Autobahn

Als Ersthelfer unterwegs


Bei meinen Blogger-Kollegen Paul von alltagimrettungsdienst gibt es seit einiger Zeit eine tolle Serie zum Thema Erste-Hilfe Geschichten. Heute möchte ich euch ebenfalls eine Story aus meinem Alltag erzählen:

Vor kurzem war ich morgens auf der Autobahn beruflich zu einem Seminar unterwegs. Noch recht müde und ziemlich spät dran, musste ich plötzlich bremsen, da alle Fahrzeuge vor mir ebenfalls bremsen mussten. Ich war auf der linken von drei Spuren unterwegs. Bereits nach Sekunden sah ich vor mir einen Verkehrsunfall. Einige Fahrzeuge vor mir zogen auf die noch freie rechte Fahrspur herüber. Ich fuhr daraufhin bis zur Unfallstelle vor, machte meine Warnblinkanlage an und zog mir schnell die Warnweste über.

Beim Aussteigen machte ich mir bereits einige Gedanken. ob wohl jemand verletzt oder eingeklemmt ist? Wurde der Notruf bereits abgesetzt? Wie viele Fahrzeuge sind überhaupt beteiligt? Brauchen wir Feuerwehr?

Diese Fragen stellen sich mir natürlich auch deshalb, weil ich oft auf der anderen Seite arbeite und daher immer möglichst viele Informationen sammeln möchte. Insgesamt war ich zwar etwas nervös, doch dies lies ich mir nicht anmerken.

Auf der Autobahn sah ich zunächst an der Mittelleitplanken einen Kleinwagen mit kaputten Scheiben hinten sowie viel Blechschaden stehen. Die Fahrerin stand aufgeregt neben ihrem Auto. Ich sprach sie kurz an und sie meinte, dass sie nicht verletzt sei. Auf den ersten Blick hatte sie aber mindestens einen Unfallschock erlitten. (mehr …)

Einsatz bei der Hochwasserkatastrophe: Die Anfahrt


Aus meinen Kreisverband wurde für das Betreuungskontigent zweier Regierungsbezirke eine Verpflegungseinheit gebraucht. Dazu zählt normalerweise ein Versorgungs-LKW mit Feldküche und ein Mannschaftstransportwagen, also Kleinbus. Da aber im Katastrophengebiet bereits einige Feldküchen standen, brauchten wir die Feldküche nicht mitzunehmen. Dazu wurde der Kommandowagen als Führungsfahrzeug des Kontigents ebenfalls von unseren Kreisverband gestellt.

Am ganz frühen Morgen ging es los. Alle Helfer unseres Landkreises für das Betreuungskontigent trafen sich am Kreisverband bzw. der Rettungswache. Dort wurde erst einmal unser Gepäck in die Fahrzeuge verstaut. Es ist auch für drei Tage sehr viel, was man so einpackt, hauptsächlich Einsatzkleidung, Schlafsachen (Schlafsack, Kissen, usw.) und ein paar persönliche Utensilien. Danach hat uns noch ein Mitglied  der Kreisbereitschaftsleitung ein paar weitere Infos mitgeteilt und verabschiedet.

Ich bin als Fahrzeugführerin des Mannschaftswagens eingesetzt, d.h. ich habe zwar keine Führungsverantwortung im Einsatz, doch ich bin für das Personal in meinen Fahrzeug zunächst verantwortlich und muss mich während der Anfahrt um alle notwendigen Dinge kümmern. Dies ist für mich neu und ganz schön spannend, aber lösbar.

Von dort aus ging es nun zügig auf die Autobahn zum Treffpunkt für das gesamte Kontigent. Dies sollte an einen zentralen Punkt bei einer Autobahnmeisterei sein. (mehr …)

„Mangelnde Erste Hilfe: Guck mal, der stirbt“ im Spiegel


Vor ein paar Tagen ist ein sehr guter Artikel im Spiegel zum Thema Erste Hilfe und Gaffen bzw. Filmen veröffentlicht worden.

