Die Rettungsassistenten-Prüfung: Teil I schriftlich


Nach einem harten Schuljahr mit vielen berufsbegleitenden Stunden der Ausbildung und des Klinikpraktikums sollte nun also die Stunde der Wahrheit kommen: Das EXAMEN oder die Rettungsassistenten-Prüfung. Offiziell heißt es staatliche Prüfung, da die Regierung der jeweiligen Bezirke dafür verantwortlich ist.

Die Prüfung besteht aus drei Teilen: schriftlich, mündlich und praktisch. Dabei ist der praktische Teil noch einmal in drei Teile geteilt. An meiner Schule wird jeder Teil an einem anderen Tag absolviert, sodass es also drei Prüfungstage sein werden.

So war es also nun soweit und alle Teilnehmer, insgesamt somit fast 100 Schüler aus Vollzeit-, Teilzeit- und Krankenpflegerkurs, meiner Schule fanden sich an einem Freitag in der Schule ein, um den ersten Teil der Prüfungen abzulegen. Die Gesichter aller Schüler waren sichtlich angespannt, es wurde zwar viel geredet, doch eher oberflächlicher Smalltalk. Über Fachthemen wollte zum Glück niemand mehr sprechen. Lachen konnte auch fast niemand mehr, die Gesichter waren ziemlich weiß.

Am Anfang sollte es zur Registration gehen. Dort musste jeder noch einmal seinen Ausweis vorzeigen, um auch die Personenidentität festzustellen. Danach zog jeder eine Platznummer, an der wir bei der Prüfung sitzen sollten. Ausnahmsweise hatte ich einmal Glück und zog einen Platz im kleinsten und ruhigsten Prüfungsraum (bei fast 100 Teilnehmern an der Prüfung gab es drei Räume). Danach bekam jeder noch ein Namenschild und wurde fotografiert, damit jeder in der Lehrerkonferenz weiß, über wen man letztendlich spricht und es nicht zu Verwechslungen kommt.
Somit begann nun das Warten auf den Prüfungsbeginn.

Nach gefühlten Stunden (waren eher nur 20-30 Minuten) durften wir den Prüfungsraum betreten, was die Nervosität nicht wirklich sinken lies. Jeder suchte seinen Platz und stellte die notwendigen Dinge wie Trinken und Schreibzeug auf dem Tisch ab. Die Taschen und weiteren persönlichen Dinge mussten in einer Ecke des Raumes abgestellt werden.

Nun begann die heiße Phase. Wir wurden von den beiden Prüfern und Aufsichten noch einmal belehrt. Danach war es soweit: die Prüfung wurde verteilt und es ging los.
Insgesamt hatten wir nun drei Stunden Zeit um die 100 Fragen mit 180 zu verteilenden Punkten zu beantworten.

Dabei gab es die Teile naturwissenschaftliche Grundlagen, allgemeine notfallmedizinische Grundlagen, spezielle Notfallmedizin, Organisation und Einsatztaktik sowie Berufskunde.
Ein Teil der Fragen waren Multiple Choice, bei denen es jeweils eine richtige Antwort und somit einen Punkt gab. Der überwiegende Teil waren offene Fragen, bei denen es jeweils zwischen 2 und 4 Punkten gab.

Zeitlich hatte ich mir vorgenommen, die Fragen zunächst zügig durchzugehen und mir schwierige Antworten oder unsichere Fragen für den Schluss aufzuheben. So beantwortete ich im erste Durchgang alle Fragen, die ich wirklich wusste. Die schwierigen Fragen notierte ich mir auf einen Schmierzettel. Im zweiten Durchgang ging ich diese dann in Ruhe durch.

Die Zeit reichte eigentlich allen Prüfungsteilnehmern, um ausreichend zu überlegen und seine Antwort aufs Papier zu bringen. Allerdings wusste man auf manche Fragen einfach keine Antwort, denn es gab echt einige knifflige Fragen und vor allem Dinge, die niemand gelernt hatte.

Zu den genauen Fragen möchte ich hier explizit nichts konkretes scheiben, bevor ich nichts schriftliches in den Händen halte, danach wird es einen geschützten Artikel mit einigen besonderen Dingen bzw. Fragen geben.

Nach insgesamt fast 20 Seiten mit Fragen und drei Stunden Prüfungszeit gebe ich meine schriftliche Prüfung ab und bin mir recht sicher, dass es zum Bestehen ausreichen würde, aber sicherlich keine Glanzleistung gewesen ist.

Die Fragen waren so nicht erwartet. Es war eine seltsame Mischung und vor allem viele Dinge, die man in dieser Form niemals als Frage erwartet hatte. Dafür hatten wir Prüflinge viele andere Dinge gelernt, die nicht abgefragt wurden.
Aber egal, nun ist es vorbei und ich beteilige mich danach noch mit einigen anderen an einer kurzen Diskussion.
Insgesamt sind alle recht k.o. und wir wollen nur noch nach Hause um uns etwas zu erholen und nun auf die weiteren Prüfungsteile im Laufe der nächsten Woche erholen zu können.

Danach habe ich genau wie die meisten meiner Mitschüler die nächsten drei Tage lang immer mal wieder Onkel Google befragt, was denn nun bei welcher Frage richtig gewesen wäre. Im Laufe eines Wochenendes sind mir immer wieder neue Gedanken zu richtigen bzw. falschen Lösungen gekommen und natürlich war der Wissensdrang so groß, dass man alles nachschauen musste. Teilweise wusste ich aber bereits nicht einmal mehr, was ich nun letztendlich in der Prüfung als Antwort hingeschrieben hatte.

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4 Kommentare

  1. Überraschende Fragen sind immer etwas seltsam. In meiner letzten Klausur wusste ich bei einer Frage worauf sie abzielt, ich musste aber erst 5 Minuten raten wie rum ich das jetzt hinschreiben soll, weil die Frage zweideutig Formuliert war.
    Google lass ich aber nach der Klausur bleiben, da macht man sich nur verrückt, denn man kann dann eh nichts machen…

    1. Ja, die Überraschung war bei den 100 Fragen echt groß.
      Bin einfach auch vom Studium auch andere Dinge gewöhnt, denn dort musste ich immer sehr viel schreiben.
      Das Nachlesen und Googlen war auch keine gute Idee, aber dies hat anscheinend echt jeder meines Kurses gemacht. Aber nach 3 Tagen habe ich es dann endlich sein lassen und die schriftliche abgehackt.

      1. Schreiben ist bei uns nebensächlich, solange man sich bei den Verständnisfragen verständlich machen kann. Ich versuche aber trotzdem immer einen ordentlichen Satz zusammen zu zimmern, das ist wohl das Erbe von 13 Jahren Schule.
        Wenn ich welche kenne die die Klausur erst am zweiten Termin schreiben, kann es auch mal vorkommen, dass ich mir die halbe Klausur als Ganzes merke und dann auch noch die nächsten zwei Tage soweit parat habe… Aber bloß keine Nachanalyse 😀

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