Osterei


Zusammen mit einem sehr erfahrenen Kollegen und mittlerweile auch Notfallsanitäter bin ich an Ostern Nachts auf dem RTW unterwegs.
Bislang war die Schicht eher ruhig, doch wir haben recht viel Routineaufgaben erledigt und waren somit gut beschäftigt.
Mein Kollege lässt mich begleiten um Erfahrung zu sammeln.

Nach Mitternacht werden wir zu einer Ambulanzfahrt alarmiert. Es soll zu einem Patienten gehen, der wohl irgendwas am Ellbogen hat und bislang nicht zu einem Arzt gehen konnte. Die Leitstelle meint, dass wir uns dies mal ansehen sollen.
Auf der Anfahrt sind sich mein Kollege und ich bereits einig, dass der Patient ohne Papiere um diese Zeit wohl eine Kostenübernahme für den Transport unterschreiben müsste.

An der Einsatzstelle angekommen, öffnet uns nach dem Klingeln die Ehefrau des Patienten die Türe und begleitet uns in die Wohnung ins Wohnzimmer. Dort sitzt der ca. 30-jährige Patient auf dem Sofa. Er ist sichtlich entspannt und auch froh, dass sich jetzt endlich jemand um sein Problem kümmert. Er erzählt auf Nachfrage, dass er am linken Ellbogen seit ca. 2 Wochen eine sehr große Blase gehabt habe und diese sei nun innerhalb kürzester Zeit verschwunden und er mache sich daher Sorgen. Ich bin erst einmal sprachlos, weiß nicht, was ich sagen soll. Ich schaue mir den Arm an, keine Auffälligkeiten, keine neuen Bewegungseinschränkungen, nichts sichtbar. (mehr …)

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Freitagsfüller nach einer Pause


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1.  Wir könnten mal wieder einen wirklich spannenden Einsatz erleben.

2. Ich trage fast nie Strumpfhosen.

3.  Ich habe gerätselt, was manche Leute so über Hauswirtschaft denken.

4.  Manche Ärzte sind gegenübber Rettungsdienstpersonal mehr als nur ein wenig ignorant.

5.  Heute ist  für mich ein Gammeltag (Urlaub und nichts zu tun).

6.   Laugengebäck ist gerade mein Snack am Abend.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen gemütlichen und lustigen Fernsehabend, morgen habe ich eine lange RTW-Schicht geplant und Sonntag möchte ich Biathlon im TV sehen, ein bisschen draußen aktiv sein und Zeit mit der Familie verbringen!

Freitagsfüller


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1.  Heute wird in den USA ein für die ganze Welt verändernder Moment sein.

2.   Über die Weiterbildung zur Notfallsanitäterin mache, weil ich nicht weiß wie ich dies am Besten erfolgreich absolvieren kann.

3.  Im Januar ist das beste Winterwetter.

4.  Mit kleinen Aufmerksamkeiten bereitet man oft große Freude.

5.   Meine Lieblingsblumen zurzeit sind Orchideen.

6.  Perfektes Styling spielt nicht so eine große Rolle. (Man muss eben eine Balance finden)

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf dem Feierabend nach einem langen Tag, morgen habe ich einen Nachtdienst auf dem RTW geplant und Sonntag möchte ich Zeit mit der Familie verbringen und Biathlon Weltcup ansehen (leider nur im TV) !

Übung macht den Meister oder doch eher zurück zum Realeinsatz – Teil II


Im fiktiven Krankenhaus bzw. am Sportplatz angekommen wurden wir aber bereits erwartet. Ein Helfer aus dem Betreuungsdienst schrie nach uns. Es gebe einen Ernstfall. Somit hieß dies für uns, sofort die Mimen aus dem RTW schmeißen befördern und zur echten Einsatzstelle fahren. Ich ging voraus, mein Kollege fuhr hinterher.

Auf dem Sportplatz lag ein ca. 30-jähriger Mann. Er sah nicht wirklich gesund und fit aus. Allerdings war er ansprechbar, doch verstand er kein einziges Wort Deutsch. Ich bekam vom anwesenden Betreuungsdienst (eher zu viele Helfer) eine kurze Übergabe. Dem Mann gehe es wohl schon seit Übungsbeginn nicht gut, doch da er sich nicht richtig äußern konnte, was genau los ist, weiß niemand wirklich genaueres. Nun treffen zum Glück auch einige Übersetzer und mein Kollege mit Notfallkoffer und EKG ein. Unser Patient ist ein Flüchtling aus Pakistan und spricht nur eine Landessprache. Es übersetzen nun gleich 4 Personen, bis am Ende irgendetwas auf Deutsch herauskommt. Naja es war sehr abenteuerlich, da jeder der Übersetzer in eine andere Sprache übersetzte. Ich bekam so heraus, dass der Patient kolikartige Schmerzen links im Unterbauch angibt, evtl. eine Nierenkolik. Zudem nehme er wohl Medikamente, diese seien aber nun leer und der Hausarzt im Urlaub. Im ortsnahen Krankenhaus ist er wohl auch bekannt. Aktuell seien die Schmerzen erträglich und irgendwie auch sonst alles ein bisschen besser, aber es geht ihm einfach nicht gut. Mein Kollege misst noch Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung, alles im Normbereich.

