem türkisstämmigen Mann konnte sich unser Notarzt gut verständigen und so entschloss sich der Notarzt, den Patienten nach unauffäligen Blutdruck, Puls und EKG mit seinen Bauchschmerzen zuhause zu lassen und nur etwas i.m., also in den Muskel zu spritzen.

Somit wieder kein Transport für uns. Auf der Wache konnten wir etwas fernsehen und essen, ehe es nochmals hieß, dass wir zu einem Stellplatz fahren müssen. Doch noch nicht mal dort angekommen, konnten wir auch schon wieder einrücken.

Der nächste Alarm sollte jedoch bald folgen. Es ging zu einer Partyveranstaltung mit dem Meldebild „Verdacht auf Fußbruch“. Am Einsatzort wurden wir bereits von den Einweisern und der Sequrity erwartet, denn es hatte den Star des Abends getroffen. Dieser saß verzweifelt auf der Toilette und hatte ziemlich starke Schmerzen im Mittelfuß, der auch noch eine leichte offene Wunde hatte. Es war wohl ein großes und schweres Bild von der Wand genau auf seinen Fuß gefallen und dieser sei eben jetzt gebrochen. Also holte ich unseren Transportstuhl und die Vakuumschiene und mein RA kümmerte sich schonmal um die Wunde. Wir versorgten den tapferen Patienten mit einer Schiene und brachten in mit dem Transportstuhl durch die recht engen Gänge zur Trage und dann in den RTW. Da es sehr eng war und viel rangierte werden musste, fuhr mein RA den RTW und ich begeleitete hinten beim Patienten, Nach sehr kurzer Fahrt zum Krankenhaus, übergaben wir auch schon den Künstler und fuhren zur Wache.

Nicht lange konnten wir den Abend auf der Couch genießen, denn die Leitstelle beauftragte uns mit eienr Rückfahr tins Altenheim. Nach einem Katheterwechsel ging es für unseren sehr fitter Patienten wieder zurück. Er freute sich weit nach 12 Uhr dann doch auf sein Bett. Auch hier durfte ich begleiten und nach Übergabe im Altenheim fuhr ich mit meinen Lieblingskollegen wieder zurück zur Wache, damit auch wir mal unser bett sehen konnten.

Doch es sollte noch einmal in der Nacht unser Melder gehen. Alarmiert waren Atembeschwerden als Notfalleinsatz. An der Einsatzstelle erwartete uns schon mitten in der Nacht die ganze Familie. Der Familienvater im mittleren Alter bekäme seit etwas einer halben Stunde sehr schlecht Luft. Nach den Routinecheck mit Blutdruck, Puls, Sauerstoffsttigung und EKG schienen alle Werte in Ordnung. Doch ein Rasselgeräusch beim Ausatmen war doch deutlich hörbar und der Patient erzählte acuh von einer verschleppten Erkältung. Nach einiger Überredungskunst durch uns und seiner Familie konnten wir ihm mit ihn die Klinik nehmen. Mit Verdacht auf Lungenentzündung endeten so unsere Einsätze.

Zum Schlafen war es jetzt auch nicht mehr so die richtige Zeit und so warteten wir bei einem Kaffee auf unsere Schichtablsöung. Mal wieder eine ganz normale Nachtschicht mit recht wenig Schlaf, doch recht angenehmen Patienten und mal ohne direkten Kontakt mit der Polizei!