Girl´s Day Rückblick: Mein Tag bei der Berufsfeuerwehr München – Feuerwache 2


Mit etwas Vezögerung, aber hier ist nun mein damaliger Bericht über den Girl`s Day bei der Berufsfeuerwehr München. Hier kann man gut sehen, wie solch ein Aktionstag sehr gut gestaltet ablaufen kann.

Mein Girls´ Day 2010 beginnt aufgrund der langen Anreise bereits am Mittwoch, weil ich ca. 300 km mit dem Auto zurücklegen muss. Da ich ich bereits ehrenamtlich in einer kleiner Dorffeuerwehr aktiv bin, will ich nun unbedingt einmal die Berufsfeuerwehr München kennen lernen und nehme dafür auch eine recht kurze Nacht in einer Jugendherberge auf mich, zumal der Wecker bereits um 6 Uhr klingelt. Nach einer kurzen Stärkung und der Fahrt zur Feuerwache stehe ich auch schon vor dem riesigen Gebäude mit der Aufschrift „Feuerwache 2“ – hier bin ich also richtig. An der Pforte werde ich gleich nett begrüßt und warte mit den anderen 14 Mädchen im Telefonraum auf den Be­ginn.

Als alle eingetroffen sind, werden wir von Herrn Spiegel begrüßt, den wir nun nur noch Jürgen nen­nen. Er führt uns zu unseren Aufenthaltsraum für diesen Tag. Dort folgen eine Begrüßung durch den Wachleiter und uns werden die Feuerwehrmänner Christian und Raphael vorgestellt, die uns den ganzen Tag zur Seite stehen. Nach einer kurzen Präsentation rund ums Thema Feuerwehr mit den Aufgaben und vielen anschaulichen Bildern wird allen schnell klar, dass die Feuerwehr mehr macht als nur Löschen, nämlich auch Retten, Bergen und Schützen.
Doch bevor es an die Praxis geht, folgt nach dieser Theoriestunde zunächst ein gemeinsames Früh­stück, welches wie alles an diesem Tag kostenlos ist.
Gestärkt begeben wir uns zur Einkleidung, zunächst suchen wir einen passenden Helm, danach be­kommen wir eine komplette Feuerwehrbekleidung mit Hose und dicker Überjacke, auch Handschu­he und Flammschutzhaube dürfen nicht fehlen.

Voll bekleidet wartet schon ein Training mit Atemschutzgerät und in voller Feuerwehrausrüstung auf uns, was sich für die meisten Mädels als sehr lustig darstellt, da sie erst einmal die komplette Ausrüstung von über 20 kg anlegen müssen, was sich als nicht immer leicht herausstellt. Ich selbst bin bereits in der freiwilligen Feuerwehr Atemschutzgeräteträgerin und trotzdem ist es spannend, die ungewohnte Münchener Ausrüstung anzulegen. Danach geht’s auch schon mit der Luft aus der Flasche auf dem Rücken in die Brandsimulationsanlage, in der ein echter Brand simuliert wird und jeder einmal mit dem Hohlstrahlrohr zwei brennende Gasflaschen löschen darf. Danach folgt die wirkliche „Feuerprobe“, denn nun wird ein „Flash over“ (Rauchgasdurchzündung) simuliert. Dabei knien wir Mädels alle in einem Raum auf dem Boden und über uns fängt die Decke an zu brennen. Für mich war dies eines, der zahlreichen Highlights an diesem Tag.

Nachdem alle ihr Atemschutzgerät wieder abgelegt haben, geht’s nun zum Rundgang durch die gan­ze Feuerwache. Zunächst durch die Wachräume und den Leitstand, wo wir das Alarmierungssystem kennen lernen, danach in die Fahrzeughalle, in der wir alle Fahrzeuge erklärt bekommen. Auch die Atemschutz- und die Schlauchwerkstatt bleiben uns nicht versperrt. Als besonderes „Schmankerl“ dürfen wir durch die Atemschutzübungsstrecke gehen bzw. besser klettern und kriechen, was sich für uns schon ohne Ausrüstung als anstrengend herausstellt.
In der Mittagspause stärken wir uns mit leckeren Gulasch und genießen anschließend gemeinsam mit den Feuerwehrmännern die Sonne im Innenhof.

Doch natürlich geht es auch wieder ans Arbeiten. Raphael, der Drehleitermaschinist fährt für uns Girls die Drehleiter in den Hof. Nun kommt der große Augenblick: sind wir auch alle höhentaug­lich, denn wir dürfen im Rettungskorb der Drehleiter bis auf die maximale Höhe von ca. 30 Metern hinauffahren. Keines der Mädels kneift und uns allen gefällt der super Ausblick auf München. Dies ist ein „Höhepunkt“ des Tages.
In 2 Gruppen aufgeteilt geht es für meine Gruppe zunächst zum Löschangriff mithilfe verschiedener Schläuche und Amaturen, als Highlight folgt das Löschen mit ganz viel Schaum.

Dann folgt der Wechsel mit der anderen Gruppe. Dort dürfen wir Hand an Rettungsschere und -Spreizer legen, was sich als gar nicht so leicht darstellt, da diese Geräte ca. 15-20 kg wiegen. Doch nach einer kurzen Anweisung zerlegen wir in gemeinsamer Arbeit das Auto und halten hinterher so­gar ein Stück des Lenkrads in unseren Händen.
Von dieser Anstrengung geschafft wird uns noch einmal eine kurze Pause gegönnt, in der wir uns mit etwas Süßen stärken. Danach lernen wir noch den Bereich Rettungsdienst kennen, für den die Berufsfeuerwehr München teilweise auch zuständig ist. Es wird uns gezeigt, wie man richtig re­animiert und dabei den AED einsetzt, welche überall in der U-Bahn hängen. An Übungspuppen üben wir nochmals fleißig, auch die stabile Seitenlange können wir an unseren Opfer Raphael ler­nen. Danach zeigen uns Jürgen und Raphael noch die professionelle Versorgung bei einem Herz-Kreislaufstillstand mit allem, was beim Rettungsdienst dazu gehört.

Zum Abschluss versammeln wir Mädels uns alle nochmals im Aufenthaltsraum, wo wir unsere Feu­erwehrkleidung ablegen und ein kleines Abschlussgespräch führen. Es hat allen Mädchen sehr gut gefallen. Wir bedanken und verabschieden uns schließlich von den Feuerwehrleuten.

Mir persönlich hat der Tag bei der Berufsfeuerwehr sehr gut gefallen, ich konnte viele Dinge end­lich einmal praktisch ausprobieren und einen sehr guten Eindruck von der Berufsfeuerwehr Mün­chen erhalten. Ein ganz großes DANKESCHÖN an die Feuerwehrmänner der Feuerwache 2. Ihr seid echt spitze.
Nach diesen Tag ist mir wieder einmal mehr klar geworden, dass Feuerwehr für mich ein wichtiges ehrenamtliches Hobby ist und ich dieses noch vertiefen möchte, wenn auch nicht als Beruf.

Auch wenn dieser Tag mittlerweile bereits 4 Jahre zurückliegt, so denke ich immer noch gerne daran und erinnere mich an eine gelungene Veranstaltung, die mich damals noch mehr für die Feuerwehr begeistert hat. Seitdem bin ich feuertechnisch ein großes Stück gewachsen und blicke dennoch gerne auf die „Anfängerzeit“ zurück.

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