Einweisung

Wohnungsöffnung, Apoplex oder doch etwas anderes


Während einer Schicht auf dem Rettungswagen wurden wir, also mein Begleiter, ein junger Rettungsassistent, und ich als Fahrerin und Rettungssanitäterin zu einer Wohnungsöffnung alarmiert. Die Feuerwehr und Polizei waren ebenfalls schon auf Anfahrt.

Nach kurzer Anfahrt mit Sonderrechten durch die Stadt haben wir das Haus recht zügig gefunden, da die Feuerwehr bereits vor Ort ist.  Mein Kollege und ich schnappen uns unser Equipment, d.h. wir nehmen zunächst einmal nur Koffer und die EKG/Defi-Einheit mit, da der Weg kurz ist und man notfalls noch die anderen Sachen holen kann.

Im Treppenhaus des Mietshauses sind bereits zwei Feuerwehrkameraden eifrig daran, die Tür zu öffnen. Mittels Ziefix, einem Spezialwerkzeug, funktioniert dies auch recht zügig. Die Angehörigen sind ebenfalls vor Ort, denn sie haben sich um die Bewohnerin der Wohnung Sorgen gemacht, da diese nicht erreichbar ist. Sie haben zwar einen Schlüssel, doch dieser sperrt nicht. Anscheinend steckt der Wohnungsschlüssel innen an der Türe.

Somit ist für uns klar, dass die ältere Frau höchstwahrscheinlich in der Wohnung zu finden sein wird. Da die Feuerwehr ihre Arbeit sehr schnell erledigt, ist die Tür nach nur wenigen Minuten offen und wir können die Wohnung als erste betreten. Die Feuerwehr geht recht selten in die Wohnung und auch die Polizei lässt uns gerne mal den Vortritt, danke Kollegen.

Beim Eintritt in eine solche fremde Wohnung hat jeder von uns etwas „Angst“, was einem erwartet. Es stellt sich schließlich die Frage, was ist mit der Frau, liegt sie irgendwo tot, ist sie gestürzt oder doch nicht zuhause. (mehr …)

Angehörige wissen immer alles besser…


Ich war wieder einmal auf dem Krankenwagen unterwegs und zwar als Begleiterin zusammen mit einem jungen Rettungsassistenten als Fahrer. An diesem Samstag war einiges los und so sollte unser dritter Einsatz am Vormittag quer durch die Stadt zu einem Patienten mit einer Einweisung gehen. In der Straße angekommen, sahen wir bereits den Pflegedienst vor der Haustür stehen und winken. Um in die richtige Richtung zu stehen, kehrten wir jedoch noch um und fuhren so erst einmal an den 2 Pflegekräften vorbei. Danach parkte mein Fahrer hinter dem Auto des Pflegedienstes. Zur Begrüßung hörten wir von den beiden Damen nur, dass wir ja fast vorbei gefahren wäre und ob wir sie nicht gesehen hätten. Also stellten wir kurz klar, dass wir nur umgekehrt hätten. Die Pflegekräfte des ambulanten Dienstes hatten es sehr eilig und so müssten sie jetzt auch weiter und gingen nicht mit uns zum Patienten, der jedoch eine sehr ansteckende Erkrankung hätte. So ansteckend war es jedoch nicht, denn es handelte sich um Clostridien und diese sind nun einmal in den Ausscheidungen des Patienten enthalten, sodass man nicht von hoch ansteckend ausgehen kann, aber nun gut.

Wir gingen zunächst einmal zum Hauseingang, wo uns bereits die Tür von der Ehefrau des Patienten geöffnet wurde. Mein Kollege stellten uns vor und wir wurden als „gleich so großes Empfangskommando“ bezeichnet. Danach traten wir ein und stellten uns im Wohnzimmer auch dem im Pflegebett liegenden älteren Herren vor, der eben wegen der Clostridien zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden sollte. Die Ehefrau und der ebenfalls anwesende Sohn waren sich aber sofort darüber einig, dass wir beiden, also mein schlanker junger Kollege und ich als Frau, den Patienten nicht transportieren könnten, denn er müsse ja aus dem Haus getragen werden und dazu wären wir nicht in der Lage.

Sie meinten auch, dass beim letzten mal vier kräftige, starke Männer sich an dem normalgewichtigen alten Herren abgekämpft hätten und ihn fast nicht mit dem Tragetuch auf die vor dem Haus stehende Trage befördern konnten. Von den Angehörigen könnte auch keiner mithelfen.
Mein Kollege meinte daraufhin nur, dass wir das schon schaffen würden. (mehr …)