Umgewöhnung – auf einmal alles anders ?!


Seit Septemeber bin ich nun Rettungsassistenten-Praktikantin. Es ist also bereits einige Zeit vergangen, in der ich viele Stunden im Rettungsdienst gefahren bin. Zu Beginn habe ich über die Änderung von der reiner Ehrenamtlichen zur Praktikantin berichtet.

Hier habe ich das ganze eher von außen gesehen. Am Anfang war doch alles für mich wieder anders. Ich werde anders bewertet, sitze auf dem Beifahrersitz und versuche immer mehr die Führung im Einsatz zu übernehmen.

Aber was bedeutet dies für mich wirklich? Was sagt mein „Inneres“ zu der neuen Situation. Machen meine Gefühle und Gedanken, was der Geist sagt.

Gerade die Führungsrolle auf dem RTW ist mit einigen anderen Dingen verbunden, an die ich zu Beginn gar nicht gedacht habe. Nun soll ich auf einmal der „Chef“ sein und wichtige Entscheidungen treffen. Auch für viele Handlungen bin ich nun verantwortlich.

Klar fahre ich immer noch als Rettungsassistenten-Praktikantin und habe immer einen Rettungsassistenten dabei, der rechtlich gesehen noch die führende Rolle hat, doch ich soll eben dies alles lernen.

Ganz drastisch ist dies erst vor kurzem wieder aufgefallen: ein erfahrener und sehr netter Rettungsassistent als auch super Praxisanleiter und ich waren zusammen auf dem RTW unterwegs. Bei einem Einsatz entschieden wir uns gemeinsam dazu, einen Notarzt augrund einer somnolenten Patientin nachzufordern. Danach ging es um das Legen eines Venenzugangs.

Ich ging instinktiv zum Notfallkoffer und griff dort nach der Infusion und dem Infusionsbesteck. Der Rettungsassistent nahm mir diese wieder aus der Hand und gab mir das Stauband in die Hand.

Nun wurde mir wieder klar, dass ich ja als Begleiterin unterwegs bin und somit eigentlich auch zunächst für das Legen eines Zugangs „zuständig“.

Mir war dies im dem Moment gar nicht so bewusst, denn ich griff einfach wie die letzten Jahre nach den Dingen, die ich sonst immer machte. Nun wurde es mir klar und ich legte erfolgreich den Zugang.

Bei der älteren Patientin mit sehr dünnen Venen war ich echt froh, dass mein Zugang lief und alles funktionierte. Als der Notarzt eintraf machte ich die Übergabe an ihn und der Einsatz verlief weiter ohne Komplikationen.

Im Nachgespräch machte mich der Rettungsassistent auf diese Situation noch einmal aufmerksam und fragte mich scherzhaft, warum ich gerade Infusion und Infusionsbesteck aus dem Koffer genommen hatte. Ich erklärte ihm dies mit meinem instinktiven Verhalten und auch der noch immer nicht ganz vollzogenen Umgewöhnung. Er fragte auch, ob er nun wieder die Zugänge legen sollte, dies beneinte ich aber sofort.

Mein Ziel ist es schließlich eine „gute Rettungsassistentin“ zu werden. Dies geht jedoch nur über die Umstellung.
Aktuell bin ich jedenfalls noch auf der Suche nach der Führungsrolle.
In manchen Situationen tue ich mir dabei einfacher, viel kommt auch auf den Teamkollegen an.

Bei einem fühle ich mich allerdings immer sicherer und zunehmend als „kleine Führungskraft“: dem Transport des Patienten mit mir hinten im RTW. Die Fahrt verläuft gut, ich habe das Gefühl zu wissen, was noch sinnvoller Weise gemacht oder gefragt werden sollte. Dazu kommt, dass ich mich gerne mit Patienten unterhalte und sie auch ganz gut uberwachen kann.

Ich versuche auf jeden Fall kleine Schritte zu gehen. Bei jedem Einsatz ein bisschen sicherer zu werden, ein Stück mehr Routine und Ruhe heinzubringen.
Mal sehen wie sich dies weiterentwickelt und wie sich mein Lehrrettungsassistent dazu weiter äußert.

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