Diesen möchte ich euch nicht vorenthalten. Ihr könnt ihn hier aufrufen:  http://www.spiegel.de/auto/aktuell/erste-hilfe-viele-filmen-mit-dem-handy-statt-zu-helfen-a-884692.html

 

Aus eigener Erfahrung:
Bei dem von mir mit versursachten Verkehrsunfall auf der Autobahn gab es sehr viele Menschen, die mit ihren Handys bzw. Kameras gefilmt haben. Geholfen haben sehr wenige, eigentlich nur ein LKW-Fahrer. Es kam hierbei soweit, dass sogar nahe wohnende „Gaffer“ extar an die Autobahn gefahren sind, um dann dort Bilder zu machen. Dies ging soweit, dass die Polizei den „Sensationsfotographen“ die Kameras bzw. Handys weggenommen hat, um die Bilder zu löschen. Im Nachhinein bekam ich dies von den Polizisten und meinem Mitfahrer erzählt. Es waren nicht nur ein oder zwei, sondern Dutzende beschlagnahmte Kameras. Leider ein echt schockierender Anblick und zusätzlich Arbeit für die Polizei.
Leider oder zum Glück habe ich davon nur am Rande etwas mitbekommen, denn ich hatte mit mir selbst zu tun, wie ihr hier nachlesen könnt.

Verlegung – eine ganz entspannte Schicht


In meinen Urlaub konnte ich auch ein paar Mal unter der Woche Rettungswagen fahren. So sollte es an diesem Tag die letzte Frühschicht mit einem meiner Lieblingskollegen werden, denn langsam neigte sich meine freie Zeit doch dem Ende zu.
Es war jedoch sehr wenig los an diesem Morgen. So haben wir in Ruhe Zeitung gelesen, mit den Kollegen geplaudert und schließlich noch angefangen die gewaschene, frisch angelieferte Wäsche einzusortieren. Doch nun sollte unser Melder zum ersten Mal an diesem Tag piepsen.

Im Auto meldeten wir uns am Funk und bekamen den Einsatzauftrag von einem Krankenhaus im Landkreis eine Patientin in eine Uniklinik zu verlegen. Der Transport sollte durch den RTW stattfinden, da die Krankenwagenbesatzung abgelehnt hatte, weil die Patienten wohl öfters einen Kollaps habe.

So ging es also zur Klinik um die Patientin abzuholen. Auf den Weg dorthin war es uns bereits klar, dass wir an diesem Tag wohl nichts anderes mehr fahren würden, da die Zeit dazu nicht ausreichen würde.

In der Klinik holten wir die Patientin mit der Trage ab. Bevor es zur Uniklinik gehen sollte bekam die „Problem-Patientin“ noch etwas zur Blutdrucksenkung, denn sie hatte starke Schwankungen bedingt durch ihre sehr seltene Erkrankung. Deshalb kam es bei dir öfters zum Kollaps, jedoch laut ihrer Aussagen nur, wenn sie steht und das würde sie im Rettungswagen ja nicht.
Wir stellten uns bei der sehr netten und gesprächigen Dame vor und sie konnte es sich danach auf unserer Trage bequem machen. Alles lief sehr entspannt und ruhig ab. Es war auch noch kurz Zeit für die Verabschiedung von dem netten Pflegepersonal der Station.

Mein Kollege und ich brachten die Patientin mittleren Alters in den Rettungswagen. Danach fuhr ich gemütlich zu Uniklinik, wo die Dame bereits angemeldet worden war. Mit dem Rettungswagen darf man bei solchen nicht kritischen Verlegungen nur 80 km/h fahren, sodas es nun einmal etwas dauert, was uns in diesem Fall jedoch nicht störte, denn es war ja eine recht fitte, kreislaufstabile und gesprächige Patientin mit der sich mein Begleiter während des Transportes gut unterhalten konnte.

Nach 1,5 Stunden hatten wir die Uniklinik erreicht und suchten die Station, wo wir erwartet wurden. Dies ist in einem so großen Krankenhaus nicht immer einfach, denn die Gänge sind dort sehr lange, nämlich über 1,5 km in die eine Richtung. Mit ein wenig Hilfe durch Pflegepersonal fanden wir schnell die richtige Station, wo wir die Dame in ein Bett umlagern konnten, die Papiere an die Stationsleitung übergaben und uns verabschiedeten.

Vor der Rückfahrt konnten wir noch kurz etwas Essen, da wir zeitlich gut dran waren. Danach ging es zurück zur Wache, auf der wir genau zu Schichtende bereits von den ablösenden Kollegen erwartet wurden.

Dies war eine sehr entspannte Schicht mit einem ruhigen, sehr netten Kollegen und einer Patientin, die auch durch den KTW transportiert hätte werden können. Man muss auch mal solche „erholsamen“ Schichten haben, denn Stress hat man oft genug. Auch empfinde ich es als schön, wenn man sich auf solch einer langen Fahrt mit dem Patienten unterhalten kann, was mein Kollege sehr gut gemacht hat und somit die Fahrzeit überbrückt hat. Für mich als Fahrerin ist ein solcher Transport mit fast ausschließlich Autobahn auch immer ruhig, da ich es persönlich mag mit der LKW-Geschwindigkeit so dahin zu fahren.