blutdruck

Der schweigende Praktikant


Ich bin an einem Freitag auf dem Rettungswagen als Fahrerin eingesetzt. Als ich auf die Wache komme, meist so ca. 20 Minuten vor Dienstbeginn ist mein Kollege, ein älterer Rettungsassistent bereits da. Ich begrüße schnell alle und gehe mich umziehen. Beim Abstellen meines Korbes in der Küche der Rettungswache habe ich auch ein unbekanntes Geischt gesehen. Gesagt hat der junge Mann allerdings nichts.Darüber mache ich mir allerdings noch keine Gedanken.

Bei der Übergabe von den Kollegen der Spätschicht übernehmen wir die Piepser und bekommen Infos, was es sonst noch so neues gibt. Der schweigende Kollge sitzt immer noch teilnahmslos in der Ecke am Küchentisch. Schließlich gehen mein Kollege und ich runter zum RTW und auf einmal folgt uns jemand, Nun sagt der ca. 20-jährige Praktikant sogar seinen Namen. Was er hier für ein Praktikum macht, wissen wir leider noch nicht, nur dass er heute anscheinend bei uns mitfährt.

Beim Checken des Autos übernimmt er stillschweigend den Notfallkoffer. Immerhin arbeitet er etwas. Reden scheint nicht so seine Sache. Man muss echt jede Information aus dem Kerl herauspressen.

Als wir es uns kurz auf dem Sofa gemütlich machen, bleibt der Praktikant in der Küche, ganz alleine. Nunja, irgendwann folgt der erste Einsatz. Der „Dritte“ folgt uns und arbeitet auch mit. Allerdings redet er immer noch nicht. Bei der Patientin soll er mit der EKG-/Defieinheit den Blutdruck automatisch messen. Er weiß nicht, wie man das Gerät richtig bedient, doch sagen tut er nichts. Zur Patientin bringt er sogar ein paar Worte heraus, doch die klingen eher als Drohung gegen die Frau, die schneller machen soll, schneller zum RTW laufen. (mehr …)

Notfalleinsatz für den KTW


Ich bin zusammen mit einer neuen, ehrenamtlichen Kollegin auf dem Krakenwagen als Begleiterin unterwegs. Es ist Samstag und während unserer langen Schicht bereits einiges los gewesen.

Alle Rettungswagen sind gerade im Einsatz und wir sind kurz auf der Wache. Es sollte jedoch nicht lange dauern, bis der Melder wieder geht. Gleichzeitig mit dem Piepsen ertönt aber auch das Leitstellen-Telefon. Ich gehe dran und bekomme von dem Disponenten kurz mitgeteilt, dass es für uns mit dem KTW zu einem Notfalleinsatz in die benachbarte Stadt gehen sollte. Umsteigen auf den Rettungswagen ist uns heute mangels entsprechenden Führerschein der Kollegin nicht möglich.

Wir beeilen uns also, um zum Fahrzeug zu kommen und nehmen dort die Einsatzmeldung auf, es geht zu einem Kollaps in der nächsten Stadt. Alle Rettungswagen sind bereits im Einsatz und nicht verfügbar; der Fahrer des Notarztfahrzeuges ist ebenfalls zur Erstversorgung dorthin unterwegs. Die Anfahrt dauert aufgrund des regen Samstagverkehrs relativ lange. Währenddessen bekommen wir bereits von dem NEF-Fahrer eine erste Lagemeldung über die Leitstelle mitgeteilt: Patientin bei Bewusstsein, Zustand nach Kollaps, KTW wohl zum Transport ausreichend. Falls dies nicht möglich sei, sollten wir uns schnellstens bei der Leitstelle melden, jedoch seien zur Zeit weder Notarzt noch ein Rettungswagen verfügbar. Mit diesen Vorinformationen treffen wir also an der Einsatzstelle ein.

