Ein Einsatzbericht aus verschiedenen Sichtweisen – die subjektive Sichtweise II


Teil II

Die Praktikantin soll auf Anweisung des NA noch den Blutzucker aus der Nadel messen, damit ist sie wohl eindeutig überfordert (ich sehe das nicht, ist in meinen Rücken). Der Notarzt bleibt vollkommen gelassen und macht dies selbst, es stört ihn nicht. Er arbeitet einfach gerne mit.

Alles weitere mit EKG und Co. möchte der Notarzt erst im RTW machen. Ich habe echt das Gefühl, er  kann meine Gedanken lesen, denn hier im Wohnzimmer sind eindeutig zu viele Angehörige und vor allem ist es sehr eng. Immerhin weiß der Notarzt jetzt die Patientengeschichte und wird mich schon noch genauer informieren, ich höre nur etwas von absoluter Arrhythmie und dem Marcumar. Es wird aber ein Entlassungsbrief aus dem Krankenhaus mitgenommen (guter Notarzt, gut für mich zum Lesen!)

Nun hat der NEF-Fahrer (habe gar nicht mitbekommen, dass er weg war) bereits den Transportstuhl geholt. Zusammen bereiten wir den Stuhl gar vor und lassen den Patienten mit Hilfe selbstständig umsteigen. Dies geht zum Glück halbwegs gut, denn Helfen ist bei der Enge gar nicht möglich, nicht einmal der Wohnzimmertisch lässt sich wegschieben. Doch zusammen gelingt es den sehr wackeligen Patienten auf dem Stuhl zu setzten und anzuschnallen.

Der Notarzt geht bereits zusammen mit dem Fahrer des RTW vor zum RTW und nimmt alles an Equipment mit, eben einfach ein gutes Team. Der NEF-Fahrer und ich dürfen nun mit dem Raupenstuhl den Patienten die zahlreichen Stufen mit dem Raupenstuhl nach unten transportieren. Die Praktikantin kann leider erst einmal nur zusehen, da sie noch keine Einweisung auf den Stuhl hat. Unsere Patient muss erst einmal dazu gebracht werden bloß nicht ans Geländer zu fassen, denn dies könnte für uns alle ein paar Treppenstufen weiter unten mit einem bösen Sturz enden. Ich gehe vorne rückwärts langsam die Treppen hinunter und versuche keine Stufe zu übersehen, leider nieselt es jetzt auch noch etwas und daher ist es glatt. Der NEF-Fahrer hält hinten den Stuhl.  zum Glück kommen wir unten gut an.

Dort hat der Notarzt jetzt die Trage aus dem RTW gefahren, was ich sehr gut finde (er arbeitet mit wie ein normales Besatzungsmitglied). Wir können den Patienten nun auf die Trage umlagern (eigentlich eher ich alleine, aber egal). Danach geht es bei nun nervigen Regen zügig in den RTW, ach ja schnell noch den Patienten anschnallen. Beim Einladen verkantet sich auch noch etwas, sodass wir leider den Patienten noch einmal aus und wieder einladen dürfen (super bei dem tollen Wetter, aber ich habe in der Schnelle auch nicht auf alles geachtet).

Im RTW läuft alles wieder entspannt ab. Unser Patient ist ja eigentlich sehr gut drauf, versteht gerade nicht so recht, warum er wieder ins Krankenhaus soll. Er wird mit  vollständigen Monitoring, also noch der Anlage eines EKG versorgt. Auch dies zeigt uns nichts wirklich neues, außer der absoluten Arrhythmie. Der Notarzt stellt sich noch ganz ordentlich bei der Praktikantin vor, was eigentlich ihre Aufgabe gewesen wäre, aber naja, meine Sorge soll´s nicht sein. Wir scherzen noch etwas und ich darf auch für den Notarzt die Dokumentation übernehmen, naja Schreiben muss ich ja sowieso.
Der Notarzt klappt mir sogar noch den Stuhl zum Sitzen aus, damit ich besser schreiben kann, er ist eben einfach aufmerksam. Da unsere Praktikantin noch keinen Platz zum Sitzen hat, überlässt der Notarzt ihr den anderen ausgeklappten Stuhl und setzt sich nach vorne aus dem Beifahrersitz. Dies macht er auch nur, weil der Patient stabil und unauffällig ist, er wird ja eher wegen den Angehörigen mitgenommen. Ich weiß auch, dass mir der Notarzt vertrauen schenkt,, der ansonsten würde er nicht vorne einsteigen und mich alles machen lassen, dies freut mich.
Der Notarzt setzt noch eine Lage ab und danach geht es in die Klinik.

Bereits nach kurzer zeit wird unsere Notarzt von der Leitstelle zu einem Folgeeinsatz abgezogen, nun sind wir eh alleine, aber das werden wir schaffen. Auf der Fahrt ins Krankenhaus plaudere ich fleißig mit dem Patienten und erfahre nun auch mehr von ihm, er wirkt auf mich echt recht fit und vor allem neurologisch total unauffällig. Zudem schreibe ich nebenbei fleißig mein Protokoll (ich will schließlich dem Notarzt dann auch noch eines in die Hand drücken und das soll ordentlich sein). Die Praktikantin redet an sich nichts, aber das stört mich gerade nicht so recht.
Auf der Fahrt bin ich echt sehr tiefenentspannt und frage mich, was der Transport ins Krankenhaus überhaupt bringt (die Angehörigen waren eher zu therapieren als der Patient).

An der Klinik lädt die Praktikantin den Patienten mit Hilfestellung von uns aus und wir übergeben den Patienten dem Pflegepersonal als auch der anwesenden Internistin. Ich weiße hier darauf hin, dass es eher ein vorsorglicher Transport wäre, da die Angehörigen eben die Wesensveränderung und Zustandsverschlechterung gesehen haben, beim Rettungsdienst der Patient aber recht unauffällig gewesen ist. Zum Abschluss melde ich den Patienten noch an der Anmeldung an (hier freue ich mich immer über die netten Aufnahmekräfte mit denen man sehr gut arbeiten kann).

Wir füllen gemeinsam noch den Koffer auf, die Praktikantin desinfiziert die Trage und bereitet sie wieder vor. Dies funktioniert bei ihr echt schon gut und gefällt mir auch.
Nun kommt auch bereits der weitere RTW mit unseren Notarzt, ich kann ihn noch seine Zweitschrift des Protokolls übergeben und bekomme die fehlende Unterschrift auf dem Transportschein. Wir haben noch kurz Zeit zum Gedankenaustausch und danach geht´s zurück auf die Wache,. Dort freue ich mich echt auf einen Nachmittagskaffee (Wachmacher).

Nach diesem Einsatz ist auch mit der Praktikantin und dem erfahrenen Assistenten eine kurze Besprechung erfolgt, damit man Dinge beim nächsten Mal besser lösen kann.

Für mich war es eher ein ruhiger Notarzteinsatz, allerdings hat mir teils die Überwachung der Praktikantin gefehlt.

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