Monat: Juni 2014

„Die Trauma-Woche“ auf dem Weg zur Rettungsassistentin – Teil 3


Am Freitag Morgen sollte es mit den Fachvorträgen nach ITLS weitergehen. Abwechselnd hielten zwei Instruktoren die einzelnen  Kurzvorträge, die sich jeweils an den Kapiteln des ITLS-Traumabuches orientieren.

Es ging dabei zum einen um die einzelnen Traumata wie Schädel-Hirn-Trauma, Bauchtrauma oder Wirbelsäulentrauma. Hier wurde zunächst kurz die Anatomie  und Physiologie wiederholt, danach auf die Pathophysiologie mit den Verletzungsformen eingegangen und am Ende stand der wichtigste Punkt: die Versorgung mit allem, was man beachten muss.

Zum anderen sind wir auf spezielle Patientengruppen und Notfälle eingegangen: angefangen von der Schwangeren über Kinder bis hin zu alten Menschen. Des Weiteren ging es um Randthemen, die mit der Traumaversorgung zusammen hängen wie Reanimiation oder Verbrennung. Hier hörten wir vieles bekannte aus der allgemeinen Versorgung, doch wir gingen eben auch immer auf die Besonderheiten ein. Teilweise wurde dies immer sehr aktiv im Gespräch erarbeitet.

Insgesamt hatten wir nach den zwei Vormittagen mit den Vorträgen über ITLS das komplette Lehrbuch noch einmal durchgegangen. Besonders für alle, die das sehr umfangreiche Buch nicht komplett gelesen haben, war dies ein großer Vorteil. Was die Theorie der Traumaversorgung anging, waren nun alle mehr oder weniger sehr fit.

 

Nachmittags sollten dann die Vorträge praxisnah umgesetzt und geübt werden.

So ging es zunächst an die Patienteneinschätzung. Hier übten wir ganz langsam zunächst einen Fall komplett durch, um ein Gefühl für den Algorithmus zu bekommen und Fragen bzw. Probleme zu klären. Hauptaugenmerk wurde natürlich hier auf die Einschätzung des Patienten und die richtigen Entscheidungen gelegt. Es ging einfach darum einen roten Faden reinzubringen und die Dinge zu behandeln, die den Patienten als ersten Töten würden.

So langsam merkten wir, dass der Algorithmus kein Hexenwerk ist, aber man eben einfach üben muss, um richtig rein zu kommen. Jeder von uns bekam hier auch die Möglichkeit zu mindestens einmal an einem Fallbeispiel mitzuwirken.

Danach ging es weiter mit den Skill-Stationen, wo wir einzelne Fähigkeiten üben sollten. An den verschiedenen Stationen ging es um dabei zum einen um venöse und intraossäre Zugänge.

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Freitagsfüller


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1. Meine Füße mag ich eigentlich nicht, doch gepflegt sind sie ok.

2. Wenn man einmal mit Kartoffelchips anfängt, dann kann man nicht mehr aufhören bis sie alle sind .

3. Ich lernte so viele Dinge in der Schule und habe vieles schon total vergessen oder verdrängt (jetzt lerne ich eben noch einmal das Biologische und Chemische von einer anderen Seite).

4. Mein Kampfgeist ist gerade aktiviert.

5. Es ist wirklich traurig, dass manche Arbeitskollegen nicht einmal „Guten Morgen“ und „Tschüss“ sagen können, sondern liebe eine Barriere vor sich aufbauen .

6. Einige Städt und Sehenswürdigkeiten in und vielleicht auch außerhalb Deutschlands möchte ich unbedingt in diesem Jahr noch besuchen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen gemütlichen Abend im Hotel, morgen habe ich einfach nur die Seele baumeln lassen und erholen beim Kurzurlaub geplant und Sonntag möchte ich den Bayerischen Wald erkunden!

