Schrecksekunde 


Im Rettungsdienst fährt man öfters mit Sondersignal, sprich Blaulicht und Martinshorn.  Leider ist dies nicht immer so einfach. Es ist nicht einfach nur „geil“, sondern teils auch sehr anstrengend und nervig.

Vor einer Woche war ich wieder einmal als Fahrerin des RTW unterwegs. Es war gerade zu Schichtbeginn am Nachmittag als wir bereits zu einem Notarzteinsatz alarmiert wurden.

Mein Kollege und ich rückten aus, Einsatz Übernahme am Funk, Tor zu machen, langsam Losfahren und Blaulicht anschalten. Dazu dann sofort an der ersten Kreuzung Rot an der Ampel erblickt (Ampel ist direkt nach der Ausfahrt der Wache). Sofort habe ich das Horn per Fußschalter dazu geschaltet, mehrmalige Blicke über die Kreuzung, danach auch noch Blickkontakt zu einem LKW-FAHRER und einem entgegen kommenden PKW FAHRER, weiter langsam hinein getestet, doch dann auf einmal kommt auf der zweiten Fahrbahnspur links neben dem LKW ein roter PKW angeschossen. Ich steige sofort wieder auf die Bremse, stehe wieder, jetzt kann ich nur noch zusehen. Sekundenbruchteilen dauern ewig, ich sehe den PKW bereits  links in den RTW fahren, doch in der letzten Sekunde bremst der PKW noch ab und weicht mir noch aus. 

Ich stehe da auf der Kreuzung mit Blaulicht und Martinshorn und kann nur Warten, bin kurz total perplex, dann schon wieder erleichtert, dass der total abgelenkt PKW FAHRER noch halbwegs reagiert hat, denn ich stand ja bereits und das nicht mal wirklich auf seiner Fahrbahn.

Der Fahrer hat währenddessen mit seinem Handy getippt und ist wohl wirklich erst in letzter Sekunde auf uns aufmerksam geworden. Nach dem Vorfall hat er noch kurz angehalten, ich stand immer noch mit Sondersignal auf der Kreuzung, danach hat mein Beifahrer noch mächtig geschimpft und wir sind weiter zum Notfall gefahren.

Ein RTW ist wirklich nicht klein und mit Sondersignal auch nicht unscheinbar und leise, doch leider erkennt man eben diese Situation nicht, wenn man vom Handy total abgelenkt ist.

Ich war nach der langen Schrecksekunde wirkluch wach. Schließlich konnte ich nur zusehen, wie der PKW Fahrer reagiert und habe ihn echt schon in den RTW fahren sehen. Danach sind wir dann zum Glück noch unfallfrei zum nahe gelegenen Einsatzort gekommen.

Leider passieren öfters solche ärgerlichen Vorfälle bei Sonderrechtsfahrten.   Ich würde mir echt wünschen, dass der Bürger einfach nur langsam fährt und uns Platz macht.

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2 Kommentare

  1. Hat dies auf believe rebloggt und kommentierte:
    Wahre Worte, wichtige Gedanken. Deshalb: Hände weg vom Handy während der Fahrt!!! Und bitte, euer Auto ist keine Disco. Dreht das Radio nur so laut, dass ihr noch die Umgebung wahrnehmt. Es könnte EUER Leben oder das Leben eines Angehörigen sein, das davon abhängt, dass der RTW rechtzeitig vor Ort ist.

    In diesem Sinne, schönen verregneten Donnerstag!

    *bussi*
    believe

  2. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber hier in Unistadt fahren die RTWs und NEFs meist mit „Elektronik“ durch die Stadt und schalten nur unmittelbar vor (und manche Helden erst in) der Kreuzung die Pressluft dazu. Die hört man selbst als Fußgänger praktisch nicht kommen, bis sie dann plötzlich mit viel Getöse über die Kreuzung heizen…
    Und ja, während der Fahrt Hände weg vom Handy!

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