Tür 13: Tödlicher Männerschnupfen


Aktuell ist wieder Erkältungszeit und jeder Schnupfen und hustet durch die Gegend. Auch mich hat es letzte Woche mit Nasennebenhöhlenentzündung richtig erwischt, doch Frauen sind hart im nehmen und kämpfen sich durch.

Anders sieht dies bei manchen Männern aus ….

Ich bin als RA-Praktikantin zusammen mit einem erfahrenen Rettungsassistenten auf dem RTW unterwegs. Es ist Samstag Nachmittag und wir werden zum Notfalleinsatz alarmiert. Es geht zu einem Kollaps bei Fieberhaften Infekt.

Mein Kollege und ich erwarten schon auf der Anfahrt nichts gescheites, denn der Einsatz klingt schon nicht sonderlich berauschend.

An der Einsatzstelle steht bereits eine junge Frau als Einweiserin auf der Straße. Sie empfängt uns ganz nervös und teilt mit, dass es um Ihren Lebensgefährten geht, welchem es ganz schlecht geht.

Wir begleiten die Dame in die Wohnung. Dort liegt im Wohnzimmer auf dem Sofa unser Patient, ein 27-jähriger junger Mann. Er berichtet uns von seinem fieberhaften Infekt seit bereits mehr als 3 Tagen, heute gehe es aber besonders schlecht. Wenn er aufsteht, dann werde es ihm ganz schwindelig. Ich messe nun die Vitalwerte, welche alle im Normalbereich liegen. Unser Patient meint jedoch, dass es zuhause gar nicht mehr gehe, er sei einfach zu schwach und müsse ins Krankenhaus.

Wir fragen, ob er schon einmal beim Arzt gewesen ist, dies bejaht er und zeigt auf einige Erkältungsmittelchen aus der Apotheke, welcher der Arzt verschrieben hat. Dies helfe jedoch nicht. Er kann auch gar nichts trinken und essen, weil es ihm so schlecht gehe. Ich erkläre ihm,d ass genau da der Fehler liegt, denn er müsse eben viel Trinken.
Die Diskussion ist jedoch ziemlich sinnlos, denn unser Patient möchte eben unbedingt ins Krankenhaus.

Mein Kollege muss sich schon wegdrehen, damit er nichts falsches sagt oder tut. Ich kann dazu nur sagen, dass wir eben eine Transportpflicht haben und der junge Mann mit dem fieberhaften Infekt wohl daheim nicht zurecht kommt. Ich erkläre aber auch, dass er nicht unbedingt im Krankenhaus bleiben wird, sondern vielleicht auch wieder nach Hause entlassen wird.

Schließlich einigen wir uns auf den Transport, der junge Mann steigt mit seiner Schwäche selbst in den RTW und wir fahren in die Klinik. Dort übergeben wir den Patienten mit dem „tödlichen Männerschnupfen an das Pflegepersonal. Die können auch nur mit dem Kopf schütteln, doch leider erlebt man solche „schwer kranken Menschen“ dort öfters.

Ich kann einfach nur dazu sagen, dass es besser gewesen wäre daheim zu bleiben, viel Tee zu Trinken und sich im Bett zu erholen. Ein solcher Infekt mit erhöhter Temperatur, Husten und Schnupfen sowie Schwächegefühl dauert eben ein paar Tage.
Doch unser Patient musste unbedingt in die Notaufnahme. Durch solche Patienten steigen eben auch die Fallzahlen in den Kliniken und echte Notfälle werden behindert, aber leider nimmt dies immer mehr zu.

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