Angst

Augenblick (4)


In letzter Zeit kommt es im RTW öfters vor, dass ich regelrecht „festgehalten werde“.

Die liebe ältere Dame, liebevoll genannt Omalein, oder auch die junge aufgebrachte Frau, oder auch aufgebrezeltes Püppchen, haben im Rettungswagen Angst. Sie sind unsicher, wissen nicht weiter, sind regelrecht verzweifelt. Die Situation ist für sie eben fremd, neu und auch beängstigend, denn sie wissen nicht, wie es weiter geht.

Ich merke, dass die Patienten Zuspruch brauchen, doch manchmal helfen auch Worte nur bedingt. Die Patienten brauchen etwas zum Festhalten, eine kleine Berührung oder eben das Händchen halten.

So nehme ich eben ihre Hand und sie ergreifen meine Hand oftmals sehr fest. lassen sie bis zum Krankenhaus nicht mehr los. Dies beruhigt gleichwohl die ältere Dame als auch die junge Frau in ihrer Not. Ich sitze einfach nur da und halte die Hand fest. Alles andere wird zur Nebensache.

Zur Arbeit auf dem RTW gehört eben mehr als nur das Medizinische, oftmals ist man auch Psychologe und Seelentröster. Dies ist teils wichtiger, als jede medizinische Maßnahme.

 

Tür Nr. 4: Angst Prüfung Rettungsassistent


In diesem Jahr habe ich meine Rettungsassistentenausbildung gemacht und da rückte natürlich auch irgendwann einmal der Zeitpunkt der Prüfung näher. Ich machte mir darüber einige Gedanken: würde ich die Prüfung schaffen, sollte ich mich blamieren, eigentlich ändert es ja erst einmal an der Tätigkeit nichts. Doch irgendwie war ich sehr motiviert, dies auch noch zu schaffen und mir hier keine Blöße vor den Kollegen zu geben.

Richtige Angst vor der Prüfung zur Rettungsassistentin, also der schulischen Ausbildung hatte ich eigentlich nicht wirklich. Vielmehr war ich sehr aufgeregt und vor allem machte ich mich in einigen Dingen selbst verrückt. Dies kann ich leider sehr gut und nerve damit manchmal auch noch Kollegen (sei es in der Schule oder auf der Wache).

Obwohl es für mich ja beruflich um nichts ging, so war diese Prüfung persönlich für mich umso wichtiger. Ich habe fast ein ganzes Jahr lang sehr viel Energie und Zeit, aber auch Geld investiert und da war natürlich schon ein bisschen Angst vor dem Versagen vorhanden.

In der schriftlichen Prüfung hielt sich dies noch in Grenzen, doch bei der praktischen Prüfung war ich sehr nervös. Zum Glück hatte ich ein super Team. Meine beiden Männer haben mich immer wieder heruntergebracht und mir die Nervosität genommen. Gleichzeitig habe auch ich sie ein bisschen beruhigen können.

Vor und auch während der mündlichen Prüfung (mehr …)

Die Rettungsassistentenprüfung Teil III mündlich


Als letzter Teil der staatlichen Prüfung zur Rettungsassistentin stand nun als dritter Teil nach schriftlicher und praktischer Prüfung noch die Mündliche Prüfung an.  Ich war dabei eine der letzten Prüflinge an der Schule. Am letzten Tag am frühen Nachmittag sollte ich mein Wissen abrufen.

So machte ich mich am Vormittag zum hoffentlich letzten Mal auf den Weg zur Schule. Dort angekommen registrierte ich mich wieder und dann begann das Warten auf die Prüfung. Ich war zeitlich sehr pünktlich. Zum Glück war das Wetter gut und man konnte draußen sitzen. Dort traf ich auch einige Teilnehmer meines Kurses, die zum Teil auch noch warteten und zum anderen Teil schon fertig waren. Es wurde sich zahlreich über die Prüfung ausgetauscht. Ganz ehrlich es machte mich so langsam verrückt und ich wollte am liebsten nichts mehr davon hören. Besonders die „Angst“ bzw. der Respekt vor einem bestimmten Prüfer mit sehr detailreichen Fachfragen zu medizinischen Themen wuchs ins Unendliche.

Auch mein Partner für die mündliche Prüfer war nun anwesend und wir unterhielten uns auch noch ein wenig. Es ist nämlich so, dass man zu zweit in die Prüfung geht, denn so hat man quasi einen Zeugen dabei. Geprüft wird aber jeder getrennt, der jeweils andere sitzt nur still daneben.

Irgendwann einmal ging die Diskussion los, wer von uns beiden beginnen sollte oder wollte. Eigentlich wollten wir eine Münze werfen, doch mittlerweile war ich sooo nervös, dass ich darum gebeten habe beginnen zu dürfen. Dies musste erst noch ausdiskutiert werden. Dabei muss man sagen, dass der weitere Prüfling ein sehr guter Schüler und vor allem nie nervöser Mensch ist (er wirkt immer fast allwissend und vor allem gelassen und ruhig, im Gegensatz zu mir). Naja aber er lies mir dann doch den Vortritt, wahrscheinlich hatte er Angst ich könnte wirklich kollabieren, während er die Prüfung hat.

