Stress !?


Aktuell beschäftige ich mich in meinem Leben etwas mehr mit dem Thema Stress und dem Umgang damit.

Natürlich habe bzw. hatte ich Stress. Doch ist dies jetzt schlimm oder gehört er einfach zum Alltag dazu?

Vor kurzem durfte ich aufgrund meinem Hauptjob auf eine Fortbildung namens  „Stressmanagement und Entspannungstechniken“. Hier wurde viel besprochen und man kam persönlich ins Nachdenken. Dazu hörten wir natürlich erst einmal viel Theorie über Stressoren, Stressarten und die Steigerung des Stress sowie einiges anderes mehr. Dabei wurde auch viel über Reaktionen des Körpers mit Sympathikus und Parasympathikus sowie Adrenalin und Kortisol geprochen, einige Begriffe, die man auch in der Rettungsdienstausbildung schon öfters gehört hat und somit im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern auch Verbindungen herstellen kann.

Neue Aspekte habe ich dabei zwar wenige mitgenommen, doch meine Situation überdacht und gemerkt, dass der Stress teilweise echt hausgemacht ist und nicht von außen kommt. Erkenntnis war dabei für mich, dass ich an meinen Anspruchsdenken und Perfektionismus arbeiten muss. Dazu gab es auch eine interessante Übung zu den „inneren Antreibern“.

Über die Entspannungstechniken möchte ich jetzt besser nicht so viel Reden, denn dies war für mich nichts. Spazieren gehen tue ich auch sonst und für Atemübungen mit Ein- und Ausatmen bin ich echt nicht die richtige. Auch macht mich das Denken an Nichts, mit der Aufforderung an Nichts zu denken, eher agressiv.

Vor einigen Tagen war dann im Fernsehen wieder einmal ein Jenke Experiment zum Thema Stress zu sehen. Ich musste dies einfach schauen. Darin habe ich gemerkt, dass es wieder nicht nur auf den äußeren Stress ankommt, sondern wie wir damit umgehen und auch dass man nicht immer selbst alles richtig einschätzen kann (Kochen ist Stress, zu mindestens für eine ganze Gesellschaft).

Auch konnte ich mich hier in einigen Situationen echt wieder erkennen und die Nacht mit Stressika, dem Puppen-Baby, war für mich vergleichbar mit einer Nachtschicht auf dem RTW. Es ist zwar äußerlich oft stressig, doch der Körper ist eigentlich gar nicht so in Hochleistung und kann auch einmal kurz abschalten, fühlen tut man jedoch oftmals etwas anderes.

Eines ist mir jedoch auch bewusst geworden:  ganz ehrlich: ich war letztes Jahr fast nahe dem Bore-Out. Ich hatte in meinen Hauptjob zwar viel Arbeit, zu mindestens was die Menge anging, doch innerlich war dies nicht ausfüllend. Ich langweilte mich sehr oft, teilweise hatte ich auch nicht den ganzen Tag zu tun. Dies hat mich sehr genervt, geschlaucht, ausgelaugt, ich war gestresst von der Unterforderung.

Doch zum Glück konnte ich mich in meine Ausbildung im Rettungsdienst stürzen. Ich war hier echt froh, dass ich dort gefordert wurde, sonst wäre ich wahrscheinlich in meinen Hauptjob verzweifelt.

Aktuell hat sich dieses Problem im Hauptberuf zum Glück erledigt. Ich werde gefordert, bin beruflich wesentlich zufriedener und auch noch näher an der Heimat, sodass ich jeden Tag pendeln kann.

Auch im Rettungsdienst bin ich viel gefordert, werde immer mehr zur Rettungsassistentin anstatt der Praktikantin und Rettungssanitäterin. Klar wächst dabei auch der Druck und die Verantwortung, doch man wächst eben mit seinen Aufgaben und ich brauche dies, denn nur so kann ich auch die Leistung bringen (auch Kollegen merken dies und lassen mich immer mehr einfach arbeiten).

Insgesamt würde ich sogar sagen, dass ich den Rettungsdienst im Ausgleich zu meinen Bürojob benötige und auch dort so etwas wie Stressabbau machen kann. Auch wenn es im Rettungsdienst natürlich viele ungünstige Faktoren was Stress angeht, wie Schichtzeiten, belastende Einsätze, geringe Planbarkeit der Einsätze oder schwierige Patienten/ Angehörige gibt. Doch trotz dieser Belastungen im Rettungsdienst gehört er zu meinen Leben dazu, ich brauche ihn (ohne diese Arbeit fehlt mir etwas im Leben).

Aber ich habe in den letzten Wochen auch gemerkt, dass der Körper manchmal einfach seine Ruhe und Entspannung braucht und man auf die Zeichen achten muss, denn ansonsten ist man einfach körperlich nicht fit und wird sehr anfällig für Infekte. So müssen Ruhepausen einfach eingeplant werden.

Die Haupt-Erkenntnis des Nachdenken über Stress ist jedoch: ja, er ist immer mal stärker, mal schwächer da. Doch wichtig ist, was man selbst daraus macht, denn vieles ist Einstellungssache!

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