Der Ehemann empfängt uns am Hauseingang und bringt uns ins Wohnzimmer. Dort sitzt die Patientin auf dem Sofa. Der Fahrer des NEF macht uns nach seiner vorbildlichen Erstversorgung eine Übergabe: Patientin, Mitte 60, mit bekannten Karzinom in der Lendenwirbelsäule, die nun kollabiert war. Die Sauerstoffsättigung war zunächst nur bei 77 %, sodass sie nun über eine Maske 6 l/min Sauerstoff bekommt, was sie durch eine verbesserte Sättigung von 94 % gut annimmt. Der Blutdruck ist bei 90 systolisch, Puls bei 105. Des weiteren wurde durch den Kollegen bereits ein EKG geschrieben, welches jedoch nicht sehr gut lesbar bzw. auswertbar ist, es könnte jedoch eine leichte ST-Hebung bestehen, was auf einen Herzinfarkt hindeuten würde. (mehr …)

Verlegung – eine ganz entspannte Schicht


In meinen Urlaub konnte ich auch ein paar Mal unter der Woche Rettungswagen fahren. So sollte es an diesem Tag die letzte Frühschicht mit einem meiner Lieblingskollegen werden, denn langsam neigte sich meine freie Zeit doch dem Ende zu.
Es war jedoch sehr wenig los an diesem Morgen. So haben wir in Ruhe Zeitung gelesen, mit den Kollegen geplaudert und schließlich noch angefangen die gewaschene, frisch angelieferte Wäsche einzusortieren. Doch nun sollte unser Melder zum ersten Mal an diesem Tag piepsen.

Im Auto meldeten wir uns am Funk und bekamen den Einsatzauftrag von einem Krankenhaus im Landkreis eine Patientin in eine Uniklinik zu verlegen. Der Transport sollte durch den RTW stattfinden, da die Krankenwagenbesatzung abgelehnt hatte, weil die Patienten wohl öfters einen Kollaps habe.

So ging es also zur Klinik um die Patientin abzuholen. Auf den Weg dorthin war es uns bereits klar, dass wir an diesem Tag wohl nichts anderes mehr fahren würden, da die Zeit dazu nicht ausreichen würde.

In der Klinik holten wir die Patientin mit der Trage ab. Bevor es zur Uniklinik gehen sollte bekam die „Problem-Patientin“ noch etwas zur Blutdrucksenkung, denn sie hatte starke Schwankungen bedingt durch ihre sehr seltene Erkrankung. Deshalb kam es bei dir öfters zum Kollaps, jedoch laut ihrer Aussagen nur, wenn sie steht und das würde sie im Rettungswagen ja nicht.
Wir stellten uns bei der sehr netten und gesprächigen Dame vor und sie konnte es sich danach auf unserer Trage bequem machen. Alles lief sehr entspannt und ruhig ab. Es war auch noch kurz Zeit für die Verabschiedung von dem netten Pflegepersonal der Station.

Mein Kollege und ich brachten die Patientin mittleren Alters in den Rettungswagen. Danach fuhr ich gemütlich zu Uniklinik, wo die Dame bereits angemeldet worden war. Mit dem Rettungswagen darf man bei solchen nicht kritischen Verlegungen nur 80 km/h fahren, sodas es nun einmal etwas dauert, was uns in diesem Fall jedoch nicht störte, denn es war ja eine recht fitte, kreislaufstabile und gesprächige Patientin mit der sich mein Begleiter während des Transportes gut unterhalten konnte.

Nach 1,5 Stunden hatten wir die Uniklinik erreicht und suchten die Station, wo wir erwartet wurden. Dies ist in einem so großen Krankenhaus nicht immer einfach, denn die Gänge sind dort sehr lange, nämlich über 1,5 km in die eine Richtung. Mit ein wenig Hilfe durch Pflegepersonal fanden wir schnell die richtige Station, wo wir die Dame in ein Bett umlagern konnten, die Papiere an die Stationsleitung übergaben und uns verabschiedeten.

Vor der Rückfahrt konnten wir noch kurz etwas Essen, da wir zeitlich gut dran waren. Danach ging es zurück zur Wache, auf der wir genau zu Schichtende bereits von den ablösenden Kollegen erwartet wurden.

Dies war eine sehr entspannte Schicht mit einem ruhigen, sehr netten Kollegen und einer Patientin, die auch durch den KTW transportiert hätte werden können. Man muss auch mal solche „erholsamen“ Schichten haben, denn Stress hat man oft genug. Auch empfinde ich es als schön, wenn man sich auf solch einer langen Fahrt mit dem Patienten unterhalten kann, was mein Kollege sehr gut gemacht hat und somit die Fahrzeit überbrückt hat. Für mich als Fahrerin ist ein solcher Transport mit fast ausschließlich Autobahn auch immer ruhig, da ich es persönlich mag mit der LKW-Geschwindigkeit so dahin zu fahren.

Verkehrte Welt ?!