Die Trauma-Woche auf dem Weg zum RA – Teil II


Am dritten Tag sollte es noch einmal mit der Theorie weitergehen. Am Vormittag hatten wir einen Unfallchirurgen als Dozenten, der uns alles zum Thema Traumatologie nahe bringen sollte. So hörten wir viel über die verschiedenen Körperregionen und was dort so alles „kaputt gehen kann“. Angefangen vom Schädelbruch bis hin zu jeglichen Frakturen an den Beinen machten wir hier alles durch. Es ging hierbei zum einen um die Entstehung und die Pathophysiologie, aber auch sehr viel um die klinische Versorgung. So konnten wir auch einmal sehen, was in der Klinik passiert und was es da für Möglichkeiten gibt. Natürlich ging es nicht nur um Frakturen, sondern auch um weitere Verletzungen, wie Verbrennungen, Risse in Muskeln und Sehnen und Weichteilverletzungen bis hin zum Kompartmentsyndrom.

Nach einem biologisch-sehr leckeren Mittagessen ging es nun in die Praxis am Nachmittag. Es stand das Thema Extremitätenschienung und Wundversorgung an. Hier sollten wir in den Kleingruppen bekanntes vertiefen und ein paar neue Aspekte kennenlernen. Zu Beginn stand das Thema klassische Wundversorgung an. Angefangen vom Druckverband bis zu verschiedenen Verbandsarten und -techniken bis hin zur Versorgung von Amputationen war alles dabei. Wir bekamen ein paar Tipps und Tricks gezeigt, die dieser Dozent immer wieder liefert und konnten selbst noch einmal alles üben. Natürlich kam dabei auch der Spaß nicht zu kurz. Ein schicker Kopfverband verschönert so manchen Mann, besonders mit Häubchen 😉

An der nächsten Station sollte es um spezielle Versorgung von Verletzungen gehen. Hier lernten wir zunächst etwas über Hämostypika, also Mittel zur Blutstillung. Diese kommen aus dem Millitärbereich und funktionieren bei Wunden, an denen der Blutverlust sehr groß ist, aber kein Druckverband möglich ist. Diese Mittel müssen mit Druck gegen die Blutung gedrückt werden und verklumpen hier, sodass es zur Blutstillung kommt.

Danach sollte es um das Thema Abbinden gehen, lange Zeit verpönt, jetzt darf man es mit einem Tourniquet wieder. Unser Dozent zeigte uns zunächst zwei verschiedene Versionen und danach wurde die richtige Handhabung demonstriert. Es ist schon interessant, wenn man unter Kontrolle eines Pulyoxys verfolgt, wie fest man zudrehen muss, damit eine gute Wirkung erzielt wird.

Das letzte Thema der speziellen Versorgung war die Beckenschlinge, (mehr …)

Die Trauma-Woche auf dem Weg zur Rettungsassistentin – Teil 1


Wie bereits berichtet, stand bei uns im Lehrgang bei der verkürzten Rettungsassistentenausbildung die Trauma-Woche an. Dabei heißt es eine ganze Woche lang alles rund um das Thema traumatische oder auch chirurgische Notfälle lernen. Integriert in diese Blockwoche ist der offizielle ITLS-Advanced-Kurs.

Am ersten Tag hieß es nach einer kurzen Begrüßung und Gruppeneinteilung gleich einmal Theorie lernen. So stand das Thema Passiver Bewegungsapparat an, d.h. alles was mit Knochen zu tun hat. Hier probierten wir einmal eine neue Lernform aus. Wir teilten uns in Expertengruppen, wo jede Gruppe ein Thema zu bearbeiten bekam. Danach wurden die Gruppen neu verteilt und jede Expertengruppe musste sich in Zweierteams teilen. Daraus wurden dann wieder Gruppen mit den verschiedenen Experten gebildet. Jeder Experte erläuterte nun die Arbeit seiner Gruppe und versuchte das erarbeitete Wissen so gut es geht weiterzugeben. Am Ende hörten wir viel über die verschiedenen Knochen am Kopf, der Wirbelsäule und den Extremitäten. Dazu kamen allgemeine Dinge wie der Knochenaufbau und die verschiedenen Gelenke (meine Expertengruppe) sowie zum Thema intraossäre Punktion und Frakturarten. Leider kann bei dieser Lernform nicht immer alles wirklich gut erklärt werden und man kann sich auch nicht wirklich alles merken.

