Einsatzbericht: Analgesie bei stärksten Rückenschmerzen


Einsatzmeldung:
Notarzteinsatz: Analgesie, stärkste Rückenschmerzen

Vorgefundene Situation am Einsatzort:
An der Haustüre erwartet uns bereits die Ehefrau des Patienten. Diese empfängt uns und bringt uns, zusammen mit dem gleichzeitig eintreffenden Notarzt, ins Wohnzimmer, wo der ca. 35-jährige Patient mit stärksten Schmerzen auf dem Boden liegt. Der Patient ist wach und ansprechbar, seine Atmung unauffällig.

Verdachtsdiagnose/ Arbeitsdiagnose:
Bandscheibenprolaps, Lumbalgie mit stärksten Schmerzen

Vitalparameter/ Monitoring:
RR :              130/090 mmHG
Puls:             88 bpm
EKG:            Sinusrhythmus
SpO²:           98 %
AF:               14/ min
BZ:               88 mg/dl

Durch Notarzt eingesetzte Medikamente:
1; Fentanyl, Dosis: 0,1 mg (1 Amp.), Wirkung:  hochpotentes Analgetikum  (Opioid/BTM), sedierend
2; Metamizol (Novalgin) , Dosis: 2,5 g (1 Amp.), Wirkung:  Analgetikum (NSAR),   antiphlogistisch, spasmolytisch
3; Metoclopramid (MCP) , Dosis: 10 mg (1 Amp.), Wirkung: Antiemetikum

Beschreibung des Einsatzablaufs mit zeitlichem Verlauf:
Nachdem wir von der Ehefrau des Patienten in das ebenerdig gelegene Wohnzimmer des Hauses gebracht werden, finden wir dort auf dem Boden liegend und sich vor Schmerzen wälzenden Patienten vor.

Der 44-jährige Patient ist wach und ansprechbar, die Atmung ist normal. Der Patient klagt nach einem Fest über massive Rückenschmerzen.

Der Notarzt trifft gleichzeitig mit uns ein und macht eine erste Eigen- sowie Fremdanamnese, wonach der Patient bereits wegen den Rückenproblemen in Behandlung ist, ansonsten gibt der Patient keine Vorerkrankungen oder Allergien an. Er war auf einer Feier und seitdem er mit seiner Frau nach Hause gekommen ist, klagt er über plötzlich auftretende sehr starke Schmerzen im LWS-Bereich, ansonsten gibt er keine Beschwerden oder Ausfallerscheinungen an, auch kann der Patient alles bewegen und hat seitengleiches Gefühl.

Der Rettungsassistent misst Blutdruck und Puls sowie Sauerstoffsättigung, alle Werte liegen im Normbereich.

Auf Anordnung des Notarztes hole ich aus der BTM-Kassette im RTW eine Ampulle Fentanyl und ziehe das Medikament auf.

Währenddessen hat der Notarzt bereits einen Zugang gelegt, welcher jedoch nicht läuft. Der Rettungsassistent hat dabei assistiert sowie die Infusion vorbereitet. Des Weiteren wurden auf Weisung des Notarztes bereits 1 Ampulle Novalgin sowie MCP aufgezogen.

Beim Legen des weiteren Zugangs assistiere ich nun. Nachdem der Zugang liegt und verklebt ist, spritzt der Notarzt die Hälfte des Fentanyls sowie 1 g Novalgin und die Ampulle MCP. Der Rest des Novalgins wird in die Infusion gespritzt. Der Rettungsassistent misst noch den Blutzucker.

Danach bereite ich die Trage am Hauseingang vor. Der Patient möchte bis dahin selbst laufen, hat aber weiterhin starke Schmerzen. Mit Unterstützung wird er auf der Liege in Flachlagerung mit Knierolle nach seinen Wünschen gelagert und in den RTW gebracht.

Im RTW werden weiterhin Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Puls überwacht. Zudem wird ein Überwachungs-EKG geklebt, welches einen Sinusrhythmus zeigt. Der Patient weder Schwindel noch Übelkeit noch sonstige Beschwerden oder Reaktionen auf die gespritzten Medikamente.

Nun folgt der Transport unter Überwachung von Sauerstoffsättigung, Puls, EKG und Blutdruck in die Klinik. Der Patient ist weiterhin kreislaufstabil. Die Schmerzen werden aufgrund der Medikamente weniger und sind laut Patient nun halbwegs erträglich.

Ich begleite den Transport beim Patienten und kann während der Fahrt nochmals einige Details zur Anamnese nachfragen. Des Weiteren erledige ich die Dokumentation.

Der Transport ohne Notarzt verläuft ohne weitere Komplikationen. Der Notarzt fährt mit dem NEF hinter dem RTW.

In der Notaufnahme übergeben wir den Patienten dem Pflegepersonal sowie dem diensthabenden Chirurgen.

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2 Kommentare

  1. Wow, ein wirklich interessanter Bericht. Erleben möchte man so etwas selber natürlich nicht… Ich habe wirklich Respekt vor eurem Beruf und hoffe dem Patienten geht es wieder besser. Freue mich immer wieder von euren spannenden Einsätzen zu lesen!

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