Nun klären wir über die Übungsleitung ab, ob der Patient durch uns ins Krankenhaus transportiert werden soll. (mehr …)

Freitagsfüller


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1.  Es ist kalt geworden und ich liebe den Winter.

2.  Bei diesem Winterwetter muss man erst einmal die Autos „ausgraben“.

3.   Im neuen Jahr brauche ich keine Kollegen mit Streitsucht und wenig Ahnung.

4.  Lernen aus einer anderen Perspektive (nämlich bei der Ausbilderausbildung) ist für mich eine neue Entdeckung.

5.   Unser Weihnachtsbaum sieht noch super aus und steht aber nicht mehr lange.

6.   Mein neuer Terminkalender ist ganz in Ordnung.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Stärke antrinken, morgen habe ich eine Nachtschicht auf dem RTW geplant und Sonntag möchte ich mich erholen und Zeit mit der Familie verbringen!

Übung macht den Meister oder doch eher zurück zum Realeinsatz


Ich war vor einiger Zeit wieder einmal an einer großen Katastrophenschutz-Übung bei meiner Hilfsorganisation beteiligt.
Dabei war meine Rolle zunächst sehr wechselhaft, erst sollte ich eine Führungsaufgabe bei der Betreuung unverletzter Betroffener übenehmen, dann normaler Helfer in dieser Einheit sein und bei der Einteilung erlebte ich eine Überraschung, denn ich wurde auf dem ersteintreffenden RTW eingesetzt. Somit war mir klar, dass ich bei der Übung viel Schwitzen würde, gleichzeitig freute ich mich aber auch ein bisschen auf die Herausforderung. Zusammen mit zwei Rettungsssanitätern und einem „gespielten“ Notarzt waren wir auf dem Fahrzeug (übrigens der einzige an dieser Übung teilnehmende RTW, ansonsten nur Notfall-KTW).
Wir wussten nur, dass es eine Großschadenslage werden würde, was genau, war uns auch bei Einsatzübernahme mit der Leitstelle völlig unklar. Auf der Anfahrt machten wir uns einen ersten „Schlachtplan“: nämlich erst einmal kurze Lageerkundung, danach nur Sichtung und lebensrettende Maßnahmen.

An der Einsatzstelle fanden wir einen Reisebus vor, welcher vollbesetzt war und zudem wohl schwer verunglückt. Auf Nachfrage bekamen wir von den Übungsbeobachtern mitgeteilt, dass der Bus ungebremst frontal gegen eine Mauer gefahren ist. Die Feuerwehr wäre wohl ebenfalls alarmiert. Der Notarzt machte sich zusammen mit uns einen ersten Überblick, ca. 40 Verletzte, teils schwer. Es erfolgte durch mich eine erste Lagemeldung an die Übungsleitstelle.

Nun wollten alle etwas von uns. Auch weitere Einheiten trafen ein, ich machte dabei dem Einsatzleiter Rettungsdienst eine Übergabe und konnte die Verantwortung somit übergeben, zu mindestens aus organisatorischer Sicht. Doch es gab jetzt für uns die ganzen Verletzten zu sichten und letztendlich auch irgendwann mit zu versorgen.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Groß Nachdenken war nicht (mehr) möglich. Alle Mimen wollten beim ersten Betreten des Busses etwas von uns Helfern. Als Erstmaßnahmen waren einfache lebensrettende Dinge zu tun. So wurden alle Bewusstlosen in stabiler Seitenlage auf dem Boden des Busses gelagert, zudem Atmung überprüft, spritzende Blutungen gestillt und versucht irgendwie den Überblick zu wahren. Auf traumaspezifische Dinge wie Stifneck und keine Drehung 8also nur achsengerecht) konnte zunächst fast gar nicht geachtet werden, es war einfach zu voll und zu eng und unsere Ressourcen sehr begrenzt.

Dazu fand eine erste Sichtung durch den Notarzt statt. Dies wurde von mir und einem Rettungssanitäter unterstützt, wobei eigentlich irgendwann nur noch wir als nichtärztliches Personal gesichtet haben. (mehr …)