Tür Nr. 10: Notfall Verlegung


Gestern habe ich über meine erste Fernfahrt berichtet. Heute geht es auch um eine Verlegung, jedoch unter ganz anderen Bedingungen. 

Es ist im letzten Jahr eine meiner ersten Nachtschichten als verantwortliche Rettungsassistentin gewesen. Bisher verläuft die Nachtschicht auf dem RTW mit einem jungen Rettungssanitäter unproblematisch und unspektakulär.

Es ist mittlerweile nach 2 Uhr nachts. Wir sind auf der Rückfahrt vom Klinikum als uns die Leitstelle umkehren lässt. Es gibt eine dringende Verlegung für uns. Übermittelt wird uns ein Interhospitaltransport, dieser  wird jedoch sofort zur Notarzt Verlegung.  Die Sache ist jedoch nicht so einfach und da sich keine andere Variante ergeben hat, ist nun die Notarzt Verlegung alarmiert.

Es soll ein Patient mit Perforation der Speiseröhre in die nächste Uniklinik transportiert werden. Wir fahren zurück zum Klinikum, nehmen EKG, Beatmungseinheit und Absaugen mit unserer Trage mit auf die Intensivstation. Am Eingang warten wir auf den Selbstfahrer den Notarzt, der selbst als Anästhesist in dieser Klinik arbeitet. 

Der Notarzt ist recht schlecht gelaunt und möchte den Transport von Anfang an nicht begleiten. Von der diensthabenden Internistin und der Pflegekräfte bekommen wir eine Übergabe. Der ca. 55-jährige Patient hat eine Perforation des Ösophagus, welche jedoch wohl nicht durch alle Wandschichten geht uns aktuell ist der Patient wach, ansprechbar und stabil, nur leider sehr nervös.

Der Notarzt sieht daher keine Indikation und lehnt seine Begleitung ab, mein Kollege und ich würden auch alleine transportieren.  Es gibt noch einige Diskussion mir der Ärztin, auch warum man mitten in der Nacht verlegen muss und dass unsere Dienstzeit auch ein Ende hat. 

Irgendwann einigen wir uns und ich lasse mich auf einen schnellstmöglichen Transport mit der Möglichkeit einer jederzeitigen Nachforschungen eines Notarzteinsatz ein, gleichzeitig muss unser Patient aber wach bleiben.

So übernehmen wir den Patienten. Ich versuche ihn etwas zu beruhigen. 

Nun geht es unter Monitoring so schnell wie möglich in die ca. 150 km entfernte Uniklinik. Ich bin relativ angespannt, da der Patient sich nicht aufregen soll, gleichzeitig aber eine Beruhigung auch schwierig erscheint. 

Die Fahrt verläuft jedoch komplikationslos.  Ich bin auf der einen Seite sehr müde, auf der anderen total wach und konzentriert. Leider ist der Patient von Haus aus nicht sonderlich gesprächig.  

Irgendwann sind wir am Ziel. In der Uniklinik geht es mit einem Sonderschlüssel direkt auf die chirurgische Intensivstation. Dort werden wir bereits von der ganzen Mannschaft erwartet. Wir übergeben unseren Patienten. Das Personal wundert sich, dass wir ohne Arzt Begleitung und mitten in der Nacht unterwegs waren, doch dies können wir erklären und relativieren.

So schnell wie in dieser Nacht war ich noch nie in der Uniklinik, nicht einmal privat mit dem PKW.

Auch hat der Transport nur mit RTW, ohne Notarzt oder gar als Intensivtransport mit Intensivwagen oder Hubschrauber ganz gut funktioniert. Ich habe den Patienten überwacht und dies war erst einmal vollkommen ausreichend.

Übrigens haben mein Kollege und ich es noch rechtzeitig zum Schicht Wechsel zur Wache geschafft. 

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