So macht Arbeiten auf dem RTW Spaß – Teil 3


Hier könnt ihr die ersten beiden Teile zu „So macht Arbeiten auf dem RTW Spaß“ nachlesen:      Teil 1        Teil 2

 

Nach der kurzer Verschnaufpause auf der Wache wurden wir wieder alarmiert.

Dieses mal sollte es zum gemeldeten Herzinfarkt als Notarzteinsatz  in einen Wohnblock in der Stadt gehen. Jonas fuhr wieder den RTW mit Sondersignal zur Einsatzstelle. Direkt hinter uns war das NEF mit dem Notarzt. Somit trafen wir gleichzeitig ein und es ging mit einer Personalstärke von 5 Personen, also unserer Besatzung des RTW und dem Notarzt mit seiner Fahrerin als auch der weiteren RA-Praktikantin auf dem NEF, zum Patienten.

Dort übernahm der Notarzt natürlich die Einsatzführung und Kommunikation mit dem ca. 60-jährigen Patienten. Dieser lag in seinem Bett und hatte sichtlich Atembeschwerden. Ein grippalen Infekt war bereits sehr mehreren Wochen bekannt, zudem chronische Bronchitits und einige Vorerkrankungen des Herzens. Aktuell wirkte die Situation aber nicht wirklich wie ein Herzinfarkt (nicht dass man den sehen kann, aber es passt einfach nicht), was die anwesende Ehefrau ständig behauptete. Wir machten ein komplettes Monitoring mit Blutdruck, Puls, Sättigung und 12-Kanal-EKG. Alles war unauffällig. Auch ein Zugang wurde durch den Notarzt gelegt. Das gesamte Team arbeitete sehr ruhig und alles war echt gut organisiert.

Der Patient ging zur Abklärung seiner Atembeschwerden mit ins Krankenhaus. Der Transport nach unten fand mittels Transportstuhl und Aufzug statt. Im RTW bekam der Patient noch Sauerstoff, was ihm zusätzlich gut tat. Nun ging es mit Notarztbegleitung ins Klinikum, ich war wieder hinten beim Patienten. Insgesamt war der ältere Herr immer stabil.  Im Krankenhaus übergaben wir den Mann an die diensthabende Ärztin und das Pflegepersonal. Ich machte noch die obligatorische Dokumentation (diesmal habe ich mir den Transportschein gleich unterschreiben lassen 😉 ).

Danach gehts zurück zur Rettungswache. Dort sollten Jonas und ich jedoch nicht lange verweilen, denn unser Melder ging erneut. Es ging dieses mal zum gemeldeten Arbeitsunfall, wieder mit Notarzt. Es sollte eine Fußverletzung in einem Industriebetrieb vorliegen. Jonas fuhr wieder mit Sonderrechten durch die Stadt und schon bald fanden wir den Eingang zum Industriebetrieb. Es wartete hier bereits ein Arbeiter auf uns. Dieser brachte uns zum Eingang.

Dort saß auf einem Drehstuhl unser ca. 35-Jährige Patient. Er war ansprechbar und sah recht entspannt aus. Ich stellte mich erst einmal vor. Jonas hielt sich im Hintergrund. Der Arbeiter erzählte, dass ihm ein weit über 100 KG schwerer Gegenstand von hinten auf den Fuß gefallen sei und er danach gestürzt ist. Ich habe erst einmal den Sicherheitsschuh ausgezogen, dies ging recht problemlos mit der Hilfe des Patienten. Danach sah ich den recht seltsam aussehenden Fuß. Dieser war am Außenknöchel leicht druckempfindlich, ansonsten aber nicht stark angeschwollen. Durchblutung, Motorik und Sensibilität waren vorhanden. Auch eine Beteiligung des Knies konnte ich ausschließen. Nun traf auch schon der Notarzt ein. Ich machte eine kurze Übergabe. Er verschaffte sich selbst noch einen Eindruck. Zur Kontrolle wurde noch der andere Fuß im Vergleich angesehen.  Dieser sah jedoch fast genauso „seltsam“ aus, also war die Verletzung wohl nicht so schlimm und es lag eine generelle Fehlstellung des Fußes vor. Da unser Patient jedoch über Schmerzen klagte, entschied sich der Notarzt dazu, dass ein Zugang gelegt werden sollte und er etwas Morphin bekommen sollte.

Ich kümmerte mich weiterhin um die Patientenbetreuung. dazu konnte ich noch die Vitalwerte ermitteln, diese waren unauffällig. Jonas kümmerte sich um das Medikament und holte es aus dem RTW. Die RA-Praktikantin bereitete den Zugang und die Infusion vor. Die NEF-Fahrerin holte die Trage. Alle wussten, was zu tun ist. Der Notarzt legte jetzt den Zugang und der Patient bekam sein Schmerzmittel. Ihm wurde etwas schwindelig. Nun konnten Jonas und ich den verletzten Fuß mit Hilfe von zwei Sam-Splints schienen und ruhig stellen.  So ging es jetzt durch überheben auf die vorbereitete Trage und damit in den RTW. Hier wurde er weiterhin überwacht und bekam vorsichtshalber noch etwas gegen Übelkeit gespritzt. Auch die eingetroffene Polizei wollte noch kurz ein paar Informationen, wir verwiesen sie erst einmal auf die Arbeitskollegen.

Daraufhin ging es in die Klinik. Auf dem Weg dorthin wurden wir von der Leitstelle gefragt, ob der Notarzt abkömmlich sei. Wir konnten dies alle bejahen und der Notarzt lies mich nun also alleine hinten im RTW mit dem Patienten und stieg zurück ins NEF. Dieser hatte aktuell keine Schmerzen mehr und der Schwindel wurde auch weniger. Nach kurzer Fahrt waren wir auch schon an der Notaufnahme. Dort übergab ich nun den Patienten mit Jonas im Hintergrund. Es folgte noch die formale Aufnahme des Patienten und die Dokumentation. Für den Notarzt galt es noch das Einsatzprotokoll zu ergänzen, denn darum hatte er mich lieb gebeten.

Der Rettungsassistent besprach mit mir kurz den Einsatz nach und meinte, dass ich den Einsatz gut in Angriff genommen habe. Er stellte auch fest, dass die Füße sehr komisch aussahen. Wir waren uns einig, dass unser Patient wahrscheinlich Glück gehabt hatte und sich nur leicht verletzt hatte.

Es ging wieder zurück Richtung Wache. Bereits auf dem Weg sprach uns die Leitstelle an. Es sollte gleich zum nächsten Einsatz gehen.

– Fortsetzung folgt –

Ein Kommentar

  1. Der Patient hatte wohl wirklich Schwein, denn meistens langt in so einem Fall noch Murphy´s Law zu und das Teil fällt knapp hinter die Schutzzone. Mir sind in 4 Wochen Praktikum mehr Stahlteile knapp hinter die Stahlkappe gefallen als darauf…

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