Am Nachmittag wurde es nun praktisch. Hier konnten wir uns noch einmal in Kleingruppen zu je 9 Personen teilen. Es ging nun um das Thema Bewegungseinschränkung, Drehung und Helmabnahme. An einer Station lernten wir einmal ganz ausführlich den Umgang mit dem Rettungsbrett oder auch Spineboard. Dies ist bei dem ITLS-Kurs ein wichtiges Thema. Wir lernten nicht nur die einfache Variante jemanden auf dem Rücken liegend schräg hoch auf das Board zu bringen und danach mithilfe der sogenannten Spinne, also den bunten Befestigungsmaterial zu fixieren, sondern auch Spezialsituationen. (mehr …)

Freitagsfüller


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1.  Ich könnte mal wieder mehr Sport machen (aktuell aber echt sehr schwierig).

2.  Letzte Woche haben wir uns besonders über einen netten Notarzt gefreut, der spontan zu einem Besuch vorbeikam und zwar nicht mit leeren Händen, sondern mit Eis.

3.  Das Wetter könnte einfach mal halbwegs konstant bei 25 Grad bleiben.

4.   Soll man besser still sein und nichts tun oder besser aktkiv werden und vielleicht auch negative Dinge erledigen?

5.  Am Anfang bin ich bei Dingen, die ich zum ersten Mal mache oder einfach unbekannt sind, immer sehr nervös (würde dies gerne etwas abstellen).

6.   Wenn mich jemand oder irgendetwas richtig nervt, dann werde ich richtig ungemütlich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf viele liebe Menschen nach langer Zeit wiederzusehen, morgen habe ich die Mithilfe bei einem sehr großen Sanitätsdienst geplant und Sonntag möchte ich noch einmal beim San-Dienst aktiv sein!

Mal so zwischendurch: „Ihr seid ja alle sooo nett!“


Es gibt Schichten im Rettungsdienst, da muss man sich echt nur mit Patienten und weiteren Leuten wie Angehörigen, Ärzten oder Passanten herumärgern. Auch die Stimmung in der Notaufnahme ist nicht immer so super, da manchmal einfach viel zu tun ist oder nicht alles so gut abläuft.

Doch dafür gibt es auch andere Zeiten in denen man sich über Kleinigkeiten freut. So war dies vor einigen Wochen der Fall.

Es ist Samstag Nachmittag und generell eine Hochkampfzeit für Rettungsdienst und Notaufnahme.

Wir brachten mit dem Rettungswagen eine ganz nette alte Dame, die zuhause auf dem Balkon gestürzt war und die nun über Schmerzen im Arm bzw. Schulterbereich sowie im Knie klagte. Sie wurde zunächst auf einer Liege gelagert und musste auf dem Gang warten, da alle Behandlungszimmer besetzt waren.

Danach sollte es auch schon weiter gehen zum nächsten Einsatz. Diesmal ein Sportunfall, bei dem ein Footballspieler mit einem Gegner zusammengeknallt war. Den jungen Herren, der selbst aktiv im Rettungsdienst ist, bringen wir zur Abklärung und Ausschluss einer Halswirbelsäulenverletzung ebenfalls ins Klinikum. Auch er muss zunächst auf einer Liege auf dem Gang warten, da gerade zwei Polytrauma-Patienten versorgt werden müssen.

Da treffen wir wieder auf die erste Patienten, die immer noch wartet. Sie fragt nett nach, ob es wohl länger dauert. Ich kann ihr erklären, dass eben noch die schwer verletzten Patienten versorgt werden müssen. Dies versteht sie und meint auch, dass dies wichtiger sei, als ihre eigene Versorgung (viele Patienten verstehen so etwas nie). Auch eine Schwester schaut kurz nach der älteren Patientin, da ihr Blutdruck wegen der Aufregung um dem Sturz recht hoch gewesen ist. (mehr …)