An einem Abend ging mein Feuerwehrpiepser, also fuhr ich zügig zum Feuerwehrhaus, doch es war nur eine Verkehrsabsicherung nach einem Unfall gemeldet. Dafür wird normalerweise nur wenig Personal benötigt und so kam es auch. Ich bin nicht mit zum Einsatz gefahren. Doch die restlichen anwesenden Feuerwehrleute blieben auf Bereitschaft, denn es war anscheinend noch ein weiterer Unfall passiert, bei dem wir vielleicht gebraucht wurden.

Nach einer Weile sollten wir das Löschfahrzeug besetzten und dann kam der Einsatzgong, fast wie in der Berufsfeuerwehr. Doch jetzt wurden alle überrascht, denn es sollte zu einem Rettungsdiensteinsatz gehen und zwar als Erstversorgung, da weit und breit kein Rettungsmittel verfügbar war. So fuhren wir also mit Sondersignal zu einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung, wo uns eine artierielle Blutung erwarten sollte.
Unser Löschfahrzeug war mit genug Feuerwehrpersonal mit Rettungsdienstausbildung besetzt, denn es befanden sich ein Rettungsassistent (gleichzeitig Maschinist) und 3 Rettungssanitäter darin. Materialtechnisch waren wir mit einem gut gefüllten Notfallrucksack und einem Defi  ebenfalls vorbildlich ausgerüstet.

Ich dachte zunächst, dass der Rettungsassistent und der Angrifftrupp (2 RS) den Einsatz abarbeiten würden, doch mir wurde von einem der beiden anderen Rettungssanitäter der Vortritt gelassen.

Wir betraten also die Wohnung und sahen schon von weiten nur noch rot, denn das Blut war überall verteilt. Auf den ersten Blick war niemanden von uns kalr, wo es überhaupt blutet, da die Dame überall voll Blut gewesen ist.

Die Betreuerin meinte dabei zur Patientin: „Keine Angst, die Feuerwehrleute sind eigentlich fast sowas wie Ärzte, die haben sich nur etwas verkleidet!“

Der Rettungsassistent kümmerte sich sofort um die ca. 50 jährige geistig und körperlich behinderte Patientin, die in eine zerbrochene Flasche gestürzt war und sich dabei den komletten Unterarm zerschnitten hatte. Währendessen bereiten wir beiden Rettungssanitäter eine Infusion vor, haben den Blutdruck gemessen und suchten alles Verbandsmaterial aus unseren Rucksack. Die Vebandssachen sollten nach und nach nun alle um den Arm der Patientin landen, da es trotz Druckverband immer wieder durchblutete. Dabei hatte die Patientin bei unseren Eintreffen allerdings bereits Mototrik- und Sensibilitätsstörungen in dem betroffenen Arm. Als dieser Arm versorgt wurde, legte der Rettungsassistent noch einen Zugang.

Aufgrund der starken Blutung und der Semsibilitätsstörungen wurde von dem weiteren Rettungssanitäter über den Rettungsdienstfunkkanal ein Schockraum in einer Uniklinik in der benachbarten Großstadt angefordert. Sicherlich horchten da einige etwas genauer hin, wenn ein Feuerwehrfahrzeug am Rettungsdienstkanal funkt.

Bei Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes musste die Patientin nur noch auf die Trage umgelagert und vorsichtig zum Rettungswagen gebracht werden. Nach dem Einladen in den RTW und der Medikamentengabe durch den Notarzt ging es mit dem Rettungsassisenten von uns zur Unterstützung in die Uniklinik, in der die Leitstelle die Patienten angemeldet hatte.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich im Rettungsdienst meist internistische Notfälle habe und wirklich sehr selten chirurgische Dinge sehe, die interessant sind. Ich mag dabei auch gerne mal einen solchen Notfall, doch dass man diesen mit der Feuerwehr fährt ist doch eher seltener. Genauso wie das Anmelden eines Schockraumes durch ein Löschgruppenfahrzeug ein Highlight am Funkkanal darstellt. Eben einfach eine etwas „verkerhte“ Welt!

Ungewöhnliche Ruhe


Es war mal wieder eine Samstag Nacht Schicht auf dem Rettungswagen zu fahren. Zu Dienstbeginn war es schon ziemlich ruhig, also wurde in aller Ruhe zuerst das Auto gecheckt und danach etwas gegessen, denn man weiß ja nie, wann man dazu wieder Zeit hat. Auch die Gegenschicht machte ihre Dienstübergabe und es wurde über Gott und die Welt geplaudert, denn dazu hat man auch nicht immer Zeit. Danach konnte man sich schon dem gemütlichen Teil auf dem Sofa widmen und auf den ersten Einsatz des Abends zu warten.

