Viel Lob und die Selbsteinschätzung


Ich bin ein Mensch der viel über manche Sachen nachdenkt und sich auch gerne mal dabei selbst kritisiert.
So bin ich auch im Rettungsdienst nicht immer mit mir selbst zufrieden und will immer besser werden. Das war auch ein Grund warum ich die Rettungsassistentenausbildung gemacht habe.

Auch von Kollegen nehme ich alles auf, was über mich gesagt wird.
Ich möchte dabei nicht nur die Ehrenamtliche sein, mein Ehrgeiz liegt darin so gut wie jeder Hauptamtliche zu sein.

Als RA-Jahrespraktikantin war es für mich auch wichtig, eine echte Einschätzung und auch manchmal Kritik zu bekommen.
Ich musste nach jeder Schicht bewertet werden, doch diese Bögen sind manchmal einfach nichts sagend. Ein Gespräch hilft hier schon viel weiter. Ich war hierbei echt froh um jeden Kollegen, der manche Dinge angesprochen hat und einen Verbesserungsvorschläge gegeben hat oder einfach auch mal einen Einsatz nachbesprochen wurde.

Mit dem Ende der Ausbildungszeit und dem Erhalt der Urkunde ist dies weggefallen. Nun treffe ich Entscheidungen selbstständig, bin manchmal als „alleinige“ Rettungsassistentin auf dem RTW eingesetzt und somit auch alleine verantwortlich. An diese Situation muss man sich auch erst einmal gewöhnen. Bei den meisten Einsätzen ist dies kein Problem, doch manchmal bin ich echt froh, wenn ich noch jemanden Erfahrenes dabei habe und diese Person für mich Entscheidungen trifft.

Die meisten Kollegen unterstützen mich hier sehr. Ich fahre sehr viel als Begleiterin auf dem RTW. Alle meinen, dass ich dies eben auch anstreben sollte.
Die Kollegen finden auch, dass ich vom Dienstplan her noch öfters als Verantwortliche eingesetzt werden sollte, denn nur so wird man selbstständiger und kann sich wiederfinden.

Ich bin jedoch oftmals eben auch noch froh, wenn ich einen erfahrenen Rettungsassistenten an meiner Seite habe, gerade bei einem Kindernotfall in letzter Zeit, war es sehr gut, dass ich eine super liebe Kollegin an meiner Seite hatte, die eben dann einfach mal die Führung übernommen hat.

Manchmal bin ich auch mit meinen eigenen Handeln unzufrieden oder denke, dass man Dinge besser machen könnte. Vielleicht denke ich hier einfach zu viel nach. Einsätze laufen eben nicht immer gleich gut ab, manchmal ist ein zügiger Transport besser als eine Notarztnachforderung und eine sehr lange Versorgung.

Mittlerweile habe ich jedoch eben auch ein paar Schichten als wirkliche Verantwortliche hinter mir und diese liefen echt alle ganz gut. Es gab keine Kritik von irgendeiner Seite her. Ich selbst war nicht immer 100 % zufrieden, doch ein paar Kleinigkeiten gibt es eben immer. Auch bei den Notärzten bin ich nun als RA angekommen, sie kennen mich teilweise mittlerweile echt gut und die Arbeit mit den allermeisten ist entspannt.

Auch von einem hauptamtlichen Kollegen habe ich vor ein paar Wochen ein Lob bekommen. Ich war zwar mal wieder als Fahrer unterwegs, doch er hat gemeint, dass ich mittlerweile viel besser als so manche hauptamtliche Kollegen wäre. Dies war für mich gut zu hören. Gerade er kann dies gut einschätzen, denn mit diesem Kollegen bin ich schon jahrelang immer einmal wieder unterwegs und er sagt seine Meinung gerade heraus und kennt mich von den ersten Schichten an.

Nun warte ich weiter ab, wie ich im Dienstplan eingesetzt werde. Ich freue mich auf jede eigenverantwortliche Schicht, habe davor auch keine Angst, denn nur so kann ich dazu lernen.
Auch wenn ich einmal wieder fahre und nur Helfer bin, so versuche ich immer mitzudenken und kann so meine Kollegen auch mal entlasten.

Das Begleiten auf dem RTW macht mir dabei jedoch mehr Spaß und so freue ich mich immer, wenn ich dies auch darf. Gleichzeitig bin ich nämlich immer noch im Lernprozess und so kann ich von den erfahrenen Kollegen immer wieder Tipps bekommen und weiß, dass ich manchmal einfach noch etwas zu zögerlich läuft (komischerweise immer wenn jemand erfahrenes dabei ist).

Mal sehen wie es insgesamt weitergeht. Bisher werde ich meist mit erfahrenen RA eingesetzt, doch vielleicht fahre ich bald auch regelhaft als Verantwortliche (bisher eben nur in Ausnahmefällen und zumeist wenn der Dienstplan geändert werden muss).

Gleichzeitig bin ich eben echt eine Perfektionistin oder strebe dies oftmals zu sehr an und ich denke, dass genau dies mich im Hinterkopf manchmal hemmt. Ich hoffe, dass man das Problem noch etwas abstellen kann und ich irgendwann einfach nur noch routiniert und schnell handle.

Gerade lerne ich auch öfters Anweisungen zu geben und zu delegieren. Dies ist gerade wichtig, wenn man Praktikanten dabei hat. Ich bin hierzu oft noch zu sehr aufs selber machen fixiert, doch auch hier lerne ich gerade dazu und gebe Dinge aus der Hand.

Ihr dürft also gespannt sein, was es in nächster Zeit so zu berichten gibt.

 

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