Alkohol

Einsatzbericht: Alkoholintox


Inhalt der Einsatzmeldung der Rettungsleitstelle

Alkoholintox, Party-Ort xy, Notfalleinsatz

Vorgefundene Situation am Einsatzort und Befund des/der Patienten/Patientin

– Patient männlich, 22 Jahre

– Situation: Patient liegt am Hintereingang im Freien auf dem Boden und hat mehrmals Erbrochen. Veranstalter und Freunde bringen uns zu dem kaum ansprechbaren und nicht orientierten Patienten (GCS 11), der sehr stark alkoholisiert ist und lt. Aussagen der Freunde nur Starkbier, allerdings in großen Mengen zu sich genommen hat.

– Beschwerden, Verletzungen: Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen

– Vitalwerte: RR: 120 mmHg systolisch, HF: regelmäßig, ca. 80 bpm, AF: 14/min

Verdachtsdiagnose (eigene bzw. die des Notarztes)

Alkoholintoxikation

Organisatorische und medizinische Maßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes

– Patientenkontakt, Vorstellung und Begrüßung, Situationsbeurteilung

– Vitalzeichenkontrolle

– kurze Beurteilung eines weiteren jungen Mannes, der ebenfalls zu viel Alkohol getrunken und infolge dessen erbrochen hat, jedoch keine Maßnahmen

– Abklärung der Frage, ob NA-Anforderung notwendig sei (Schmerzskala bei 5-6)

– Umlagerung des Patienten auf die Trage mit erhöhten Oberkörper, Transport in den RTW

– Beruhigung der Freunde

– Rückmeldung bei der ILS, Transport in die Klinik

– Hilfestellung beim Erbrechen

Organisatorische und medizinische Maßnahmen zusammen mit dem Notarzt

keine Notarztanforderung

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Tür Nr. 10


(Wissenschaftlicher) Trinkversuch Alkohol

Ich habe bereits hier darüber berichtet.

Dieser Suchbegriff führt recht oft auf meinen Blog. Es interessiert anscheinend doch recht viele, wie ein Trinkversuch abläuft. Dabei möchte ich anmerken, dass es sich hier nicht um „sinnloses Saufen“ handelt, sondern darum, dass man eine vordefinierte Menge trinkt, um zu sehen, wie sein Körper auf Alkohol reagiert und um die Menge an Alkohol im Vergleich zum persönlichen Ergebnis der Promillberechung zu sehen.

Solch einen Versuch daheim zu machen, ist ziemlich sinnlos, da man als Normalbürger keine sicheren Messmethoden zur Verfügung hat. Falls man allerdings die Möglichkeit bekommt einen wissenschaftlichen Trinkversuch zu machen, dann sollte man dies nicht abschlagen, denn man merkt einfach einmal wie stark Alkohol doch wirkt.

Da man beim Trinken recht nüchtern ist, wird der Alkohol im Magen und Darm besonders schnell aufgenommen und somit die Werte nicht verfälscht. Dies führt aber auch dazu, dass man sich trotz geringerer Trinkmenge sehr betrunken fühlt, was bei einem gefüllten Magen und langsamerer Aufnahme des Alkohols deutlich verzögert auftritt.

Einige Zeit nach dem Versuch kamen auch die Ergebnisse der Blutuntersuchung. Dabei hatte ich eine Blutalkoholkonzentration von 0,45 %o, im Atemalkohol einen Wert von 0,44 %o. Bei den anderen Teilnehmern war das Ergebnis ebenfalls annähernd gleich. Somit wird deutlich, dass die Geräte zum Blasen sehr genau sind, vorausgesetzt man wartet 20 Minuten nach dem letzten Schluck Alkohol mit dem Pusten.

Mir persönlich ist bei diesen Versuch sehr deutlich aufgefallen, wie enthemmend Alkohol wirkt und wie gefährlich er sein kann. Am Abend nach dem Versuch haben sich einige Personen verletzt, was eindeutig auf das Trinken zurückzuführen ist. Dabei wurde mir auch klar, warum wir im Rettunsdienst so oft alkoholisierte Menschen fahren, denn dann steigt das Unfallrisiko deutlich an.