Augenblick (4)


In letzter Zeit kommt es im RTW öfters vor, dass ich regelrecht „festgehalten werde“.

Die liebe ältere Dame, liebevoll genannt Omalein, oder auch die junge aufgebrachte Frau, oder auch aufgebrezeltes Püppchen, haben im Rettungswagen Angst. Sie sind unsicher, wissen nicht weiter, sind regelrecht verzweifelt. Die Situation ist für sie eben fremd, neu und auch beängstigend, denn sie wissen nicht, wie es weiter geht.

Ich merke, dass die Patienten Zuspruch brauchen, doch manchmal helfen auch Worte nur bedingt. Die Patienten brauchen etwas zum Festhalten, eine kleine Berührung oder eben das Händchen halten.

So nehme ich eben ihre Hand und sie ergreifen meine Hand oftmals sehr fest. lassen sie bis zum Krankenhaus nicht mehr los. Dies beruhigt gleichwohl die ältere Dame als auch die junge Frau in ihrer Not. Ich sitze einfach nur da und halte die Hand fest. Alles andere wird zur Nebensache.

Zur Arbeit auf dem RTW gehört eben mehr als nur das Medizinische, oftmals ist man auch Psychologe und Seelentröster. Dies ist teils wichtiger, als jede medizinische Maßnahme.

 

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