Nach mittlerweilen schon über 2 Stunden Dienstzeit, dann der erste Alarm, es sollte zu Atembeschwerden als Notfalleinsatz gehen. Am Einsatzort angekommen erwartete meinen Begleiter und mich schon der Nachbar, der uns zum Patienten führte. Dieser hatte seit einigen Stunden Atembeschwerden, außerdem sei ihm übel und der Brustkorb drückte etwas, also typische Anzeichen für einen Herzinfarkt bzw. eine Herzinsuffizienz. So alamierte mein Begleiter zügig den Notarzt nach. Ich machte fix ein EKG und stellte die Sättigung und den Blutdruck fest. Alle Werte waren nicht die Besten, der Blutdruck eher zu hoch, die Sättigung ziemlich schlecht und auch das EKG war auffällig. Der Rettungsassistent legte dann schon mal einen Venenzugang. Danach traf schon der Notarzt ein und beschloss weiteres  bis auf 2 Hub Nitrospray im Rettungswagen zu erledigen. Auch wurde vom Notarzt beschlossen, dass der Patient noch zum RTW laufen könnte, was uns zwar den Transport ersparte, sich jedoch im RTW angekommen, für unseren Patienten als schlecht herausstellte, da er nun starke Atembeschwerden hatte. also gab es gleich einige Medikamente und ausreichend Sauerstoff. So ging es dann mit Voranmeldung mit Verdacht auf dekompensierte Herzinsuffizienz ins Klinikum. Dort übergaben wir unseren Patienten und fuhren zur Wache zurück.

Auf der Wache angekommen, war erst einmal etwas Zeit, etwas Fern zu schauen, was jedoch nicht wirklich erfolgreich war, denn unser Melder ging erneut. Diesmal sollte es auf die Autobahn, einige Kilometer entfernt gehen, genau in Richtung meines Wohnorts. Also fuhren wir zügig mit Sondersignal durch den Abend zum gemeldeten PKW-Brand. Ich freute mich schon etwas, meine Feuerwehrkollegen zu sehen. Der Einsatzort sollte erst einmal nicht gefunden werden, doch nach Rücksprache mit der Leitstelle fanden wir schließlich das in Vollbrand stehende Fahrzeug, welches gerade durch die Feuerwehr gelöscht wurde. Am Eisnatzort angekommen, war das Fahrzeug nun fast gelöscht, doch auf der voll gesperrten Autobahn war kein Fahrer zu finden. Die Melder des Brandes konnten uns dazu auch keine Auskunft geben. So hieß es erst einmal in das Fahrzeug schauen, ob nicht noch der Fahrer drin saß,  was jedoch zum Glück nicht der Fall war. Danach ging die Suche los, es sollte über eine steile Böschung nach oben gehen, doch nirgends war jemand zu sehen. Nach Rücksprache mit der Polizei wurde schließich einige Kilometer weit entfernt, in der nächsten Ortschaft, ein Mann aufgegriffen, welcher der Fahrer des Autos war. Die Hintergründe des Brandes blieben uns jedoch verschlossen, wenn auch recht seltsam. Der Einsatz brachte mir immerhin noch einen Plausch mit den Feuerwehrkollegen bevor es wieder zur Wache zurück ging.

Dort angekommen, beschloss ich erst einmal nicht wie mein Kollege ins Bett zu gehen, denn meistens dann, kommt ein Einsatz. Ich nahm stattdessen mit einem Kollegen, der anderen Rettungswagenbesatzung noch einen Mitternachtsimbiss ein und unterhielt mich etwas. Es war sehr ruhig und sodass ich dann doch irgendwann ins Bett ging und ruhig schlafen, ähh nein Ruhen konnte. Aufwachen sollte ich erst wieder durch meinen Handywecker, der mich kurz vor Schichtende weckte. Somit konnte ich noch ein Ruhe einen Kaffee trinken und an die Kollegen eine Übergabe machen, bevor ich mich nach Hause verabschieden konnte.

Ich muss sagen, dies war bisher meine ruhigste Samstag-Nachtschicht, mit nur einem Transport und einer Absicherung, aber sowas muss auch mal sein und nicht immer nur Durchfahren!