Die Trauma-Woche auf dem Weg zur Rettungsassistentin – Teil 1


Wie bereits berichtet, stand bei uns im Lehrgang bei der verkürzten Rettungsassistentenausbildung die Trauma-Woche an. Dabei heißt es eine ganze Woche lang alles rund um das Thema traumatische oder auch chirurgische Notfälle lernen. Integriert in diese Blockwoche ist der offizielle ITLS-Advanced-Kurs.

Am ersten Tag hieß es nach einer kurzen Begrüßung und Gruppeneinteilung gleich einmal Theorie lernen. So stand das Thema Passiver Bewegungsapparat an, d.h. alles was mit Knochen zu tun hat. Hier probierten wir einmal eine neue Lernform aus. Wir teilten uns in Expertengruppen, wo jede Gruppe ein Thema zu bearbeiten bekam. Danach wurden die Gruppen neu verteilt und jede Expertengruppe musste sich in Zweierteams teilen. Daraus wurden dann wieder Gruppen mit den verschiedenen Experten gebildet. Jeder Experte erläuterte nun die Arbeit seiner Gruppe und versuchte das erarbeitete Wissen so gut es geht weiterzugeben. Am Ende hörten wir viel über die verschiedenen Knochen am Kopf, der Wirbelsäule und den Extremitäten. Dazu kamen allgemeine Dinge wie der Knochenaufbau und die verschiedenen Gelenke (meine Expertengruppe) sowie zum Thema intraossäre Punktion und Frakturarten. Leider kann bei dieser Lernform nicht immer alles wirklich gut erklärt werden und man kann sich auch nicht wirklich alles merken.

Am Nachmittag wurde es nun praktisch. Hier konnten wir uns noch einmal in Kleingruppen zu je 9 Personen teilen. Es ging nun um das Thema Bewegungseinschränkung, Drehung und Helmabnahme. An einer Station lernten wir einmal ganz ausführlich den Umgang mit dem Rettungsbrett oder auch Spineboard. Dies ist bei dem ITLS-Kurs ein wichtiges Thema. Wir lernten nicht nur die einfache Variante jemanden auf dem Rücken liegend schräg hoch auf das Board zu bringen und danach mithilfe der sogenannten Spinne, also den bunten Befestigungsmaterial zu fixieren, sondern auch Spezialsituationen. Hier ging es um das „Boarden“ aus dem Stehen heraus oder aus einer seitlichen Lage. Auch einige Tricks und Tipps kamen nicht zu kurz. Dabei war ich beim Dozent anscheinend besonders „beliebt“, sodass ich immer alles mitmachen musste bzw. durfte ;-).

An der zweiten Station ging es um Vakuummatratze und Schaufeltrage. Hier war fast alles Wiederholung, denn mit diesen Dingen arbeitet man im Rettungsdienst eben sehr oft. Doch auch hier gab es einen Trick mit einem gefalteten Laken als Kopfstütze, welche echt gut funktioniert.

An der letzten Station des Tages haben wir uns mit verschiedenen Helmtypen und der Helmabnahme mit Anlage eines Stifneck beschäftigt. Dies ist auch eine Wiederholung, doch man kann nie genug üben. Dazu ging es hier noch um das Thema achsengerechtes Drehen. Dies ist gerade für den Helfer, der den Kopf des Patienten hält nicht immer so einfach.

 

Nach dem ersten Tag folgte sogleich der zweite Tag. Am Vormittag war das Thema technische Rettung aus Fahrzeugen angesagt. Normalerweise sollte man ein solches Thema praktisch mit der Feuerwehr üben, doch da wir so viele Teilnehmer sind, ging es eben nur theoretisch. Ein Berufsfeuerwehrmann brachte uns so mittels einer sehr ausführlichen Präsentation alle Facetten einer technischen Rettung nahe. So lernten wir von der Beurteilung der Einsatzstelle über Absicherung, Brandschutz, verschiedene PKW-Modelle und deren Schwierigkeiten bei der Befreiung von eingeklemmten Personen alles kennen. In diesen vier Stunden haben wir zur technischen Rettung aus Fahrzeugen echt viel Wissen und Hintergrundinformationen bekommen, was auch für mich als Feuerwehrfrau teilweise neu bzw. sehr gut vermittelt wurde.

Am Nachmittag ging es noch einmal zum Bewegungsapparat. Diesmal sollte es um dem aktiven Bewegungsapparat, also den Muskeln, gehen. Dabei wurde wieder die Lernform der Expertengruppen angewandt. Meine Gruppe bearbeitete das Thema allgemeiner Muskelaufbau, Muskelkontaktion und damit zusammenhängend auch die Leichenstarre. Ein ganz schön schwieriges Thema, wenn man alles zunächst selbst verstehen und danach den anderen in der kürze der Zeit vermitteln möchte. Bei den anderen Gruppen drehte sich alles um die verschiedenen Muskeln. Diese wurden anhand von Büchern, Skizzen, Flipchart und vor allem einen Skelett mit den Muskeln als Fäden (alles selbst angebracht) erläutert. Doch auch hier konnte man sich nicht alles sofort einprägen.

So war auch der zweite von sieben Tagen mit viel Theorie und Wissensvermittlung geprägt. Nach diesem Tag waren wir alle sehr kaputt und waren gespannt, wie es nun weitergehen sollte.

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