Adventskalender Tür Nr. 9


Heute gibt´s eine Erinnerung an eine meiner ersten Schichten überhaupt im Rettungsdienst. Ich bin als Dritte auf dem Krankenwagen dabei und wie es so ist fahren wir gleich einmal eine längere Verlegung in eine BG-Unfallklinik.

Da der Patient liegend mit einer Beinverletzung zur weiteren Behandlung seiner Trümmerfraktur im Knie und Unterschenkel stabilisiert durch externen Fixateur in eine BG-Unfallklinik einige hundert Kilometer weiter nördlich verlegt wird, darf ich während der Fahrt mit hinten sitzen. Der Patient ist jung und sehr gelassen, er kann aktuell überhaupt nicht aufstehen und muss wegen seiner Verletzung nur liegen.

Der Begleiter im KTW lässt mich viel mit dem Patienten kommunizieren , da ich dies auch lernen muss, so sitze ich auch auf dem Sitz neben dem Patienten und der Kollege sitzt hinter dem Patienten.

Zunächst verläuft die Fahrt ohne Komplikationen. Ich bin selbst gespannt wie man so lange Zeit mit einem Patienten verbringt, doch wir finden genug zum Reden und so vergeht die Zeit recht rasch.

Doch irgendwann fahren wir in einem Riesenstau hinein. Dies ist nun echt doof, weil wir eben eh schon so eine lange Fahrtzeit haben. unsere Fahrerin fragt nun auch, ob es dem Patienten noch gut geht und er auch im Stau so liegen kann. Der Patient hat vorher bereits erfahren, dass es im Falle eines Staus ihm sicherlich nicht so gut gehen wird und so fahren wir aus Zeitgründen und auch zum Wohle des Patienten nun mit Sonderrechten durch den Stau. Dies ist für mich zum ersten Mal, dass wir  eine recht lange Strecke so anfahren, doch es geht mit der gebildeten Rettungsgasse halbwegs zügig einmal mitten durch den Stau durch. Insgesamt fahren wir so über 15 km, ich finde es zwar nicht unbedingt wegen dem Patientenzustand gerechtfertigt, doch es wäre auch echt doof, sich 2 Stunden in den Stau zu stellen, zumal unser Patient wirklich nicht sonderlich bequem liegt.

Nach weit über 3 Stunden Fahrt kommen wir auch irgendwann einmal am Ziel an. In der Aufnahmestation der Klinik können wir den Patienten an das Pflegepersonal übergeben. Die Fahrt war am Ende doch ziemlich anstrengend für ihn, da er sich überhaupt nicht drehen kann n und unsere Liege doch etwas unbequem ist, zudem hat er auch leichte Schmerzen von den vielen Erschütterungen bekommen.

Auf der Rückfahrt habe ich nun hinten alleine viel zeit im KTW über die Verlegung nachzudenken. Medizinisch war höchstens das Umlagern des Patienten etwas anspruchsvoll, doch wir haben viel kommuniziert um die Zeit herumzubringen. Auch bin ich nun zum ersten Mal eine Fernfahrt gefahren und dabei noch lange mit Sonderrechten unterwegs gewesen.

Dieser Einsatz ist nun bereits weit über 6 Jähre her und ich erinnere mich dennoch noch gut daran, denn ich konnte viel über Kommunikation und soziale Betreuung lernen. Seitdem bin ich nun bereits einige lange Fernfahrten gefahren und es ist nur noch Routine ohne große Aufregung, zu mindestens bei Krankentransporten.

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