Die Rettungsassistentenprüfung – das Ergebnis


Nach mittlerweile einer Woche voller Prüfungen gab es für alle Teilnehmer nun nur noch eines: Warten auf das Ergebnis.

Mein Kurs wartete also auf dem Schulgelände auf die Ergebnisse während drinnen die Lehrerkonferenz unter dem Vorsitz der Prüfungsvorsitzenden der Regierung tagte.

Jetzt konnten wir alle nur noch hoffen und uns gegenseitig Mut zusprechen. Die Stimmung war irgendwo zwischen Erleichterung, dass die Prüfung vorbei ist, und höchster Anspannung, denn man wollte wissen, ob man bestanden hat.

Dabei wechselten die Gespräche von Smalltalk über Prüfungsthemen bis hin zu Fachthemen und viel Privatem. Der Mix war schon sehr groß, doch man wollte sich einfach ablenken und die lange Wartezeit herum bekommen.

Ich selbst hatte für mich nach der mündlichen Prüfung beschlossen, dass ich da raus muss und bin ganz alleine einen Kaffee trinken gegangen. Bei dem Stammbäcker konnte ich bei Cappuccino und Kuchen eine halbe Stunde abschalten und mit meiner Familie telefonieren. Dabei war ich mir innerlich irgendwo sicher, dass es gereicht haben müsste, doch man kann sich eben auch täuschen.

Danach mischte ich mich wieder unter die Gruppe und unterhielt mich ebenfalls weiter. Wir alle hatten beschlossen, dass Handys gerade weitestgehend tabu sind, denn dies regt nur noch mehr auf.

Nun war der Moment gekommen und es hieß seitens der Schulleitung, dass wir nun einzeln die Ergebnisse erfahren konnten. So ordneten sich alle Schüler meines Kurses in eine Schlange und stellten uns vor dem Verwaltungsgebäude auf. Die Stimmung wurde immer gespannter. Die Gespräche weniger. Nacheinander wurde man in ein Zimmer begleitet und erfuhr die Ergebnisse. Die allermeisten kamen mit einem breiten Lachen wieder heraus. Die eine Schülerin aus der Vollzeitklasse weinte vor Freude, der nächste machte einen Luftsprung, ein anderer machte sich Gedanken wie er nun den versprochenen Besen fressen sollte 😉

Ich selbst wurde immer nervöser und zugleich wurde es mir vom langen Warten schon ganz komisch. Ich stand dem Kollaps nahe.

Irgendwann einmal kam eine Schülerin nicht wieder heraus, obwohl bereits die nächsten Prüflinge die Ergebnisse erfuhren. Somit war uns klar, dass sie es wohl nicht geschafft hatte und nun erläutert bekam, woran es letztendlich lag.

Endlich wurde auch ich in das Zimmer hinein gebeten. Der Schulleiter gratulierte mir sofort. Auch die weitere Prüfungskomission gratulierte zur BESTANDENEN PRÜFUNG. Ich konnte es kaum fassen und mir fielen tausend Steine ab. Das harte Jahr war erfolgreich. Ich lachte.

Nun haben sie mich gebeten, kurz auf dem Stuhl Platz zu nehmen, denn ich war dem kollabieren echt sehr nahe. Die prüfungsvorsitzende Ärztin der Regierung zeigte mir das Ergebnis aller Prüfungsteile: ich konnte dies noch weniger fassen. Es war wesentlich besser als erwartet. Schriftlich stand dort die Note befriedigend, doch sowohl im praktischen als auch mündlichen war eine 1  zu lesen. Dies konnte ich nicht glauben, doch da stand wirklich sehr gut.

Somit war ich besser als jemals erwartet und stürmte mit einem breiten Grinsen aus dem Gebäude um mit den anderen zu feiern. Zusammen stießen wir mit Mineralwasser an, mehr gab es für die Fahrer nicht. Danach freuten wir uns alle. Ich telefonierte noch kurz mit der Familie, die auch begeistert waren. Wir machten noch ein Abschlussfoto unserer Kurses.

