Zwischen Gelassenheit und totaler Anspannung – Gedanken zur ersten Reanimation als RA-Praktikantin


Das erste Mal etwas tun – dies ist meistens etwas besonderes. Seit ich Rettungsassistentin im Praktikum bin, ist dies in vielen Situationen wieder der Fall.

Bislang konnte ich bereits als Rettungsassisstentin im Praktikantin viele Punkte erleben und habe mittlerweile darin bereits wieder Routine erhalten. Doch eines hatte ich bisher nicht – eine Reanimation.

Dies sollte sich eben nun in der vergangenen Schicht ändern. Bisher bin ich bereits über 500 Stunden als Praktikantin gefahren.

Bei der Schichtübergabe wurde noch darüber gescherzt, dass mein Kollege schon lange keine Wiederholungs-Schulung über Frühdefibrillation erhalten hat (normalerweise jährlich) und er eigentlich somit nicht mehr den Schock abgeben dürfe. Es wurde also festgelegt, dass ich im Falle der Reanimation das Knöpfchen für die Friegabe des Schocks drücken sollte. Dies war da aber eher noch sehr scherzhaft.
In der Realität angekommen, war es dann tatsächlich so, dass ich für die Bedienung des EKG/Defis verantwortlich gewesen bin. Dies ist aber kein Problem und sollte auch zur Tätigkeit als RA-Praktikantin gehören.

Während der Reanimation lief jedoch nicht wie im Training immer alles nach den Richtlinien, da dies in der Praxis einfach fast unmöglich ist.

Doch insgesamt wurden die Schocks regelmäßig abgegeben, dazu habe ich die Herdruckmassage übernommen, die Krankenschwester am Kopf die Beatmung. Einzig die Wechsel waren nicht ganz gelungen. Der weitere Helfer konnte das Drücken nicht korrekt durchführen, mein Kollege war lange mit dem Legen eines Zugangs beschäftigt. Doch trotzdem hat die Auswertung ergeben, dass die Reanimation ganz gut lief, so waren die Unterbrechungszeiten und die Drucktiefe in Ordnung, einzig das Tempo meiner Herzdruckmassage hätte ein bisschen schneller sein sollen, dazu war die Beatmung am Anfang nicht ideal, doch diese verbesserte sich währenddessen und auch die Kommunikation wurde besser.

Zu Beginn der Reanimation war ich relativ nervös und die Gesamtsituaion recht ansgespannt (aufgrund der Sitatuation im Gasthaus und dem falschen Meldebild). Gerade in solchen Situationen neige ich dazu, sehr wenig zu sprechen und Dinge eher mit mir selbst zu klären. Während des Einsatzes wurde es aber besser und ich habe wesentlich mehr kommuniziert. Daran muss ich aber selbst noch arbeiten.

Nach insgesamt über 1 Jahr ohne Reanimationssituation war es also die erste Reanimation als Rettungsasssistenten-Praktikantin.

Für mich war es irgendwie auch wichtig, diese Situation endlich „durchzumachen“, denn bald sitze ich vielleicht als alleinige Rettungsassistentin auf dem Fahrzeug und bin gezwungermaßen die „Chefin“ und dann habe ich eben weniger Unterstützung und der „Welpenschutz“ ist dann vollkommen weg.

Der Kollege hat nach dem Einsatz einiges mit mir noch einmal durchgesprochen. Dies ging vom grundsätzlichen Algorhythmus über die Eintreffsituation bis zur konkreten Analyse aller Handlungen, auch der Dinge, die wir noch hätten machen können. Dies war für mich sehr wichtig und lief echt gut ab.

Dazu konnte ich die Dokumentation übernehmen, dabei half mir der Praxisanleiter bei einigen unklaren Punkten. Die Datenübertragung vom EKG an den PC haben wir anschließend gemeinsam gemacht und uns hier eben noch einmal die genauen Daten der Reanimation angesehen.

Unser Patient hat mittlerweile auch die ersten Tage lebend auf der Itensivstation überstanden. Ich wünsche ihn und seiner Familie auf jeden Fall alles Gute und werde mich sicherlich noch einmal nach ihm erkundigen.
 

Advertisements

2 Kommentare

  1. Die Routine kommt mit Sicherheit nach einiger Zeit, gerade als Begleiterin.
    Und die zukunftige Aufgabe als Begleiterin wirst du bestimmt mit Bravour meistern !!!

    1. Danke für die Aufmunterung! Ich bin gerade echt dabei Sicherheit und Routine zu sammeln. Merke, dass es hier auch immer besser wird, bekomme auch gerade von vielen Kollegen Zuspruch und Komplimente (anscheinend schätze ich mich hier immer etwas schlechter ein als ich bin). Werde vielleicht auch mal darüber schreiben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s