Gewalt gegen Einsatzkräfte


In vielen Medienberichten liest oder hört man mittlerweile von Angriffen bzw. Gewalt gegen Einsatzkräfte. Dies fängtbei den polizisten an und geht über Rettungsdienstler bis hin zur Feuerwehrmännern.

Auch ich bin im Rettungsdiensteinsatz schon öfters beschimpft, bespuckt oder geschubst worden, es wurde auch schon gegen mich getreten. Bei der Feuerwehr waren es bisher nur Beschimpfungen, doch auch diese können weh tun.

Dies alles ist mittlerweile fast normal im Alltag von Rettungskräften. Leider ist man hier weder als Frau noch als Ehrenamtliche Einsatzkraft im Vorteil.

So zum Beispiel in einen meiner letzten Nachtdienste am Wochenenende auf dem Rettungswagen. Meine Kollegin und ich sind also reine Frauenbesatzung unterwegs und werden weit nach Mitternacht zu einer bewusstlosen Person alamiert. Dazu kommt ein Notarzt und sein Fahrer, ein erfahrener Rettungsassistent.

Am Einsatzort ist zunächst noch alles ok, doch der vermeintlich Bewusstlose ist wach und wird immer aggressiver. Zunächst will er nicht auf der Trage liegen bleiben. Auf dem Weg in den Rettungswagen tritt er schließlich nach uns. Dazu kommt die Polizei, doch leider sind die Beamten nicht sehr aktiv und halten sich eher raus. Der NEF-Fahrer hilft uns beiden Damen, dabei wird er jedoch schnell etwas aggressiv im Ton, sodass unser Patient leider noch unruhiger und gewalttätiger wird. Mit letzter Kraft schaffen wir es heil in den Rettungswagen.

Dort wird wiederum diskutiert. Unser Patient will sich nicht versorgen lassen. Er war jedoch kurz bewusstlos und hat eine Kopfplatzwunde, die versorgt werden muss. Mit viel Reden und der Polizei im Hintergrund geht es schließlich ins nächste Krankenhaus. Auch dort wird er gegen den diensthabenden Chirurgen sehr unfreundlich. Dieser entlässt ihn schließlich mangels Kooperation auf eigene Gefahr.

Leider kommen solche Einsätze immer mehr vor. Patienten oder auch Dritte werden gegenüber Rettungskräften aggressiv. Gewalt kommt infolge von Worten bzw. Taten immer häufiger vor. Manche Beschimpfungen kann man noch gut verkraften, doch manchmal fällt auch hier das ruhig bleiben schwer. Doch spätestens bei der körperlichen Gewalt hört es auf.

So erlitt zum Beispiel einer meiner Kolleginnen im Rettungsdienst bei einem solchen Gewaltausbruch mehrere Rippenfrakturen und Prellungen am ganzen Körper. Es hätte auch schlimmer ausgehen können.

Da fragt man sich schon, woran leigt diese Mentalität. Ist der Respekt nicht mehr vorhanden oder fehlt dieser gar ganz. Ich meine diese Leute sollten vielleicht erst einmal nachdenken und bedenken, dass wir Menschen helfen wollen. Früher waren Rettungskräfte und Polizisten sehr hoch angesehen und vor allem standen sich in der Hierarchie ganz weit oben. Doch nun ist Pöbeln ganz normal und auch körperliche Gewalt wird schnell angewandt.  Meist sind es übrigens die jungen Männer, bei denen man besonders gefährdet ist. Doch eigentlich ist es bunt gemischt und auch ein älterer gut situierter Herr hat mich als Feuerwehrfrau bereits beschimpft, als wir im Einsatz eine Straße sperren mussten.

In solchen Situationen denke ich mir manchmal echt, warum man sich als Einsatzkraft so etwas antun muss. Doch zum Glück kommt dann auch wieder eine andere Situation und man freut sich über viele anderer kleine Dinge. Da muss man solche „Idioten“ einfach wegdenken und sich sowohl seelisch als auch körperlich vom Leib halten.

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