So fanden wir uns 10 Minuten vor Beginn ein und zogen zunächst unseren Fall. Ich zog dabei den Fall mit folgenden Infos: Nachts, Nieselregen, ca. 02:30 Uhr, Bewusstlos in der Bahnhofstoilette. Nun hatten wir einige Minuten Zeit den Fall zu strukturieren und uns Notizen zu machen. Ich schrieb mir zunächst das gesamte ABCDE-Schema mit Maßnahmen und zu erhebenden Vitalparametern auf einen Notizzettel. Des Weiteren versuchten wir Verdachtsdiagnosen zu finden. Mein Kopf war gerade ziemlich leer. Klar der erste Verdacht war Drogenintox. Doch es blieben eben einige weitere Dinge, die mir aber nicht wirklich einfielen. Jetzt war die Zeit aber auch vorbei.

Wir wurden in den Prüfungsraum gerufen. Ich sah die Prüfer und es war eine erste Erleichterung, denn von den drei Prüfer fand ich zwei gleich sehr sympathisch, den anwesenden Arzt kannte ich nur sehr wenig. Dazu saß in meiner Prüfungsgruppe auch noch die Vorsitzende der Prüfungskommission, also die oberste Chefin von der Regierung. Dies trug echt nicht zur Beruhigung bei, denn sie konnte immer unterbrechen und selbst Fragen stellen.

Nun sollte es los gehen mit der mündlichen Prüfung anhand des Falles. Es wurde eine PowerPoint-Präsentation mit den äußerlichen Umständen angeworfen. So erfuhr ich einiges und es sollte sich anscheinend echt um einen Drogenintox handeln, da man überall Spritzbesteck liegen sah.

Ich wurde also gefragt, wie ich an den Fall heran gehe. dabei ging es zunächst um die allgemeinen Dinge wie Schutzausrüstung, evtl. Hinzuziehen weiterer Kräfte, der Beachtung der eigenen Sicherheit (Wegräumen der Spritzen). Danach ging ich das Schema nach ABCDE durch, wobei es hier nur um das Gerüst und nicht jedes Detail ging. Die Werte standen schließlich auch sichtbar an der Wand. Dieser Teil ging schnell vorbei, doch nun sollte es ernst werden.

Der Arzt übernahm die Fragen zu den medizinischen Themen. Zunächst noch nach der Versorgung des Patienten. Der Mann hatte einige Probleme. Es waren Atemwege, Atmung und Kreislaufsituation kritisch. (mehr …)

Adventskalender Tag Nr. 11


Kuscheltiere RTW

Bei uns hat jedes Rettungsmittel, also Rettungswagen, Krankenwagen und auch Notarztfahrzeug ein Kuscheltier auf dem Auto. Dabei handelt es sich um einen kleinen Teddybären, welcher hygienisch verpackt ist und bei Kindern des öfteren zum Einsatz kommt.

Meist haben Kinder große Angst vor dem Rettungsdienst, da wir fremd sind und Dinge tun, die den Kindern oftmals Angst machen. Dies fängt beim Blutdruckmessen an und ist besonders bei Nadeln ganz schlimm. Mit dem Stofftier findet man recht schnell einen persönlichen Zugang zum Kind und es freut sich über die kleine Aufmerksamkeit. Wenn die Barriere erst einmal etwas geringer ist, werden die Kinder in der Regel gesprächiger und haben weniger Angst vor uns.

So haben wir zum Beispiel einmal einen kleinen ausländischen Jungen nach einem Krampfanfall ein kleines Lächeln beschert. Er war sehr ängstlich und konnte sich mit uns nur in gebrochenen Englisch unterhalten. Da war das Kuscheltier eine wichtige Geste, um ihn die Angst vor uns fremden Menschen zu nehmen, die ihn jetzt aus seiner gewohnten Umgebung ins Krankenhaus fuhren.

Türchen Nr. 3 oder auch ein Jahr Rettungssanitäterin


Rettungssanitäterprüfung

Vor genau einem Jahr hatte ich meine Prüfung zur Rettungssanitäterin und daher passt dieser häufig gesuchte Begriff heute besonders gut.

In diesem Artikel habe ich bereits darüber berichtet: https://blaulichtengel.wordpress.com/2012/04/04/ruckblick-die-rettungssanitater-prufung/

Doch ich möchte noch einige Eindrücke posten, die auch nach einem Jahr geblieben sind. Zum einen war da meine Angst vor der mündlichen Prüfung. Ich habe alle verrückt gemacht und mich selbst am allermeisten. Normalerweise bin ich vor Prüfungen relativ ruhig und habe nur eine gesunde Nervosität, doch wenn man die ganze Woche zusammen ist und lernt, dann steigere ich mich mehr in die Situation rein und bekomme immer wieder kleine Anfälle von „ich kann nichts und falle sowieso durch“. Dies hat sich im Lauf der Woche immer mehr gesteigert und kam am Freitagabend zu einem Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt war die schriftliche Prüfung bereits gelaufen und die Multiple-Choice Fragen liegen mir auch. So war ich mir sicher, diesen Teil bestanden zu haben, doch desto mehr Panik bekam ich vor der mündlichen. Dabei habe ich beim Abendessen alle Teilnehmer und auch unseren Lehrgangsleiter so genervt, dass sie sich für mich ein lustiges Spielchen mit Fragerunde quer durch die Prüfungsgebiete ausgedacht haben. Mit Dialekt und einigen Scherzen wurde ich so aufgemuntert, dass ich nur noch Lachen konnte. Am späteren Abend wollte ich schließlich nichts mehr davon wissen. Der Samstag morgen startete dann gleich mit der mündlichen Prüfung, wobei ich nach 2 Teilnehmern reingeschicht wurde, damit ich endlich nicht mehr nerve, was auch der Fall war. Dieses Problem mit mündlichen Prüfungen habe ich leider auch im Studium und ich würde es sehr gerne abstellen. (mehr …)