Die Trauma-Woche auf dem Weg zur Rettungsassistentin – Der letzte Tag mit der ITLS-Prüfung


Nach einer harten Traumawoche, sollten am letzten Tag als Abschluss die Übungsdurchläufe und die Prüfung nach ITLS stattfinden.

So begann der Sonntag Morgen zunächst mit einer Begrüßung für alle Teilnehmer. Dabei wurden wir in Teams zu je 3 bis 4 Personen geteilt. Die Gruppen wurden dabei absichtlich bunt gemischt, sodass ich mich in einem Dreierteam mit einem Krankenpfleger und einem Teilnehmer aus dem anderen Kursteil wiederfand. Dazu gab es für jede Gruppe einen genauen Übungs- und Prüfungsplan. Wir mussten somit immer sehen, wann wir uns in welchen Raum bei einem bestimmten Instruktor einzufinden hatten. Der Zeitplan war sehr genau geplant.

So waren am Vormittag insgesamt 4 Trainingsdurchläufe angesagt, sodass jeder Teilnehmer einmal als Teamleiter üben konnte. Als weitere Neuerung gab es nun geschminkte Mimen, die sehr gut ausgebildet waren, bzw. Puppen. Wir durften bzw. mussten hierbei auch die Kleidung zerschneiden und Dinge wie assistierte Beatmung waren möglich, nur invasive Maßnahmen durften natürlich nicht durchgeführt werden.

Mein Team verstand sich sehr gut und nach ein paar kleinen Anlaufschwierigkeiten bei der körperlichen Untersuchung meisterten wir die Fallbeispiele ganz gut. Wir hatten hierbei einen Sturz vom Pferd, einen Motorradunfall, einen Sturz vom Balkon aus großer Höhe sowie eine bewusstlose Person nach Schlägerei als Übungssituationen. Bei allen Fallbeispielen hatten die Patienten mehrere Traumata wie Wirbelsäulenverletzung, stumpfes Bauchtrauma, instabile Rippenserienfrakturen oder ein instabiles Becken, die es schnell zu versorgen und zu transportieren gab.

Die Patienten wurden nach einer sehr schnellen Beurteilung nach Atemwegen, Atmung und Kreislauf mit einer schnellen Traumauntersuchung beurteilt und danach auf das Spineboard gelagert. Des weiteren wurden Maßnahmen wie Beckenschlinge anlegen oder Thorax stabilisieren bzw. entlasten durchgeführt. Danach ging es zur weiteren Versorgung während der Fahrt ins Klinikum.

Die anderen Gruppen hatten teilweise ähnliche Situationen, aber auch Verkehrsunfälle mit Rettung aus einem PKW oder eine Schwangere als Herausforderung.

Auf jeden Fall haben uns die Trainingsdurchläufe noch einmal sehr viel sicherer im Algorithmus gemacht und uns alle kleines Team zusammengebracht.  Es ist auch etwas anderes, wenn man mit fremdem Mimen arbeitet, als in der bekannten Gruppe. Dieser Faktor des unbekannten Patienten ist echt nicht zu unterschätzen und da haben uns die Mimen sehr geholfen.

Nach den Fallbeispielen sollte es gleich mittags noch zur schriftlichen Prüfung gehen. Hier hieß es das theoretische Wissen der letzten Woche auf den Punkt zu bringen. Der offizielle ITLS-Test besteht dabei aus 50 Multiple-Choice-Fragen, die in 60 Minuten bearbeitet werden müssen. Hier muss man schon aufpassen, dass man immer die richtigen Antworten ankreuzt und nichts falsches, denn dies führt zu Punktabzügen. Insgesamt ähnelt der Test aber dem Pretest, welchen man zuhause vor dem Kurs mithilfe des Lehrbuches ausfüllen musste.

Nach dem Schriftlichen Teil stand erst einmal die Mittagspause an. Hier gab es für alle Teilnehmer bestellte Pizza zur Stärkung.

Nachmittags ging es nun zu der praktischen Prüfung. Nach einem festgelegten Plan ging es wieder in den Kleingruppen zu den einzelnen Prüfern bzw. Instruktoren.

Meine Gruppe legte die Prüfung in der Reihenfolge ab, wie bereits das Training. Sodass wird den Prüfer bereits kannten und uns darauf einstellen konnten. Der erste Teilnehmer war sehr nervös und wir hatten einen Sturz aus größerer Höhe abzuarbeiten. Hierbei gab es einige kleine Probleme bei der Untersuchung und auch bei der Versorgung. Dies waren eben einfach Unsicherheiten aufgrund der Nervosität. Doch als Team haben wir dies ganz gut gemeistert.

Der zweite Teilnehmer war hingegen sehr ruhig und wir hatten fast den gleichen Prüfungsfall wie bereits in der Übung. Somit versorgten wir die Thoraxverletzung und auch das Becken vorbildlich und waren uns viel sicherer als zuvor.

Danach sollte mein Prüfungsfall kommen. Wie ich es ahnte, war es etwas schwieriger. Ich hatte wieder eine Puppe. Die Meldung war jedoch etwas unklar, nach Schlägerei bzw. Messerstecherei. Somit hatte mein Patient schließlich mehrere große Stichverletzungen. Doch an einer Puppe sieht man eben immer schlecht, wie stark diese wirklich sind und vor allem wie stark sie bluten. Ich versuchte dies jedoch auszublenden und im ITLS Schema zu bleiben. So wurde untersucht, versorgt mit Thoraxstabilisierung und Beckenschlinge als auch assistierter Beatmung, danach auf das Spineboard gelegt und gleichzeitig auch noch die stark blutenden Wunden versorgt. Während der simulierten Fahrt folgte der Rest der Versorgung.

Am Ende hatten wir es alle drei geschafft und waren mit der Prüfung durch. Ob wir auch bestanden hatten, sollten wir erst später erfahren. Schließlich liefen die Prüfungen noch und erst am Ende gab es die Ergebnisse.

Bei den Teilnehmern, die jedoch einen Teil der Prüfung wiederholen mussten, lief es so, dass diese frühzeitig informiert wurden und an einer Sonderstation den Prüfungsteil noch einmal wiederholen durften.

Am Ende gab es eine kurze Schlussbesprechung, wo alle noch einmal zusammen kamen. Hier gab es überwiegend Lob sowohl für die Instruktoren als auch für uns Teilnehmer.  Es haben schließlich alle Prüflinge die ITLS-Advanced-Prüfung bestanden. Zufrieden, mit viel Wissen und Können, aber auch sichtlich müde ging es somit nach der langen Woche nach Hause.

 

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