Rettungsdienst als Fitnesstraining ???


Sehr oft bekommt man als Frau im Rettungsdienst zu hören, dass man vielleicht nicht genug Kraft und Ausdauer haben könnte, um Patienten zu versorgen und vor allem zu tragen.

Darüber macht man sich natürlich im Laufe der Zeit so seine Gedanken. Ich sehe dies mittlerweile aus sportlicher Sicht. Es mag sein, dass Männer grundsätzlich etwas mehr Kraft haben, doch auch Frauen haben Power.

Die richtige Technik und Teamgeist bringen hier sehr viel Erleichterung.

Es gibt im Rettungsdienst sehr viele Situationen, wo es auf Kraft und Ausdauer ankommt. So müssen wir schnell zum Patienten kommen, dabei oft viele Treppen mit den schweren Equipment nach oben gehen. Danach wartet vielleicht eine Reanimation auf uns, wo es sowohl auf Kraft (Drucktiefe bei der Herzdruckmassage) als auch Ausdauer (Hohe Frequenz bei der Reanimation) ankommt. Weiter geht es mit dem Patiententransport: es sind immer mehr schwergewichtige Patienten zu finden, meistens geht es über enge Treppen mit Trage, Spineboard, Tragestuhl oder Tragetuch.

Dies erfordert natürlich eine gewisse Grundfitness.

Ich selbst mache seit dem Jugendalter Sport im Verein und auch privat bin ich öfters aktiv. Doch trotzdem bin ich nicht die superfitte Sportskanone und bin auch nicht total schlank.

Hier kommt aber auch das tägliche Rettungsdienstleben (ok vielleicht bei mir eher wöchentlich) zum Tragen. Denn auch hier kann man fitter werden. Man wächst mit seinen Aufgaben. Im Laufe der Zeit lernt man einige Tipps und Tricks beim Transport kennen und wird auch so etwas trainierter.

In gewissem Maße ist Rettungsdienst nämlich auch Fitnesstraining. Wenn ich wie einmal wieder viele Treppen mit voller Ausrüstung nach oben zum Patienten gegangen bin, merke ich dies sehr oft. Auch beim Heben und Tragen.

So spürt man nach 12 Stunden auch seinen eigenen Körper etwas und hat vielleicht sogar Muskelkater. Hoffentlich jedoch keine Rückenschmerzen vom falschen Heben und Tragen. Manchmal lässt sich jedoch auch dies aufgrund sehr ungünstiger Situationen nicht vermeiden.

Doch insgesamt ist Rettungsdienst immer auch körperliche Arbeit und man betätigt sich dabei eben auch etwas sportlich. So erspart man sich vielleicht das Krafttraining im Fitnessstudio.

Eine junge und sehr zierliche FSJ-lerin hat neulich nach einer Schicht zu mir gemeint, dass sie am Anfang jeden Tag total fertig war und nicht wusste, ob sie es wirklich schafft. Mittlerweile ist sie einiges an Muskeln reicher geworden, transportiert auch schwere Patienten im Team über weite Strecken und ist auch sonst deutlich stärker geworden.

Somit sehe ich jeden Einsatz auch ein bisschen von der aktiven Seite her  an und versuche dabei  meinen eigenen Körper auch etwas zu fordern und ihn trotzdem fit zu halten.

Leider gibt es bei uns auf der Wache keinerlei betriebliche Gesundheitsförderung, was sicherlich zum Wohlbefinden aller Mitarbeiter beitragen könnte.

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Ein Kommentar

  1. Die Gesundheitsförderung in Form von Fitnesstraining (Geräten etc.) gibt es wohl bei den wenigsten HiOrg. Das ist der Vorteil, wenn man bei der BF im RD ist. Hier gibt es in der Regel umfassende Fitnessmöglichkeiten und bei der Einstellung wird auch eine gewisse Grundfitness vorraußgesetzt, was ich ganz gut finde. Denn vergleicht man eine RTW Besatzung von ner BF und ner HiOrg, so wird die BF Besatzung wohl auch im 5 Stockwerk noch nicht so aus der Puste sein, wie die HiOrg Besatzung.
    Es gibt aber natürlich auch Ausnahmen

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