Lieblingseinsätze mit dem Lieblingsnotarzt


Es gibt Ärzte, die sieht man am besten gar nicht oder ganz selten. Ich habe hier einige Notärzte, mit denen man einfach nicht so richtig klar kommt oder die einfach keine gute Arbeit machen. Dahingegen gibt es andere mit denen man sich sehr gut versteht. Mit ihnen redet man auch privat des öfteren und die Zusammenarbeit ist super, man versteht sich einfach. Auch versorgen sie die Patienten gut und sind menschlich.

Ich selbst komme mit vielen Notärzten gut zurecht. Bei einigen muss man sich das Vertrauen echt erarbeiten und nach meinen mittlerweile über 5 Jahren im Rettungsdienst, bin ich auch recht bekannt. Hierbei nehmen mich die wenigsten Notärzte als „Ehrenamtliche“ wahr, da ich eben sehr oft da bin und daher bei Ihnen als ganz normale Mitarbeiterin zähle.

Vor mittlerweile 1 1/2 Jahren durfte ich einen neuen Notarzt kennenlernen. Er fuhr schon eine Weile bei uns in der Stadt, doch eben noch nie mit mir einen Einsatz.
Meine Kollegin und ich waren dabei als KTW-Besatzung auf einen RTW umgestiegen. Es ging zu einem Notarzteinsatz, bei dem wohl eine Bewusstlose Person vorgefunden wurde, also höchste Anspannung. Der zusätzliche Notarzt, nennen wir ihn Martin, wurde von uns an der Klinik mitgenommen und ich habe mich erst einmal brav vorgestellt. Auf den ersten Eindruck erschien er mir bereits sehr souverän und sympathisch.
Der Einsatz verlief damals vollkommen unspektakulär. Die Patientin hatte eine Gastroenteritis und war kollabiert gewesen. Der Notarzt hat beim Aufstehen der Patientin mitgeholfen, eine ausführliche Anamnese gemacht und mich auch einen Zugang legen lassen, was mir jedoch damals nicht gelang. Dennoch war dies kein Problem. Insgesamt war es ein sehr ruhiger Ablauf und auch die Patientin hat sich sehr gut aufgehoben gefühlt.

Mittlerweile kennt man sich echt gut. Er unterstützt mich dabei immer sicherer in manchen Dingen zu werden. Gibt aber auch klare Vorgaben.

Gerade bei kritischen Patienten macht er eine super medizinische Versorgung. Er kann aber auch mit Menschen umgehen. Dazu hat er viel Erfahrung im Bereich der Schmerz- und Palliativmedizin.

Ich mag Martin sowohl fachlich als Notarzt, aber auch menschlich sehr gerne. Er ist bei uns auch einer der wenigen Notärzt mit denen man auch privat wirklich viel machen und lachen kann. Er sitzt auch manchmal mit bei uns auf der Wache und dann unterhalten wir uns über die verschiedensten Dinge.

Gleichzeitig unterstützt er mich echt dabei, dass ich als Rettungsassistentin Verantwortung übernehmen kann und lässt mich viele Dinge eigenständig machen. Doch auch ich unterstütze ihn des Öfteren und schreibe so seine Notfallprotokolle. Das Zusammensein ist einfach ein Geben und ein Nehmen, so wünscht man sich die Zusammenarbeit mit den Notärzten.

Leider fahre ich nur recht selten mit Martin, da er nicht so häufig Notarztdienst hat bzw. wir uns immer verpassen. An die Einsätze mit ihm kann ich mich immer noch gut erinnern und es war noch nie ein schlechter Einsatz dabei.
In Erinnerung bleibt mir gerade ein Verkehrsunfall auf der Autobahn, bei dem wir sehr gut zusammengearbeitet haben und auch einen Einsatzleiter ersetzt haben. Hier wurde vom Notarzt alles super geleitet und zugeordnet und die Rettungsdienstbesatzungen konnten eine sehr gute Versorgung vornehmen.
Aber auch internistische Einsätze sind mit ihm sehr gut, denn er versorgt alle Patienten medizinisch sehr gut und bleibt dabei aber menschlich und auch Realist.

Insgesamt weiß Martin über mich auch sehr viel und so ist er für mich fast eine Art Mentor und Begleiter im Einsatz.
Zusammen verstehen wir uns sehr gut. Er erklärt oft noch Dinge und fragt dazu auch schon einmal etwas.
Auch Praktikanten unterstützt Martin und lässt sie nicht auflaufen, wenn etwas nicht funktioniert.
Er arbeitet immer im Team und steht nicht über uns, sondern arbeitet mit uns. Er läd auch mal die Trage aus oder macht andere Handgriffe. Gerade bei eher unkritischen Patienten entsteht so ein super Arbeitsklima.
Bei vital gefährdeten Patienten übernimmt er klar die Führung, doch man arbeitet auch hier weiter im Team.

Ich freue mich auf jeden Fall auf jeden Einsatz mit Martin. Gerne würde ich ihn auch einmal mit dem NEF fahren, allerdings hat sich dafür noch kein geeigneter Termin für eine gemeinsame Schicht gefunden.

So aber jetzt genug geschwärmt, ich habe einmal wieder Nachtdienst auf den RTW und zwar mit einem eher ungeliebten Notarzt. Mal sehen, wie die Einsätze so laufen werden.

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Ein Kommentar

  1. Ich weiß wo von du sprichst. Bei meinem ersten Praktikum auf der Rettungswache konnte ich auch viele Notärzte kennen lernen. Eine Notärztin blieb bei mir immer in Erinnerung 🙂 Sie hat bei einem Einsatz jeden Schritt erklärt, was als nächstes ansteht, wie es weiter geht, was seine Diagnose ist usw. Hat mich sogar gefragt ob es mit der Infusion vorbereiten funktioniert bei mir.

    Ich freue mich schon wenn es bei mir dann beruflich im Rettungsdienst weiter geht und wie die Notärzte im Nachbar Kreisverband so sind. Bei meinem anderen Praktikum war ich bei einem anderen Kreisverband wo ich auch wohne.

    Viele Grüße

    Melanie 🙂

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