Danach ging es für mich überglücklich und trotzdem total erschöpft auf die Heimfahrt, zum letzten Mal diese Strecke, dieser Weg, der kein leichter war. Zuhause wurde schließlich mit meiner Familie am Abend noch lange feuchtfröhlich gefeiert, denn eine solche bestandene Prüfung mit dem harten Weg muss man echt feiern.

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13 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch!
    Ich kann mich noch gut daran erinnern wie wir alle zitternd vor dem Kollegstufenbüro standen um unsere Abinote zu erfahren. Bis wir drankamen waren wir alle sicher garantiert durchgefallen zu sein… Nach den ersten 10 Leuten hat sich dann langsam rumgesprochen, dass wir alle bestanden hatten und keiner zur mündlichen beordert wurde.
    Solange ihr nicht nach dem Feiern euch selbst wegen C2-intox gebraucht habt, ist doch alles in Ordnung 😉

    1. Dankeschön!
      Es ist schon komisch, weder beim Abi noch beim Studium war ich so nervös vor der Bekanntgabe (waren aber auch ganz andere Situationen, das Bestehen war sehr sicher).
      Dies liegt wahrscheinlich aber auch daran, dass ich jetzt zum ersten Mal in meinen Leben nichts mehr Lernen muss. Es ist echt seltsam, wenn man nichts mehr lernen muss.
      Die Freude war echt sehr groß, fast mehr als beim Studienabschluss.
      Gefeiert wurde erst zuhause, denn es mussten ja noch fast alle Auto fahren. Angestoßen haben wir eben nur mit Wasser 😉
      Zuhause mit der Familie waren es zwei feucht-fröhliche Abende (aber natürlich ohen Zwischenfälle)!

  2. OMG, ich hab beim Durchlesen mitgefiebert als ob ich selbst dabei gewesen wäre, es war genauso wie bei meiner Notfallsanitäterprüfung (Österreich).

    Die gleiche Nervosität, Zittern, etwas Angst, sich fast sicher zu sein alles hinzubringen, dann aber doch die gefühlte Leere direkt vor dem Eintreten in den Prüfungsraum

    UND: die unglaubliche Erleichterung bei Erhalt des Zeugnisses wenn man bestanden hat, der massive Felsbrocken (ja ein Stein ist noch viel zu wenig um das auszudrücken) der einem vom Herzen fällt.

    Dann nach ein paar Tagen die Frage, was mach ich denn jetzt noch in Zukunft? AMLS, PHTLS/ITLS (ist bei uns nicht Teil des Kurses) oder doch der Versuch des Air Rescue Colleges?

    Kurz überlegt, aber dann doch mal ein Jahr Pause einlegen, denn Beruf und Co. verlangen doch auch einiges „so nebenbei“ ab

    Also gratuliere und viel Spaß bei deiner weiteren ehrenamtlichen Tätigkeit!

    LG

    1. Dankeschön!
      Ja, die Erleichterung war echt riesengroß! Teilweise ist mir selbst das Aufschreiben des Erlebten schwer gefallen, irgendwie komisch eben.
      Ich bin jetzt auch froh, dass die schulische Ausbildung vorbei ist. Auf der anderen Seite habe ich noch viele Praktikumsstunden um wirklich auch in der Praxis eine gute Teamchefin auf dem RTW zu werden und darauf freue ich mich nun!

      Liebe Grüße
      Blaulichtengel

  3. Herzliche Gratulation! Auch ich konnte wie einige andere hier mich bei deinem Beitrag sehr gut an meine NFS-Prüfung erinnern und konnte mitfiebern mit dir. Aber man sieht sehr schön: wenn man fleißig lernt und sich nicht allzu ungeschickt anstellt funktioniert das mit der Prüfung auch.
    Ich wünsche dir viel Erfolg als Rettungsassistentin und erhalte dir noch lange Spaß und Begeisterung für diese Berufung!

    1. Dankeschön!
      Die Prüfung ist echt gut gelaufen, man muss sich eben konzentrieren und das habe ich in den letzten Wochen vor der Prüfung wirklich getan (Lernen was nur geht und unwichtige Dinge abschalten).
      Ich freue mich nun auf das „Anerkennungsjahr“ und hoffe noch lange Spaß in meinen Zweitberuf zu haben!

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